Agrarwirtschaft und Agrarpolitik in Spanien: Ein Überblick
Eingeordnet in Geographie
Geschrieben am in
mit einer Größe von 3,71 KB
1.1 Von der Subsistenzwirtschaft zur Marktwirtschaft
Großgrundbesitzer erzielten durch den Verkauf von Produkten Einkommen und begannen einen Prozess der Kapitalkonzentration, um in die Industrie zu investieren. Die Agrarwirtschaft integrierte sich zunehmend in die Marktstrukturen. Landwirte stellten ihre Produktion auf marktfähige Güter mit höherer Nachfrage um und gaben die traditionelle Subsistenzwirtschaft auf.
Die Kapitalisierung des Feldes
Die traditionelle Landwirtschaft veränderte sich durch zwei Faktoren: Land- und Arbeitsteilung. Mit der Industrialisierung stieg der Bedarf an Arbeitskräften, und Eisenbahnverbindungen förderten die Landflucht. Landwirte investierten in neue Technologien und Bewässerungsflächen, um die Produktivität zu steigern.
1.2 Ländliche Bevölkerung und Abwanderung
Aufgrund sinkender landwirtschaftlicher Beschäftigung und geringer Rentabilität durch Mechanisierung verloren ländliche Gebiete an Bevölkerung. Es kam zu einer starken Abwanderung in die Städte. Besonders junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren verließen das Land, was zu einer Überalterung der ländlichen Bevölkerung führte.
1.3 Landwirtschaftliche Arbeit in Spanien
Frauen leisteten einen wesentlichen Beitrag zur landwirtschaftlichen Arbeit und zum Verkauf von Produkten. Zudem ist die Teilzeitarbeit unter Kleinbauern verbreitet, die landwirtschaftliche Tätigkeiten mit Beschäftigungen in Industrie, Bauwesen oder Dienstleistungen kombinieren. Auf großen Gütern dominieren direkte Bewirtschaftung, Pachtverträge und Teilpachtsysteme, um den hohen Bedarf an Maschinen und Arbeitskräften zu decken.
1.5 Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe
Großbetriebe praktizieren eine extensive Landwirtschaft und profitieren von Skaleneffekten durch moderne Technik. Kleinbetriebe hingegen stehen vor Herausforderungen bei der Vermarktung und Rentabilität. Maßnahmen wie die Flurbereinigung und staatliche Förderungen zielen darauf ab, die Betriebsgrößen zu optimieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.
2.1 Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP)
Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft förderte die Landwirtschaft durch Subventionen und den Aufkauf von Überschüssen, um das Einkommen der Landwirte zu sichern. Der Beitritt Spaniens zur EWG führte zunächst zu einer Umstellung der Produktion auf intensivere Anbaumethoden. Die GAP verfolgt primär die Ziele der Produktivitätssteigerung und der Förderung einer nachhaltigen Agrar-Umwelt-Politik.
2.2 Agrarproduktion
Die Produktion unterscheidet sich je nach Bewässerungsmethode:
- Trockenfeldbau: Hier dominieren Getreide, Oliven und Wein. Diese Kulturen sind an das Klima angepasst und bilden eine wichtige Basis für den Export.
- Bewässerungsfeldbau: Ermöglicht hohe Erträge bei Obst, Zitrusfrüchten und Gemüse, die stark auf dem europäischen Markt konkurrieren.
2.3 Tierhaltung
Die moderne Tierhaltung kombiniert klassische Methoden mit fortschrittlichen Technologien:
- Rinder: Fokus auf Fleisch- und Milchproduktion.
- Schafe: Bedeutung der Wolle nimmt ab, Fokus liegt auf Fleisch- und Milchprodukten.
- Schweine und Geflügel: Hohe Erträge für den Frischkonsum und die Wurstwarenproduktion.
2.4 Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte
Die Vermarktung hängt stark vom Entwicklungsgrad der Agrar- und Ernährungswirtschaft ab. Multinationale Unternehmen dominieren die Produktivität. Besonders die Weinproduktion, die Herstellung von Wurstwaren und die Konservenindustrie sind zentrale Pfeiler der spanischen Agrarwirtschaft.