Analyse von Antonio Buero Vallejos 'Die Stiftung'

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Die dramatische Handlung in 'Die Stiftung'

Die dramatische Handlung wird durch den Charakter und die schrittweise Entdeckung der Wahrheit geprägt, die wir durch den Protagonisten wahrnehmen. Zu Beginn befinden wir uns in einem komfortablen Zimmer in einer eleganten Stiftung, das sich jedoch schrittweise in eine düstere Gefängniszelle verwandelt. Diese befindet sich in einem unbekannten Land, in dem fünf Männer aus politischen Gründen zum Tode verurteilt wurden. Diese Transformation geschieht durch die Wahrnehmung von Thomas. Die Handlung beginnt in medias res.

Die Charaktere Thomas, Lino, Tulio, Asel und Max teilen sich ein Zimmer in dieser Stiftung. Thomas, der Protagonist, führt uns an die Realität heran. Er hatte die Realität in seinem Kopf abgeschirmt, um sie nicht sehen zu müssen, da er zuvor seine Gefährten verraten hatte. Schließlich erreicht er die Wirklichkeit zurück. Am Ende des Werkes planen die Kollegen ihre Flucht aus der Zelle, doch die Pläne werden verdunkelt. Der erste Teil besteht aus dem schrittweisen Zusammenbruch der von Thomas erfundenen Welt und seiner realen Situation. Es gibt mehrere Momente der Spannung unter den Gefangenen. Wir betonen auch die Rolle bestimmter Stilelemente, wie die Musik aus Wilhelm Tell von Rossini sowie die Klänge am Anfang und am Ende des Stücks.

Struktur: Anfang, Mittelteil und Ende

Der Einstieg ist langsam. Das Buch beginnt mit einer langen Regieanweisung, in der erklärt wird, dass wir uns in einer Residenz mit einfachen, aber geschmackvollen Möbeln befinden: fünf gemütliche Sessel, ein Fenster mit wunderschöner Aussicht und der Auftritt von Thomas, einem 25-jährigen Charakter, während Rossinis Musik erklingt. Thomas tut verschiedene Dinge in seinem Wahn; er glaubt, dass ein verstorbener Partner noch lebt und dass seine Freundin Berta in einem anderen Flügel der Stiftung wohnt.

Zu Beginn des Werkes agiert Asel einige Zeit als der Arzt, der er eigentlich nicht ist, um Thomas zu helfen. Es gibt auch andere Charaktere wie den Manager, die sich mit ihm ein Zimmer teilen. Diese erste Szene steht im Einklang mit dem Einstieg. Im Knotenpunkt (Stufe II, erster Teil) entwickelt sich die Handlung weiter. Der wichtigste Teil dieser Szene ist die Entdeckung des Toten durch den Manager. In Szene I des zweiten Teils verändern sich mehrere Dinge: Thomas beginnt, die Dinge anders zu sehen. Sehr wichtig ist der Abgang von Tulio zu seiner Hinrichtung. Thomas spricht mit Berta, realisiert aber, dass die Türen versperrt waren. In Szene II des zweiten Teils wird klar, dass vieles nur Einbildung war. Alles, was Thomas bleibt, ist die Phantasie hinter dem Vorhang. Andere Kollegen vermuten, dass Max ein Vertrauter der Wächter ist. Lino beschließt unterdessen, Max für seinen Verrat zu ermorden.

Das Ergebnis: Nach dem Selbstmord von Asel und nachdem Lino Max über das Geländer gestoßen hat, beginnt das Ende des Werkes. Nur Lino und Thomas bleiben auf der Bühne zurück. Das Stück endet unter den gleichen Bedingungen, unter denen es begonnen hat.

