Analyse der Charaktere in Chronik eines angekündigten Todes
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Die Gefühle der Nacht und Angelas Wandlung
Der letzte Absatz konzentriert sich auf die Gefühle der Nacht. Angela ist wieder zu Hause, und der Mann beginnt, sich in sie zu verlieben („er war in seinem Leben, seit ich sie wieder zu sich nach Hause brachte“ ... „rief er“). Wie bereits erwähnt, beginnt sie, seine Liebe bis zuletzt abzulehnen, was Jahre dauert. Angela, die wie ihr Cousin und Erzähler schön ist, strahlt eine gewisse Hilflosigkeit und geistige Armut aus. Sie wirkt zunächst wie ein unterwürfiges Mädchen in schwarzer Kleidung, doch ihr Bild wandelt sich im Laufe des Werkes. Sie trotzt ihrer Mutter und der Gesellschaft und beschließt, die Wahrheit zu sagen („alles war egal, sie konnte niemanden mehr täuschen“). Später rebelliert sie gegen die Gesellschaft, verbirgt ihre Verbrechen nicht mehr und verkündet trotzig ihre Liebe.
Die Rolle der Mutter: Purísima del Carmen
Ihre Mutter, Purísima del Carmen (ein Name, der auf ihre übertriebene Reinheit anspielt), verkörpert Starrheit. Sie zeigt kein Mitleid mit ihrer Tochter, als diese nach Hause zurückkehrt; im Gegenteil, sie schlägt sie. Kurz darauf verlässt sie mit ihrer Familie die Stadt, nicht ohne ihrer Tochter zuvor das Gesicht zu verhüllen, damit niemand die Spuren der Schläge oder ihr rotes Kleid sehen konnte. Diese Handlungen verdeutlichen ihre Heuchelei und starre Moral, ähnlich wie bei Bernarda Alba in Lorcas Werk.
Bayardo San Román: Der geheimnisvolle Fremde
Im Auszug wird auch Bayardo San Román erwähnt, den Angela als „armen Mann“ betrachtet. Er wird als etwa dreißigjähriger, geheimnisvoller Fremder dargestellt, über dessen Vergangenheit sich die Leute das Maul zerreißen. Er ist konservativ, gebildet, wohlhabend, athletisch und besitzt ein gutes Herz. Sein Leben dreht sich um materielle Werte; er versucht, Menschen (einschließlich seiner Braut) mit Geld und Auftritten zu beeindrucken. Er ist stolz und eigensinnig – er verliebt sich in Angela, als sie die Straße überquert, und beschließt sofort, dass sie ihm gehören wird. Nach der Ermordung von Santiago Nasar trifft ihn das Schicksal am härtesten, doch nach Jahren des Briefwechsels mit Angela beschließt er, zu ihr zurückzukehren.
Santiago Nasar: Der „Jäger“
Abschließend einige Notizen zum anderen männlichen Protagonisten: Santiago Nasar wird in Bezug auf seine Frauengeschichten als „Habicht“ beschrieben. Er ist ein „Jäger“ im wörtlichen Sinne sowie in Bezug auf Frauen („Das große Spiel ist von Arroganz“ ist der Titel, der sich durch das Buch zieht): „Er ging seinen Trieben nach, bei zu vielen Mädchen ...“.