Ägyptische Skulptur: Merkmale und Entwicklung
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1. Allgemeine Eigenschaften
- Die Arbeiten sind eng mit der Monarchie und Religion verknüpft.
- Es gibt zahlreiche freistehende Porträts (Rundplastiken), welche die Darstellung des Ka (Lebenskraft) der verstorbenen Pharaonen und hohen Beamten verkörpern.
- Die Pharaonen tragen das Klaft (Kopftuch), einen Uräus (Stirnschlange als Symbol der Unsterblichkeit) und einen Zeremonialbart. In anderen Epochen wird der Pharao oft von einer Gottheit oder vor Osiris dargestellt.
- Es werden Reliefs erstellt, bei denen das Prinzip der Mehransichtigkeit (Aspektive) gilt.
- Es herrscht eine Mischung aus Idealisierung und Identifizierung der Dargestellten vor.
- Hieratismus: Ein starrer, ferner Blick, teilweise mit eingelegten Augen.
- Strenge Frontalität der Figuren.
- Polychromie (Vielfarbigkeit): Nackte männliche Figuren sind dunkelhäutig dargestellt, während Frauen bekleidet und hellhäutig erscheinen.
- Zur Zeit von Echnaton (Amenophis IV., Mitte des 14. Jahrhunderts v. Chr.) tritt ein Bruch ein. Der traditionelle Gottesdienst wird durch einen Monotheismus ersetzt, der auf die Verehrung des Gottes Aton (Sonnenscheibe) zentriert ist. Er verlegte die Hauptstadt nach Achetaton (Tell el-Amarna).
- Die Amarna-Kunst verliert an Feierlichkeit und wird eleganter sowie naturalistischer; es zeigt sich sogar eine Tendenz zu Deformationen (längliche Köpfe, schmale Augen, dicke Lippen). Die königliche Familie wird in Alltagssituationen und ungeschönt dargestellt.
2. Evolution der ägyptischen Bildhauerei
Ursprung: Schieferpaletten (prädynastisches Ägypten).
Altes Reich
- Der Sitzende Schreiber (ca. 2400 v. Chr.): Eine Arbeit aus Kalkstein mit eingelegten Glasaugen. Das Werk besitzt einen hohen psychologischen Porträtwert, wirkt natürlich und statisch zugleich.
- Scheich el-Beled (Dorfschulze).
- Gruppe des Mykerinos mit der Göttin Hathor und einer weiteren Gottheit (oder seiner Frau, ca. 2500 v. Chr.): Zeichnet sich durch eine hochwertige, weiche Textur aus.
Neues Reich
- Büste der Nofretete (Amarna-Zeit): Besticht durch große Natürlichkeit und Eleganz.
- Fassade des Tempels von Ramses II. in Abu Simbel: Vier kolossale Statuen des Pharaos, umgeben von Porträts seiner Verwandten und Götterfiguren. Dies ist ein Ensemble im Hochrelief, das zu den künstlerischen Merkmalen vor der Amarna-Zeit zurückkehrt.
Spätzeit
In dieser Epoche entstehen sehr realistische Porträts, wie beispielsweise der berühmte Grüne Kopf.