Alfonso XIII und die Krise des Restaurationssystems

Eingeordnet in Geschichte

Geschrieben am in mit einer Größe von 3,68 KB

Alfonso XIII und die politische Restauration

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das politische System der Restauration in Spanien noch in Kraft. Die konservative und die liberale Partei wechselten sich friedlich an der Macht ab. Die Thronbesteigung von König Alfons XIII. im Jahr 1902 fiel jedoch mit dem Beginn der politischen Instabilität der beiden dynastischen Parteien zusammen, was durch das Verschwinden ihrer Führer, Cánovas und Sagasta, verschärft wurde.

Regeneracionismo: Maura und Canalejas

In dieser Situation setzten beide Parteien auf neue Führungspersönlichkeiten: Antonio Maura (konservativ) und José Canalejas (liberal), die beide der regeneracionistischen Ideologie anhingen.

  • Regierung Maura (1907–1909): Er startete die „Revolution von oben“. Es wurden Gesetze wie das Wahlgesetz zur Bekämpfung des Despotismus und das Gesetz zur lokalen Verwaltung verabschiedet, die jedoch nur teilweise erfolgreich waren.
  • Regierung Canalejas: Er unternahm den wichtigsten Versuch, das System zu demokratisieren. Er führte das „Vorhängeschloss-Gesetz“ ein, das einen Schritt zur Trennung von Kirche und Staat darstellte und auf starken Widerstand des katholischen Sektors stieß. Zudem etablierte er die Wehrpflicht ohne Ausnahmen, was in Katalonien zu Volkszorn führte, da dort bereits Autonomiebestrebungen existierten.

Soziale Unruhen und die Tragische Woche

Spanien konzentrierte sich kolonial auf Nordafrika, insbesondere auf das Rif-Gebiet. Aufgrund des schwierigen Geländes und feindlicher Berberstämme schickte die Regierung Verstärkung und mobilisierte Reservisten. Die Einschiffung der Truppen im Hafen von Barcelona löste eine Protestbewegung aus, die nach der Nachricht von der Schlacht am Gurugú in einen spontanen Aufstand mündete: die Tragische Woche von 1909. Diese führte zum Niederbrennen von Kirchen und Klöstern und wurde vom Staat hart unterdrückt.

Der Erste Weltkrieg und die Krise von 1917

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs erklärte Spanien seine Neutralität. Die politischen Parteien spalteten sich in zwei Strömungen: Aliadófilos (Liberale und Demokraten) und Germanophile (Konservative). Der wirtschaftliche Wohlstand durch Rohstofflieferungen führte zu einem industriellen Aufschwung, aber auch zu steigenden Preisen, sinkendem Lebensstandard und sozialer Agitation.

Die dreifache Krise von 1917

Das politische System der Restauration geriet in eine schwere Krise:

  1. Militärische Krise: Die Regierung versuchte, die Zahl der Offiziere zu reduzieren, was zur Gründung der „Verteidigungs-Juntas“ führte.
  2. Politische Krise: Cambó setzte Verfassungsgarantien aus und forderte eine provisorische Regierung, was jedoch scheiterte.
  3. Soziale Krise: Ein Generalstreik der Arbeiterbewegung (UGT und CNT) forderte den politischen Wandel und die Errichtung einer demokratischen Republik.

Niedergang und Militärdiktatur

Die UGT und CNT expandierten, wobei sich die CNT intern in gemäßigte (Ángel Pestaña) und radikale Flügel (Durruti) spaltete. Zudem verschärften sich soziale Konflikte in Andalusien durch Landbesitzerkonflikte. Die Situation verschlechterte sich nach der Katastrophe von Annual (1921), bei der über 10.000 Soldaten fielen. Dies zwang die Regierung zur Entwicklung des „Picasso-Dossiers“, um die Verantwortlichen zu finden. Bevor der Bericht im Parlament bekannt wurde, vollzog General Primo de Rivera einen Putsch und errichtete eine Militärdiktatur.

Verwandte Einträge: