Agrar- und Industrielandschaften der Region Valencia
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Agrarlandschaften in der Region Valencia
Die Karte zeigt die verschiedenen Arten der Agrarlandschaft in der Region Valencia. Wir können zwischen vier Gruppen unterscheiden:
- a) Küstengebiete: In den Gebieten mit intensiver Bewässerung finden sich Kulturen wie Zitrusfrüchte, Gemüse und Reis, begünstigt durch das milde Klima. Dazu gehören flache Bereiche wie Castellón, die zentrale Ebene von Valencia, Alicante oder der Süden.
- b) Zwischen 200 und 600 Metern: Hier dominieren Johannisbrot-, Oliven- und Mandelbäume, Weinberge sowie kleine Obst- und Gemüsegärten. Diese Gebiete finden sich im Maestrat, am Fuße des Turia oder in den Tälern von Ayora, Albaida und Alcoi.
- c) Zwischen 600 und 900 Metern: Aufgrund des raueren Klimas werden hier hauptsächlich Oliven- und Mandelbäume angebaut. Dies betrifft die Serranía del Turia und das Requena-Plateau.
- d) Ab 900 Metern: Hier dominiert die Weidewirtschaft. In Gebieten wie Barraca oder Alpuente findet man zudem Gras- und Getreideanbau oder Kartoffeln.
Merkmale des valencianischen Obstbaus
- Kleinbetrieb: Viele Flächen sind sehr klein, was die Rentabilität gefährden kann.
- Fruchtfolge: Je nach Bodeneigenschaften (z. B. sandige Böden) variieren die angebauten Kulturen.
- Hohe Produktivität: Durch die Bodenqualität sind bis zu drei Ernten pro Jahr möglich.
- Kulturwandel: Bestimmte Ernten, insbesondere Orangen, sind rückläufig.
- Zersiedelung: Seit den 1960er und 70er Jahren gefährdet die städtische Ausdehnung die landwirtschaftlichen Flächen.
Reisanbau
Der valencianische Reis zählt zu den besten in Europa, auch wenn die Produktion in den letzten Jahrzehnten rückläufig ist. Der Albufera-Naturpark wurde über Jahrhunderte durch Sandablagerungen geformt, um landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen.
Wichtige urbane und agrarische Landschaftstypen
- Intensive Bewässerung: Niederungen unter 200 m Höhe mit mildem Klima (16–17 °C), ideal für Orangen, Mispeln, Gemüse und Reis.
- Trockenfeldbau: Zwischen 200 und 600 m Höhe mit kühleren Wintern und höherem Frostrisiko.
- Wein und Getreide: Zwischen 600 und 900 m Höhe, typisch für das Requena-Plateau und die Serranía del Turia.
Industrielle Entwicklung in Valencia
Ab 1953 öffnete sich das Franco-Regime nach außen, doch der entscheidende Wendepunkt war 1970 durch das Abkommen mit der EWG. Dies führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung und einer Transformation von einer agrarischen zu einer Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft.
Merkmale der Industrie in Valencia
- Spezialisierung: Fokus auf Konsumgüter (Textilien, Nahrungsmittel, Schuhe, Möbel, Spielwaren) sowie Baumaterialien und Metallurgie.
- KMU-Struktur: Die Mehrheit der Unternehmen sind kleine oder mittlere einheimische Betriebe.
- Exportorientierung: Wichtige Exportgüter sind Autos (Ford), Schuhe und Fliesen.
- Lokale Expertise: Branchen sind oft diffus über die Region verteilt, wobei lokale Einheiten auf spezifische Herstellungsverfahren spezialisiert sind.
Historischer Hintergrund
Die Industriegeschichte Valencias reicht weit zurück. Bereits im Mittelalter waren Xàtiva (Papier), Paterna und Manises (Keramik) sowie Alcoi (Wolle) bedeutende Zentren. Im 18. Jahrhundert gewannen die Textilindustrie und die Seidenproduktion an Bedeutung, während die Real Fábrica de Loza in Alcora die Keramikindustrie nachhaltig prägte.
Fliesenindustrie in Castellón
Die Bedeutung der Fliesenindustrie in Castellón begann im 18. Jahrhundert mit der Gründung der Fabrik in Alcora. Im 19. Jahrhundert weitete sich die Produktion auf umliegende Städte aus. Ab den 1960er Jahren stiegen Export und Bedeutung massiv an. Durch Fusionen und technologische Innovationen (wie die Einführung von Erdgasöfen in den 80ern) entwickelte sich ein starkes Cluster aus Fliesenherstellern und Zulieferindustrien.