Analyse von Chronik eines angekündigten Todes
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1. Stilistische Analyse des Romananfangs
Der Autor verbindet den Titel direkt mit dem ersten Satz des Buches. Der stilistische Wert der Verben ist hierbei entscheidend. „Chronik eines angekündigten Todes. Der Tag, an dem sie ihn töten würden, stand Santiago Nasar um 5.30 Uhr morgens auf, um auf das Schiff zu warten, auf dem der Bischof kommen sollte.“
Von Anfang an wissen wir, dass der Held sterben wird, was bereits im Titel des Romans verankert ist. Normalerweise erwartet man den Abschluss eines Ereignisses am Ende, doch hier werden diese Informationen direkt in den ersten Zeilen präsentiert. Die Geschichte wird rückblickend nach seinem Tod erzählt.
2. Die Bedeutung der warnenden Träume
Ist der Autor ironisch oder ist Santiago Nasar nur ein weiteres Opfer von Straftaten? „Durch einen Wald von Feigenbäumen, wo ein weicher Nieselregen fiel, hielt er für einen Moment inne und war im Traum glücklich; nach dem Erwachen fühlte er sich völlig von Vogelkot bespritzt. Ich träumte von Bäumen. Ein weiterer Traum handelte von einem Flugzeug, das ohne zu stolpern unter den Mandelbäumen flog. Der Tag, an dem er starb, fiel Nieselregen, genau wie in einem seiner Träume. Und die Bäume auf dem Platz, wo die Mandelbäume standen, waren der Ort, an dem er getötet wurde. Die Vögel im Traum könnten sich auf die Hühner beziehen, die er an diesem Tag auf dem Platz schrie.“
3. Zeitlichkeit im ersten Kapitel
Wie viel Zeit verstreicht vom Aufstehen bis zu seinem Tod? Vom Aufstehen bis zum Mord vergeht etwa eine halbe Stunde.
- Beginn der Recherche: 27 Jahre später.
- Beginn der Untersuchung: Über 20 Jahre nach dem Verbrechen.
4. Der Erzähler
Der Erzähler ist ein Freund von Santiago Nasar aus derselben Altersgruppe. Er ist der Sohn der Patin seiner Taufe (Luisa Santiago) und Bruder von Margot, Jaime und Luis Enrique.
5. Profil des Protagonisten: Santiago Nasar
- Alter: 21 Jahre.
- Aussehen: Schlank und blass, mit arabischen Augenlidern und lockigem Haar.
- Eigenschaften: Seine Haut war so fein, dass er seine Kleidung nur mit Wasser waschen musste; er vertrug keinen Lärm. Er war das Kind einer Vernunftehe zwischen Poncia Linero und Ibrahim Nasar, einem Araber, der infolge von Bürgerkriegen in die Stadt gekommen war.
- Gewohnheiten: Er schlief (wie sein Vater) mit einer Pistole im Kissenbezug. Er wusste, wie man Waffen benutzt, liebte Tiere und konnte Raubvögel zähmen. Er war mutig, klug, friedlich und fröhlich, sprach jedoch kein Arabisch.
6. Abweichung von den Gewohnheiten
Warum änderte Santiago Nasar am Montag seine Routine? Normalerweise trug er montags einen Khaki-Anzug und Reitstiefel für die Arbeit auf der Farm seines Vaters, „El Divino Rostro“. An diesem Tag trug er jedoch eine Hose und ein weißes Leinenhemd, da er den Bischof erwartete und hoffte, dessen Ring küssen zu können. Er war enttäuscht, da der Bischof nicht einmal vom Schiff stieg, sondern nur einen allgemeinen Segen gab.
7. Margots Einladung zum Frühstück
Margot bestand darauf, dass Santiago bei ihr frühstückt. Es wird vermutet, dass sie bereits von der drohenden Gefahr wusste und ihn schützen wollte, indem sie ihn zu sich nach Hause lockte.
8. Der Charakter Clotilde Armenta
Sie ist die Inhaberin des Milchladens, des einzigen Geschäfts, das zum Zeitpunkt des Todes auf dem Platz geöffnet hatte. Sie war eine religiöse Frau, die versuchte, die Vicario-Brüder davon abzuhalten, Santiago zu töten, bevor der Bischof die Stadt verlassen hatte.
9. Struktur des ersten Kapitels
Der Erzähler beginnt mit den Tatsachen, die sich vor vielen Jahren in einem kolumbianischen Dorf ereigneten. Er fügt Informationen aus den Prozessakten und Zeugenaussagen hinzu, die er während seiner Recherche sammelte. Die Erzählung springt kontinuierlich in der Zeit, um ein vollständiges Bild der Geschichte zu vermitteln. Das Kapitel beginnt mit dem Tag des Mordes und endet mit der Tat selbst, ohne jedoch alle Details sofort preiszugeben.