Aktionspotential und Erregungsleitung bei Nervenzellen
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Aktionspotential: Phasen
A: Depolarisation und Potentialumkehr: Ein überschwelliger Reiz führt zur Öffnung der spannungsabhängigen Na+-Ionenkanäle. Na+-Ionen strömen ins Axoninnere, wodurch das Membranpotential depolarisiert wird. Diese Depolarisation bewirkt die weitere Öffnung von Na+-Kanälen und einen weiteren Einstrom. Nach etwa 1 ms kommt es zur Potentialumkehr.
B: Repolarisation: Zeitverzögert öffnen sich die spannungsabhängigen K+-Ionenkanäle, und K+-Ionen strömen aus dem Axon aus. Gleichzeitig sinkt die Na+-Permeabilität der Axonmembran, d. h. die Na+-Kanäle schließen sich. Das Membranpotential wird wieder negativ.
C: Hyperpolarisation: Die K+-Permeabilität sinkt nur langsam, sodass der K+-Ausstrom etwas länger anhält. Das Membranpotential sinkt dadurch unter das Ruhepotential (-80 mV) ab.
D: Rückkehr zum Ruhepotential: Die Na-K-Pumpe stellt die ursprüngliche Ionenverteilung wieder her, d. h. K+-Ionen werden ins Axon und Na+-Ionen aus dem Axon transportiert. Insgesamt ist die Zahl der während eines Aktionspotentials gewanderten Ionen gering, sodass die Na-K-Pumpe schnell wieder einen Ausgleich schaffen kann.
Refraktärzeiten
Relative Refraktärzeit: Zeitspanne nach einem Aktionspotential, in der nur Aktionspotentiale mit verminderter Amplitude ausgelöst werden können.
Absolute Refraktärzeit: Zeitspanne, in der überhaupt keine Aktionspotentiale mehr ausgelöst werden können. Sie begrenzt die Folgefrequenz von Aktionspotentialen auf etwa 500 Impulse pro Sekunde.
Weiterleitung von Aktionspotentialen
Kontinuierliche Erregungsleitung: In marklosen Nervenfasern depolarisiert eine erregte Stelle die Nachbarstelle durch Ionenverschiebung (Kreisströmchen). An den unerregten Membranstellen wird dadurch das Aktionspotential erniedrigt. Spannungsgesteuerte Na+-Kanäle öffnen sich und lassen ein neues Aktionspotential entstehen. Die Richtung der Erregungsströme wird durch die Refraktärphasen bestimmt.
Saltatorische Erregungsleitung: In markhaltigen Nervenfasern wirkt das Myelin isolierend. Im Bereich der Schwann-Zellen findet man kaum Na+-Kanäle. Aktionspotentiale können nur an den Ranvierschen Schnürringen (Abstand 1–3 mm) entstehen. Die Erregung springt durch Ionenwanderung (Kreisströmchen) zwischen den erregten benachbarten Schnürringen von Schnürring zu Schnürring.
Vorteile der saltatorischen Erregungsleitung
- Höhere Leitungsgeschwindigkeit von 50–100 m/s; schnellere Reaktionen bieten einen Überlebensvorteil.
- Material- und Platzersparnis, da auch dünne myelinisierte Axone eine hohe Leitungsgeschwindigkeit haben.
- Energieersparnis, da die energieverbrauchende Na-K-Pumpe nur an den Ranvierschen Schnürringen arbeiten muss.