Altern verstehen: Gerontologie, Rechte und Lebensqualität
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Der alternde Mensch
Die Revitalisierung des chronologischen Alters basiert auf dem Konzept des Lebenszyklus als Ganzes und den Transformationsprozessen von der Kindheit bis ins hohe Alter.
Die Gerontologie sollte sich auf zwei Säulen stützen, die für das Leben selbst entscheidend sind:
- Individuelles Altern: Der Prozess, den die Person über den gesamten Lebenszyklus hinweg durchläuft, unter Berücksichtigung ihrer Besonderheiten, ihrer Natur und ihrer Umgebung.
- Soziales Altern: Die Veränderungen der sozialen Strukturen im Kontext der heutigen Bevölkerungsalterung sowie die verschiedenen Auffassungen des Alters innerhalb eines sozialen und historischen Rahmens.
Stereotypen und gesellschaftliche Wahrnehmung
Stereotypisierung bezieht sich auf negative Veränderungen, die mit dem Altern assoziiert werden. Diese Stereotypen betreffen ältere Menschen, Fachleute und die Gesellschaft gleichermaßen. Die Lebensphase des Alters ist jedoch äußerst vielfältig, heterogen und weist ein hohes Maß an Variabilität auf.
Die Zunahme der älteren Bevölkerung sollte als etwas Positives gesehen werden – als eine Demokratisierung des Lebens.
Das chronologische Alter hat einen relativen Wert. Im Alterungsprozess spielen biologische, psychologische und soziale Faktoren eine entscheidende Rolle.
Das gesellschaftliche Bild des Alters ist oft negativ geprägt durch die Vorstellung, dass ältere Menschen eine homogene Gruppe bilden, die inaktiv, traurig und pflegebedürftig ist. In Brasilien müssen Senioren um ihr Überleben kämpfen, während die zeitgenössische Gesellschaft den Sinn für historische, kulturelle und künstlerische Erinnerungen zu verlieren scheint. Die Angst vor dem Altern führt bei jüngeren Generationen oft zu einer endlosen Suche nach Verjüngung.
Unionsbürgerschaft und Public Policy für Senioren
Der Kampf für die Rechte älterer Menschen führte im Jahr 2003 zur Verabschiedung des Gesetzes 11.742/03 – dem Statut der älteren Menschen. Dieses Gesetz stützt sich auf die Verfassung, um die Würde des Menschen zu wahren und Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Rasse, Geschlecht, Farbe oder Alter zu verhindern.
Das Gesetz hat viele Diskussionen über die Diskriminierung und Marginalisierung älterer Menschen angestoßen und ihr Recht auf Bildung bekräftigt.
Permanente Bildung und Universitäten für Senioren
Lebenslanges Lernen ist notwendig, um die Teilhabe des Einzelnen am gesellschaftlichen und kulturellen Leben zu erweitern, zwischenmenschliche Beziehungen zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern. Offene Universitäten für Senioren zielen darauf ab, diejenigen zu integrieren, die außerhalb des Entwicklungsprozesses stehen, und das Bewusstsein für die Realität der Bevölkerungsalterung zu schärfen.
Sexualität im Alter
Es gibt keine Altersgrenze für sexuelles Verhalten (Masters und Johnson). Der sexuelle Zyklus besteht aus: Verlangen, Erregung und Orgasmus.
Die ältere Frau
- Verlangen: Kann von fehlendem Begehren bis zur Exazerbation der Libido reichen.
- Erregung: Quantitative Reduktion von Phänomenen wie Rötung, Schwellung der Klitoris und der kleinen Schamlippen sowie vaginale Schmierung. Eine Östrogen-Ersatztherapie kann den vaginalen Tropismus verbessern.
- Orgasmus: Zeigt rhythmische Kontraktionen der Vagina, jedoch in abgeschwächter Form.
Sexuelle Aktivität ist lange nach der Menopause möglich. Das Fehlen regelmäßiger sexueller Aktivität kann trophische Störungen und psychosexuelle Probleme begünstigen.
Der ältere Mann
- Verlangen: Kann von Appetitlosigkeit bis zu gesteigertem Verlangen variieren, meist nimmt das Verlangen jedoch ab.
- Erregung: Die Erektion des Penis tritt langsamer ein, und die Detumeszenz (Verlust der Erektion) erfolgt später.
- Orgasmus: Ejakulation und Orgasmus geschehen gleichzeitig, mit einer deutlichen Verkürzung der Phase der Ejakulations-Unausweichlichkeit. Das Ejakulat verringert sich in Menge und Druck.
Die Refraktärzeit, in der der Mann trotz Stimulation nicht zu einer vollständigen sexuellen Reaktion fähig ist, verlängert sich im Alter. Dennoch gilt: Die menschliche sexuelle Reaktion verlangsamt sich mit dem Alter, verschwindet aber nie ganz.
Kognitive Störungen
Verwirrtheit (Rave)
Eine Veränderung des Geistes, die die Realitätswahrnehmung und die Klarheit des Bewusstseins beeinträchtigt. Dies umfasst Veränderungen des Denkens, des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und eine Störung der kritischen Urteilsfähigkeit.
Delirium
Eine Veränderung des Geistes, die auf einer Störung des Bewusstseins beruht. Symptome sind Veränderungen der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses und der Orientierung. Die Gedanken sind fragmentarisch, die Umgebung wird nicht verstanden, und es treten psychomotorische Veränderungen sowie Verwirrtheit auf.