Analyse von Don Quijote: Entstehung und Bedeutung

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Entstehung und Veröffentlichung

Das Meisterwerk von Miguel de Cervantes erschien im Jahre 1605, gedruckt von Juan de la Cuesta und dem Herzog von Béjar gewidmet. Die Widmung verfasste der Herausgeber F. de Robles, in Anlehnung an die Kommentare von Fernando de Herrera zu Garcilaso. Die Vorbereitungen umfassten einen burlesken Prolog, der den Spott anderer Autoren gegenüber auctoritate aufgriff, sowie lobende Gedichte, die unter anderem von Amadís, Orlando Furioso oder dem Ritter von Phoebus unterzeichnet waren.

Struktur und Parodie

Das Werk ist in vier Teile gegliedert. Der Sinn für Parodie ist von Anfang an präsent: Es gibt keinen Versuch der Wahrscheinlichkeit, sondern eine Darstellung durch einen jungen, unsicheren Autor. Die Enttäuschung des Autors erzeugt eine Gelassenheit und einen fast zynischen Humor. Es wird vermutet, dass Cervantes seine Arbeit im Gefängnis, möglicherweise in Sevilla, konzipierte.

Der Beginn der Geschichte

Der Anfang – „In einem Dorf von La Mancha“ – folgt der Romantik des geschlagenen Liebhabers (vor 1600) und greift in den ersten Kapiteln den Entremés de los romances (ca. 1590) auf, in dem der Bauer Bartolo durch das Lesen verrückt wird.

Die Transformation des Don Quijote

Don Quijote ist die Transformation von Alonso Quijano, einem Edelmann, der durch das exzessive Lesen von Ritterromanen den Verstand verliert. Sein Bild orientiert sich an der Examen de ingenios (1575) von Huarte de San Juan.

Erste Abenteuer

  • Aufbruch: Auf der Suche nach Abenteuern zieht er los. In einem Gasthof, den er für eine Burg hält, lässt er sich vom Wirt zum Ritter schlagen.
  • Geld und Ausrüstung: Er erkennt die Notwendigkeit von Gepäck und Geld (Kapitel II-III).
  • Der Fall Andrés: Er versucht, den Jungen Andrés zu retten, doch durch sein Eingreifen erhält dieser nur noch mehr Prügel. Don Quijote erkennt sein Versagen nicht: Wer versucht, Dinge zu richten, macht sie oft schlimmer.
  • Die Händler: Er fordert Händler auf, zu bekennen, dass Dulcinea die schönste Frau sei, was mit einer Steinigung endet (Kapitel IV).

Literarische Einflüsse und Kritik

Cervantes nutzt die Verbrennung der Bücher durch den Pfarrer und den Barbier (Kapitel VI), um seine literarischen Vorlieben zu zeigen. Er lobt Werke wie Amadís von Gallien oder Tirant lo Blanc, während er andere kritisiert. Zudem reflektiert er über das pastorale Genre (Dianas, La Galatea) und Epen wie La Austríada oder La Araucana.

Die Reise mit Sancho Pansa

Nachdem er sich von seinen Wunden erholt hat, bricht Don Quijote erneut auf, diesmal mit seinem Nachbarn als Knappen. Sancho Pansa und Don Quijote bilden ein ungleiches Paar, das durch Intelligenz und Dialoge besticht. Trotz Sanchos Bedenken stellt sich Don Quijote den Windmühlen, die er für Riesen hält.

Zweiter Teil und gesellschaftliche Reflexion

Im zweiten Teil wird die Geschichte durch das Manuskript des Chronisten Cide Hamete Benengeli fortgeführt. Die Erzählung umfasst pastorale Episoden, die Verteidigung der Freiheit der Frauen durch Marcela und zahlreiche weitere Abenteuer, wie den Kampf gegen die Schafherden oder die Befreiung der Galeerensklaven.

Literarische Einordnung

Cervantes bezeichnet sein Werk nicht explizit als Roman. Es ist eine Geschichte oder Chronik mit parodistischen Zügen. Die Stärke liegt im Perspektivismus: Die Sprache der Figuren – vom Verrückten bis zum Verbrecher – wird stets gewahrt. Cervantes bricht mit den Werten der Gegenreformation und sublimiert seine eigene Bitterkeit durch spöttischen Zynismus.

Fazit

Cervantes bietet einen Überblick über die Prosa-Gattungen seiner Zeit: pastoral, maurisch, Kurtisanen-Roman und Schelmenroman. Das Werk spiegelt ein Spanien wider, das an seinen Träumen scheitert. Andere Interpretationen sehen in Don Quijote einen idealisierten spirituellen Helden, wie etwa in Miguel de Unamunos Leben des Don Quijote und Sancho (1905).

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