Analyse der Erzählung 'Adiós, Cordera!' von Leopoldo Alas
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Zusammenfassung der Erzählung
Die Geschichte handelt von den Geschwistern Pinin und Rosa, die gemeinsam mit ihrem Vater, Anton Chinta, und der Kuh Cordera auf der Wiese Somonte leben. Sie entdecken den technologischen Fortschritt, der durch die Eisenbahn und die Telegrafenmasten repräsentiert wird. Während die Kinder anfangs vom Zug fasziniert sind, reagiert Cordera nervös. Mit der Zeit verlieren sie das Interesse an den neuen Entwicklungen.
Anton Chinta weigert sich zunächst, die Kuh zu verkaufen, da sie für seine Kinder wie eine Mutter oder Großmutter ist, nachdem seine Frau verstorben war. Aufgrund wirtschaftlicher Not sieht er sich jedoch gezwungen, Cordera unter Wert zu verkaufen. Die Kinder sind untröstlich, als sie sehen, wie die Kuh mit dem Zug zur Schlachtung abtransportiert wird. Jahre später muss Pinin in den Krieg ziehen, und Rosa verabschiedet sich von ihrem Bruder, wobei sie die Soldaten mit den Rindern vergleicht, die ebenfalls in den Tod geschickt werden.
Beschreibung des Schauplatzes und des Hauses
- Das Feld: Die Wiese Somonte ist ein kleines, dreieckiges Grundstück an der Straße zwischen Gijón und Oviedo.
- Das Haus: Ein ärmliches und bescheidenes Gebäude, dessen Wände aus Maisstängeln, Zweigen und Kastanienholz bestehen.
Atmosphäre der Geschichte
Die Erzählung spielt in einem ländlichen, armen Umfeld. Die Charaktere sind einfache, hart arbeitende Menschen, deren Leben von Entbehrungen und einer melancholischen Grundstimmung geprägt ist.
Historische Anspielungen
Die Geschichte verweist auf zwei bedeutende historische Ereignisse: die Einführung der Eisenbahnstrecke zwischen Oviedo und Gijón sowie den sogenannten Karlistenkrieg.
Charakterisierung der Figuren
- Rosa: Eine unschuldige und naive Schäferin, die tief mit ihrem Bruder, ihrem Vater und der Kuh verbunden ist.
- Pinin: Ebenfalls ein unschuldiger Hirte, der jedoch eine gewisse Neugier gegenüber dem Fortschritt zeigt, auch wenn ihm die Telegrafenmasten aufgrund des Unbekannten Respekt einflößen.
- Anton Chinta (Vater): Ein verbitterter Mann, der seine Träume nicht verwirklichen konnte. Trotz seiner rauen Schale zeigt er tiefe Gefühle, besonders beim schmerzhaften Verkauf der Kuh.
- Chinta (Mutter): Sie verstarb nach einem Leben voller harter Arbeit und Hunger. Vor ihrem Tod bat sie ihre Kinder inständig, sich um die Kuh zu kümmern.
Die Bedeutung der Kuh
Die Kuh Cordera wird in der Geschichte personifiziert. Sie gilt als Modell für Gehorsam, Ruhe und Ausdauer. Für die Kinder ist sie nicht nur ein Nutztier, das für ihre wirtschaftliche Sicherheit sorgt, sondern ein treuer Spielgefährte und ein Ersatz für die verstorbene Mutter.
Elemente des Fortschritts
Die zentralen Symbole des Fortschritts in dieser Geschichte sind die Eisenbahn und die Telegrafenmasten, die den Wandel der ländlichen Welt einläuten.