Analyse der Erzähltechnik in Die Vermessung der Welt

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Erzähltechnik in Kehlmanns Roman

Mit kurzen, präzisen Sätzen, die nicht selten parataktisch gebaut sind, gelingt es Kehlmann, die Fülle der Informationen zu bündeln. Die Verknappung der Darstellung bis hin zu elliptischen Sätzen eröffnet dem Leser Spielraum für Assoziationen. Zugleich vermitteln die reportageartigen Erzählberichte Realitätsnähe und Objektivität.

Das auffälligste sprachliche Merkmal des Romans ist die Vermeidung der wörtlichen Rede und die fast durchgehende Verwendung der indirekten Rede – trotz einiger dialogischer Passagen. Abgesehen von wenigen Stellen gibt Kehlmann seinen Figuren keine eigene Sprache, sondern neutralisiert deren Erleben durch die Verwendung des Konjunktivs der indirekten Rede. Dadurch entsteht einerseits der Eindruck einer objektivierenden, neutralen Darstellung, zugleich vermeidet Kehlmann eine historisierende Illusion. Er wolle, so Kehlmann, eher wie ein Fachhistoriker arbeiten, der – abgesehen von zitierten Quellen – nie den Eindruck zu erwecken sucht, die Personen hätten sich tatsächlich so geäußert. Stellenweise geht die indirekte Rede in die wörtliche über, ohne dass Anführungszeichen dies erkennbar machen. Dies geschieht vor allem dann, wenn die Handlung vorwärtsdrängt.

Verzahnung der Erzählperspektiven

So wie die indirekte und die wörtliche Rede ineinandergreifen, verzahnen sich auch die unterschiedlichen Erzählperspektiven:

  • Auktorialer Erzähler: Er vermittelt die Gefühle der Personen, kennt ihre Gedanken und kommentiert ihr Verhalten.
  • Personale Erzählsituation: Diese wird vor allem bei der Verwendung der indirekten Rede spürbar. Der Erzähler scheint hierbei die Perspektive der am Geschehen beteiligten Figur einzunehmen.

Analyseleitfaden für den Roman

Der Roman „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann wurde 2005 veröffentlicht und behandelt die fiktive Biografie der beiden Wissenschaftler Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß.

Struktur der Analyse

  • Deutungshypothese: Was wird an dieser Stelle präsentiert?
  • Überleitung: Im Folgenden werde ich den Auszug analysieren.
  • Einordnung: Was führt zu dieser Textstelle? Was entwickelt sich daraus? (Vermeiden Sie es, das Drama nachzuerzählen).
  • Inhaltsangabe: Zu Beginn, danach und schließlich.

Kategorien der Textanalyse

Erzählform und Zeitstruktur

  • Erzählung: Haltung des Erzählers (mitfühlend, ironisch, neutral).
  • Erzählform: Er/Sie-Erzähler oder Ich-Erzähler.
  • Zeitstruktur: Zeitdeckung, Zeitraffung, Zeitdehnung, Chronologie, Rückblenden oder Vorausdeutungen.

Darbietungsform und Erzählverhalten

  • Darbietungsform: Erzählbericht, Figurenrede (direkte/indirekte Rede, erlebte Rede, innerer Monolog/Bewusstseinsstrom).
  • Erzählverhalten: Neutral (Außensicht), Auktorial (allwissend), Personal (Innensicht).

Interpretation und Schluss

Im Rahmen der Interpretation erfolgt die Charakterisierung der Figuren. Schlussfolgernd ist festzustellen, dass der Auszug eine wichtige Rolle im Roman spielt. Der Dialog zwischen...

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