Agrarkrise und Eisenbahnausbau in Spanien (19. Jahrhundert)
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Die Agrarkrise in Spanien (1879–1884)
Zwischen 1879 und 1882 entstanden Probleme durch schlechte Ernten. Die Weizenpreise waren so hoch, dass die Produktion den Bedarf auf dem spanischen Markt nicht decken konnte, was 1884 zu vermehrten Importen von Weizen und Mehl führte. Der importierte Weizen war von guter Qualität, günstiger und stammte aus Europa, Nordamerika, Russland und Argentinien. Mit der Ankunft dieses Getreides sanken die Preise für einheimischen Weizen.
Die Landwirte hatten Schwierigkeiten, die Produktionskosten zu decken, was zu Verlusten und in vielen Fällen zum Ruin führte. Eine Institution namens Landbund (Liga Agraria) fungierte als Interessenvertretung der Eigentümer. Sie forderte protektionistische Maßnahmen, wie die Senkung der Arbeiterlöhne, was zu Unruhen, Bauernprotesten und brennenden Ernten führte. Dies bedeutete einen schrittweisen Rückgang der Getreideproduktion.
Ein weiterer Faktor, der die Agrarkrise beeinflusste, war die Eisenbahn. Da Spanien primär landwirtschaftlich geprägt war, behinderte die Agrarkrise die Industrialisierung, da der Bevölkerung das Einkommen fehlte, um Industrieprodukte zu kaufen. Dies führte zu einer allgemeinen Wirtschaftskrise.
Schlussfolgerung zur Agrarkrise
Die Regierung reagierte auf den Druck der Liga Agraria, die von der katalanischen Bourgeoisie unterstützt wurde, mit einer Rückkehr zum Protektionismus. Im Jahr 1891 wurde ein Tarif eingeführt, um das interne Wachstum zu stimulieren und den Binnenmarkt zu schützen.
Allgemeines Eisenbahngesetz (1855)
Das Gesetz verfolgte zwei Hauptziele:
- Förderung interner Investitionen: Durch die Börse wurde ausländisches Kapital zur Finanzierung des Netzwerks zugelassen. Der Staat nutzte Mittel aus der Desamortisation von Pascual Madoz für das Schienennetz.
- Staatliche Unterstützung: Das Gesetz förderte den Bau und sicherte dem Schienennetz staatlichen Schutz sowie Subventionen zu.
Mängel im Gesetz
- Radiale Struktur: Das Netzwerk war auf die Hauptstadt Madrid ausgerichtet, was die dynamischeren Randgebiete des Staates benachteiligte.
- Orographie: Das ausgeprägte Relief Spaniens (Gebirgsbarrieren) erschwerte den Ausbau und behinderte Exporte sowie Importe.
- Zollbefreiungen: Die Öffnung für ausländische Investoren schuf eine starke Konkurrenz für die spanische Eisen- und Stahlindustrie.
Etappen der Netzentwicklung
Erste Phase: Anfang der Eisenbahn
- 1848: Erste Linie in Katalonien (Barcelona – Mataró, 28 km).
- 1851: Strecke Madrid – Aranjuez.
Zweite Stufe: Massive Expansion
Bis 1866 erfolgte eine Konsolidierung des Netzwerks. Eine Finanzkrise führte jedoch zum Zusammenbruch der Aktienkurse und lähmte den weiteren Bau.
Dritte Stufe: Neue Bauphase
Ab 1873 begann der Bau eines neuen Netzwerks.
Vierte Phase: Konsolidierung
Von 1876 bis 1885, während der Herrschaft von Alfons XII., erhielt der Bau neue Impulse, die bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts anhielten.