Analyse und Bewertung der Desamortisation in Spanien
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Analyse und Bewertung der Desamortisation
Die Säkularisierung (Desamortisation) bezeichnet die rechtliche Änderung des Eigentums, die Abschreibung von Vermögenswerten und die Verbreitung von Freikarten. Der Verkauf wurde durch die Notwendigkeit bestätigt, die damit verbundenen Vermögenswerte der sogenannten „toten Hand“ zu veräußern, um die Wirtschaft zu beleben. Die wichtigsten Beschlagnahmungen wurden von den progressiven Liberalen vorangetrieben.
Der Verkauf erfolgte in zwei Phasen:
- 1) Beschlagnahmung: Der Staat übernimmt Vermögenswerte der „toten Hand“ als nationales Eigentum.
- 2) Versteigerung: Verkauf der beschlagnahmten Güter.
Hintergrund
Die ersten landwirtschaftlichen Maßnahmen wurden unter Karl III. initiiert und unter Godoy in der Herrschaft von Karl IV. fortgesetzt. Mit dem Konzept der Aufklärung ergab sich aus Godoys Bestrebungen, die öffentliche Finanzlage zu verbessern. Die Dekrete wurden in den Cortes von Cádiz diskutiert und während des Liberalen Trienniums weiterentwickelt, doch die erste große Einziehung erfolgte erst unter Mendizábal.
Die Säkularisierung unter Mendizábal
- Aufstieg der Fortschrittlichen zur Macht.
- Allmähliche Reformen.
Die erste Sorge von Mendizábal nach seinem Amtsantritt 1835 war das finanzielle Problem. Die Staatskassen waren leer, die öffentliche Verschuldung gigantisch und die Regierung musste einen kostspieligen Bürgerkrieg finanzieren. Daher zielte man auf eine Tilgung der Schulden durch den Verkauf inländischer Waren ab.
Bereits vor seinem Machtantritt wurden Dekrete zur Unterdrückung der Inquisition und der Jesuiten verabschiedet. Im Jahr 1835 wurden zudem religiöse Klöster mit weniger als zwölf Mitgliedern aufgelöst und ihr Vermögen für den gleichen Zweck eingezogen.
Das erste Gesetz der Desamortisation (1836): Es billigte den Verkauf von Immobilien (Grundstücke und Gebäude), die Unternehmen und Religionsgemeinschaften (regulärer Klerus) gehört hatten, ausgenommen Güter für öffentliche Dienste oder nationale Denkmäler. Dies führte zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Vatikan.
Das zweite Gesetz der Desamortisation (1837): Da Mendizábals Hoffnungen auf eine Sanierung der Finanzen nicht erfüllt wurden, folgte ein zweites Gesetz, das eher als Steuerreform konzipiert war. Es schaffte den Zehnten ab und übertrug das Eigentum des weltlichen Klerus an den Staat. Die praktische Anwendung war jedoch gering, da die Übertragung erst 1840 begann und kurz darauf wieder aufgehoben wurde.
Der Widerstand gegen Mendizábal
Einer der wenigen Kritiker aus den Reihen der Fortschrittlichen war Flórez Estrada. In einem Artikel von 1836 erklärte er sich zwar für die Einziehung, lehnte jedoch das System des Finanzministers ab. Seine Sorge galt den sozialen Folgen: Er wollte die Lage der ländlichen Klassen verbessern und das landwirtschaftliche Proletariat fördern. Sein Vorschlag basierte auf einer „Erbpacht“ für 50 Jahre, um den Siedlern den Zugang zu Land zu ermöglichen, ohne es an Spekulanten zu verlieren.
Ergebnisse der Beschlagnahme von Mendizábal
Die Säkularisierung wurde nicht als Bodenreform für Kleinbauern umgesetzt. In Regionen mit großen Vermögen, wie im Süden Spaniens, konzentrierte sich der Grundbesitz weiter. Großgrundbesitzer und die Bourgeoisie, die Inhaber von Staatsanleihen waren, profitierten am meisten. Dennoch trug die Säkularisierung zu einer höheren Produktivität bei, da die Anbauflächen zur Finanzierung des Krieges ausgeweitet wurden.
Säkularisierung unter Madoz (1854–1856)
Nach der Revolution von 1854 griffen die Liberalen das Thema erneut auf. Das Gesetz von 1855 von Pascual Madoz zielte auf die allgemeine Beschlagnahme kirchlichen Eigentums sowie von Gemeindegütern („tote Hand“) ab. Die Erlöse wurden genutzt, um den Haushalt zu sanieren und öffentliche Arbeiten, insbesondere den Eisenbahnbau, zu finanzieren. Das Gesetz führte erneut zu diplomatischen Spannungen mit dem Vatikan, die erst 1860 durch ein Abkommen teilweise beigelegt wurden.
Analyse und Bewertung
Die Bedeutung der Desamortisation ist umstritten. Sie war eine verpasste Gelegenheit, Land an Bauern zu verteilen und die Agrarstruktur nachhaltig zu verändern. Während Historiker wie Vicens Vives von einer verpassten Reform sprechen und Raymond Carr sie als „soziale Katastrophe“ bezeichnet, sieht Fontana sie primär als finanzpolitisches Instrument zur Rettung des Staates.
Schlussfolgerung
- Verstärkung des Großgrundbesitzes.
- Aufstieg einer besitzenden Bourgeoisie.
- Keine Verbesserung der Lage der Bauern.
- Produktionssteigerung durch Flächenausweitung, nicht durch technische Innovation.