Dramatische Techniken und Ressourcen

Struktur:

  • Externe Struktur: Die Stiftung ist in zwei Teile gegliedert, die als Fabel präsentiert werden. Sie bietet eine Allegorie und eine symbolische Annäherung an das menschliche Leben. Vier Bilder integrieren diese zwei Teile.
  • Interne Struktur: Diese ist kreisförmig. Es beginnt mit einer Situation, die am Ende wiederkehrt.

Inszenierung: Wir müssen die Rolle der Musik betonen. Rossinis Wilhelm Tell erklingt am Anfang und am Ende des Stückes. Die Musik und die Bilder sind zentrale Elemente.

Wichtige Bühnentechniken:

  • Der Immersions-Effekt: Der Autor nutzt einen indirekten Weg, damit sich der Leser bzw. Zuschauer mit dem Protagonisten identifiziert.
  • In medias res: Die Handlung beginnt mitten im Geschehen.
  • Offenes Ende: Es erlaubt dem Leser, ein eigenes Ende zu wählen.
  • Die Bühne: Die detaillierten Beschreibungen und die Mutationen der Elemente ziehen den Betrachter in das Geschehen hinein.

Analyse der Charaktere

  • Thomas: Die Hauptfigur des Werkes. Er erscheint als fröhliche und gesellige Person, lebt aber in einer irrealen Welt. Sein Wahnsinn wurde als Alibi für seine Angst und die Scham über seinen Verrat an den Kameraden geboren.
  • Tulio: Er ist Thomas gegenüber anfangs sehr distanziert, lacht oft und neigt zu Neckereien.
  • Berta: Die Braut von Thomas. Es entsteht der Eindruck, dass dieser Charakter nur in seiner Phantasie existiert – eine Art Dulcinea.
  • Der Mann: Er war bereits vor Beginn der Handlung tot (seit sechs Tagen), wird aber von Thomas als lebendig wahrgenommen.
  • Asel: Er wirkt als der intelligenteste und vorsichtigste der Gruppe. Er konzentriert sich auf Thomas und versucht, ihm zu helfen, den Verstand wiederzuerlangen.
  • Lino: Ein Charakter ohne viel Fingerspitzengefühl und sehr impulsiv. Er versucht Thomas die Wahrheit auf heftige Weise zu sagen.
  • Max: Er ist ein Verräter, der Asels Pläne verraten hat. Er ist etwa 35 Jahre alt.

Zusammenfassung von Plot und Themen

Plot: Thomas ist ein politischer Gefangener, der von einem totalitären Regime zum Tode verurteilt wurde. Er wartet mit vier Mitgefangenen auf die Hinrichtung. Nachdem er unter Folter verhaftet wurde und wichtige Mitglieder seiner Organisation verraten hatte, wollte er Selbstmord begehen und verfiel in eine Schizophrenie. In seiner Halluzination glaubt er, in einer modernen Stiftung zu wohnen. Diese Aspekte sind dem Publikum bis fast zum Ende des Werkes unbekannt.

Themen: Das Hauptthema ist die Einschränkung bei der Suche nach Wahrheit und der Kampf für die Freiheit. Absolute Freiheit bleibt oft ein unerreichbares Ziel, da das Leben selbst zum Gefängnis werden kann. Untergeordnete Themen sind der Wunsch, die Unterdrückung zu überwinden, die Haftbedingungen nach dem Bürgerkrieg, Folter, politische Verfolgung und gegenseitige Beschuldigungen.

Raum und Zeit in der Stiftung

Die Szene bleibt trotz ihrer allmählichen Umwandlung von der Stiftung zur Gefängniszelle physisch gleich, wodurch die Einheit des Ortes gewahrt bleibt. In Bezug auf die Zeit gibt es keine exakten Belege für die Dauer, aber die Handlung läuft in den vier Bildern chronologisch und flüssig ab, wobei das Drama die Ereignisse mehrerer Tage beschreibt. Das Werk wurde von Antonio Buero Vallejo in den frühen siebziger Jahren, gegen Ende der Franco-Diktatur, geschrieben.

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