Analyse von Caravaggios Tod der Maria

Eingeordnet in Religion

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 2,87 KB

Tod der Maria

a) Chronologie, Geschichte und Kultur

Das Werk kann auf die Jahre 1605 bis 1606 datiert werden.

b) Stilistische Einordnung

Das Werk gehört zum Stil des italienischen Barock.

c) Formale und kompositorische Merkmale

  • Technik: Ölmalerei
  • Bildträger: Leinwand
  • Komposition: Komplex, geprägt durch Kurven, diagonale Linien und eine asymmetrische bzw. atectonische Struktur. Es gibt keine geometrische Kompositionsvorgabe.
  • Perspektive: Der Autor verwendet eine lineare Perspektive, wobei die Luftperspektive vorherrscht. Farben dienen dazu, Tiefe zu erzeugen.
  • Lichtführung: Typisches Chiaroscuro (Hell-Dunkel-Malerei), auch Tenebrismus genannt. Die Szene wird durch einen gezielten Lichteinfall beleuchtet, während Teile im Dunkeln bleiben.
  • Chromatik: Warme Farben im Vordergrund, kühle Farben im Hintergrund. Überwiegend Ockertöne.
  • Ausdruck: Figurativ und naturalistisch (die unangenehmen Aspekte der Wirklichkeit werden nicht kaschiert).
  • Rhythmus: Sowohl intern (Ausdruck der Figuren) als auch extern (Bewegung der Vorhänge).
  • Kanon: Proportionen der menschlichen Figuren.

d) Thematik, literarische Vorlage und Funktion

Thema: Das Gemälde zeigt den Moment unmittelbar nach dem Tod der Jungfrau Maria. Maria Magdalena und die Apostel trauern um sie. Der Maler verleiht dem Drama eine menschliche Note durch den Ausdruck des Schmerzes: Magdalena ist zerstört und verbirgt ihr Gesicht in den Händen; die Apostel zeigen den Schmerz, den jeder Mensch beim Verlust eines geliebten Menschen empfindet.

Literarische Vorlage: Die Bibel.

Bedeutung: Es handelt sich um ein religiöses Werk, das ein wiederkehrendes Thema der Zeit aufgreift. Caravaggio drückt tiefes religiöses Gefühl jenseits von Konventionen aus. Die Anwesenheit des Sohnes wird symbolisch durch das Licht dargestellt.

Funktion:

  1. Das Gemälde wurde für die Kirche Santa Maria della Scala in Rom in Auftrag gegeben. Es sollte das religiöse Gefühl stimulieren.
  2. Vermittlung religiöser und spiritueller Grundsätze.
  3. Förderung der Frömmigkeit, wobei das Werk über die bloße klassische Schönheit hinausging, um eine überzeugende Wirkung zu erzielen.

Ikonographie

Der Maler verleiht dem Drama eine menschliche Dimension. Im Bild sind der Körper der Jungfrau Maria, die untröstlich weinende Maria Magdalena und der nachdenkliche Johannes der Evangelist zu sehen. Der Rest der Apostel vervollständigt die Gruppe. Zwei Objekte markieren die Grenzen des Bildes: ein Topf im Vordergrund und ein eleganter Vorhang im Hintergrund.

Verwandte Einträge: