Alfred Döblin und Paul Celan: Leben und Werk
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Alfred Döblin
Alfred Döblin wurde im Jahr 1878 geboren. In Berlin studierte er Medizin und arbeitete anschließend als Nervenarzt.
Im Jahr 1933 wurden seine Bücher verbrannt und in Deutschland verboten. Da er Jude war, emigrierte er nach Paris. 1945 kehrte er nach Deutschland zurück, war jedoch von der Situation im Land enttäuscht und zog wieder nach Paris. Er starb im Jahr 1975.
Einführung zum Autor
Mit dem Roman „Berlin Alexanderplatz“ schuf er den ersten wirklichen Großstadtroman, der durch die Verwendung moderner literarischer Techniken gekennzeichnet ist. Er nutzt den Bewusstseinsstrom und wird häufig mit dem englischen Schriftsteller James Joyce verglichen.
Einführung zu „Berlin Alexanderplatz“
Um die Umwelt und die Atmosphäre des damaligen Berlins zu verdeutlichen, bediente sich Döblin verschiedener sprachlicher Mittel:
- Berliner Jargon
- Pausenlose Monologe
- Bewusstseinsstrom
- Montagetechnik (oder Kinotechnik: Einbettung von Zeitungsnachrichten, Anzeigen, Werbeslogans und Wetterberichten)
Döblins Sprachgestaltung wurde als „neuer Naturalismus“ bezeichnet.
Handlung
Der Roman ist in neun Bücher gegliedert. Der Handlungsort ist Berlin und die erzählte Zeit erstreckt sich von Ende 1927 bis Anfang 1929.
Der Protagonist Franz Biberkopf wird aus dem Gefängnis Tegel entlassen, wo er wegen Totschlags an seiner Geliebten inhaftiert war, und muss sich in der Großstadt zurechtfinden. Er lernt in einer Kneipe in der Nähe des Alexanderplatzes einen Kriminellen kennen und wird erneut in Verbrechen verwickelt. Später findet er Arbeit als Hilfsportier in einer Fabrik.
Der Protagonist ist ein schwacher Held, der unfähig ist, sich der modernen Stadt anzupassen. Die moderne Stadt selbst ist der eigentliche Protagonist; mit ihrer Hektik und ihrem Lärm wird sie zur Hauptfigur des Romans.
„Mit der 41 in die Stadt“
Hier wird die großstädtische Umgebung beschrieben; das Chaos und die Verwirrung in der Stadt werden deutlich gemacht. Der Protagonist fühlt Schmerz, da er sich bei seinem ersten Kontakt mit der Stadt verwirrt fühlt und seine Umgebung nicht wiedererkennt. Döblin will dem Leser die Umgebung durch die Montagetechnik unmittelbar vermitteln.
Paul Celan
Der ursprüngliche Nachname von Celan war Antschel, später romanisiert Ancel, woraus das Anagramm Celan entstand. Er wurde 1920 in eine jüdische Familie in Rumänien geboren. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, musste er sein Medizinstudium in Frankreich abbrechen.
Seine Eltern wurden in ein Konzentrationslager deportiert, wo sie starben. Von 1942 bis 1944 wurde Celan in verschiedenen rumänischen Arbeitslagern festgehalten. 1944 wurde er durch die Rote Armee befreit und konnte sein Studium in Czernowitz wieder aufnehmen. 1948 siedelte er nach Paris über, wo er an der École Normale Supérieure als Deutschlektor tätig war.
Lyrik
- Beeinflusst von Symbolismus und Surrealismus
- Hermetische Sprache, reich an kühnen Metaphern – daher oft schwierig zu verstehen
Todesfuge
Dies ist ein berühmtes Nachkriegsgedicht über die entsetzliche Wirklichkeit der Konzentrationslager und das Leiden des jüdischen Volkes. Es ist eine Anklageschrift, die bereits 1945 entstand, aber erst 1952 veröffentlicht wurde.
Die Fuge ist ein polyphones Musikstück, das aus Thema und Gegenthema besteht. In einer Fuge wird das Thema mit leichten Abweichungen wiederholt.
- Hauptthema: Die „schwarze Milch“. Schwarz symbolisiert den Tod, Milch steht für Nahrung und Leben. Die Kinder wurden zum Tod verurteilt.
- Gegenthema: Der Mann, der in einem Haus wohnt und mit einer Schlange spielt. Er symbolisiert eine böse Figur.
- „Wir“: Bezieht sich auf die Juden, die dem Mann gegenübergestellt werden.
Weitere Symbole:
- Schwarz: Tod, Trauer und Gefahr.
- Milch: Eine Nahrung, die man sofort mit Leben assoziiert; hier wird sie todbringend und bezieht sich auf das tragische Schicksal der Juden.
- Margarete: Typisch deutscher Frauenname, sie stellt die arische Rasse dar.
- Sulamith: Typisch jüdischer, biblischer Name, sie stellt das jüdische Volk dar.
Die zwei Motive werden kontrapunktisch gegenübergestellt und miteinander verbunden: die Schuld der Deutschen und das Leiden der Juden. Die Haare von Margarete sind golden (blond), die Haare der Juden sind aschen (Asche assoziiert den Tod). Das Leid und die Quälerei sind so groß, dass der Tod am Ende wie ein Geschenk erscheint.