Die Abschaffung der britischen Getreidezölle und der Aufstieg des Freihandels
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Künstliche Handelshemmnisse und ihre Entwicklung
Künstliche Hindernisse (Zölle auf den Import und Export sowie einige besondere Verbote) waren zunächst ähnlich, wurden reduziert und verschwanden sogar bis zum Ende des Jahrhunderts. Dies führte jedoch zu einer Rückkehr zum Protektionismus mit der Einführung höherer Importzölle in mehreren Ländern.
Der Ruf nach Freihandel
Im Jahr 1820 stellten eine Gruppe Londoner Kaufleute einen Antrag an das Parlament, um einen freien Welthandel zu ermöglichen. Die Petition signalisierte einen neuen Trend in der Öffentlichkeit. Zufälligerweise leisteten einige relativ junge Männer, die sich für die Modernisierung und Vereinfachung der archaischen Regierungsprozesse einsetzten, wichtige Beiträge für die regierende Tory-Partei. Unter ihnen war Roger Peel.
Die Corn Laws und der Widerstand
Das Herzstück und Symbol des protektionistischen Systems des Vereinigten Königreichs waren die sogenannten Corn Laws, Zölle auf importiertes Getreide. Bevölkerungswachstum und Urbanisierung machten eine Autarkie bei der Lebensmittelversorgung schwierig, aber das Parlament weigerte sich, die Korn-Gesetze zu ändern.
Kampagne gegen die Korn-Gesetze
Nach mehreren erfolglosen Versuchen, die Gesetze zu widerrufen oder zu ändern, gründete Richard Cobden, ein Hersteller aus Manchester, im Jahr 1839 die Anti-Corn Law League. Er organisierte eine starke Kampagne, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.
Politische Entwicklungen und die Hungersnot
Im Jahr 1841 kam die Regierung der Whigs an die Macht. Sie schlug eine Senkung der Zölle für Weizen und Zucker vor, doch diese Maßnahmen wurden bei den allgemeinen Wahlen abgelehnt.
Wahlkampf und Gesetzgebung
- Im Wahlkampf versuchten die Whigs, das Gefühl gegen die Korn-Gesetze zu nutzen und schlugen eine Senkung der Zölle vor.
- Die Tories befürworteten die Beibehaltung des Status quo.
Einige dieser Maßnahmen zeigten Wirkung, und die Regierung verhängte eine Reduzierung der Getreidezölle.
Die Aufhebung der Corn Laws
Im Jahr 1845 führte die Kraut- und Knollenfäule in Irland zu Hungersnöten in Teilen der Bevölkerung. Angetrieben durch diese Katastrophe präsentierte Peel einen Gesetzentwurf zur Aufhebung der Korn-Gesetze, der im Januar 1846 gebilligt wurde.
Folgen der Aufhebung
Nach der Aufhebung der Korn-Gesetze begann das moderne britische politische System Gestalt anzunehmen:
- Die Whigs wurden zur Partei des Freihandels und der Fertigungsindustrie.
- Die Tories (Konservative) wurden zur Partei der Landbesitzer und letztlich des Imperialismus.
Eine weitere Folge war, dass das Parlament einen Großteil der alten merkantilistischen Gesetzgebung aufhob. In den Jahrzehnten 1850–1860 etablierte Großbritannien eine Politik des bedingungslosen Freihandels. Die meisten Tarife wurden komplett eliminiert, und bei den verbleibenden wurde der Steuersatz reduziert. Der gesamte Handelsanstieg war so groß, dass die Einnahmen aus dem Zoll tatsächlich höher waren als im Jahr 1842.