Analyse der abstrakten Kunst: Kandinsky und Mondrian

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Zusammensetzung IV von Wassily Kandinsky

Allgemeine Regelungen:

  • Zeitraum: 1911
  • Stil: Abstrakte Kunst
  • Technik: Öl auf Leinwand
  • Maße: 1,59 m x 2,5 m
  • Standort: Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Hintergrund

Die Zusammensetzung IV ist eines der repräsentativsten Werke aus der Zeit, in der Wassily Kandinsky seine Untersuchung über die Möglichkeit einer völlig abstrakten Malerei begann, die keinen Bezug mehr zur visuellen Realität herstellt. Es waren die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg – eine Zeit des technologischen Fortschritts, aber auch eine Krise des Gewissens und des Wandels.

Formale Analyse

Die plastischen Elemente der Werke Kandinskys lassen sich als semantische Einheiten identifizieren. Farben und Linien sind wie in einem Tanz organisiert. Für Kandinsky sind Linie und Punkt die grundlegenden Elemente der Zeichnung: Der Punkt ist die ursprüngliche, ruhende Zelle, während die Linie die Bewegung des Punktes darstellt. Das Gemälde ist von einer Märchenszene inspiriert: In der Mitte erscheint ein Berg, gekrönt von der blauen Silhouette einer Burg, links davon kämpfende Ritter. Kandinsky betonte jedoch, dass er seinen Bildern keinen erzählenden Charakter geben wollte.

Stil und Bedeutung

Das Werk markiert den Übergang zur dynamischen, emotionsgeladenen abstrakten Malerei. Es basiert auf den Grundsätzen seines Buches „Über das Geistige in der Kunst“. Zwischen 1910 und 1914 schuf Kandinsky zwei umfangreiche Serien: Kompositionen (langsam vorbereitete Leinwände) und Improvisationen.

Funktion

Kandinsky konzipierte seine Bilder als eine Kunst, die geeignet ist, eine Botschaft ähnlich der Musik und ihrer Harmonie zu vermitteln.


Tableau II von Piet Mondrian

Allgemeine Regelungen:

  • Zeitraum: 1921–1925
  • Stil: Neoplastizismus
  • Technik: Öl auf Leinwand
  • Standort: Sammlung Max Bill, Zürich

Hintergrund

Der Neoplastizismus basiert auf Prinzipien, die dem Suprematismus ähneln. Er strebt eine intellektualistische Avantgarde an, die Reinheit durch die ausschließliche Verwendung geometrischer Formen, gerader Linien sowie Primär- und Neutralfarben erreicht. Mondrian entfernte jeglichen Bezug zur visuellen Realität, um seine Gemälde auf das Wesentliche zu reduzieren. Sein Ziel war ein erhabener, geistiger Kampf gegen den Materialismus.

Formale Analyse

Mondrian erreichte eine maximale Reduktion der Farben: Schwarz dient der Trennung der Raster, Weiß symbolisiert das Licht. In Tableau II verschmelzen Farbe und Struktur. Es gibt keinen zentralen Fokus, der den Blick des Betrachters lenkt. Die weißen Rechtecke und farbigen Flächen erzeugen eine kreisförmige Bewegung und ein Gefühl von Gleichgewicht.

Stil und Bedeutung

Der Neoplastizismus, eng verbunden mit der Bewegung De Stijl (gegründet 1917 in Leiden), nutzt eine neue Sprache aus primären visuellen Elementen. Mondrian erkannte, dass die Anordnung von Farben in einem Raster deren Wirkung verstärkt. In den reinen Elementen des niederländischen Malers lässt sich eine mathematische Entsprechung finden.

Funktion

Das Ziel war eine Architektur, die Kunststoff- und Lackoberflächen zu einer klaren, einfachen und reinen Ästhetik verbindet.

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