Analyse von Franz Kafkas Die Verwandlung
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Die Verwandlung: Zusammenfassung
Die Erzählung lässt sich in drei Teile unterteilen, die der psychologischen Entwicklung der Hauptfigur, Gregor Samsa, folgen.
Erster Teil
Die Geschichte beginnt, als Gregor Samsa erwacht und feststellt, dass er sich in ein riesiges Insekt mit gewölbtem Bauch und vielen Beinen verwandelt hat. Er versucht zunächst, seinen Wecker zu ignorieren und zur Arbeit zu gehen, da er die Metamorphose seines Körpers noch nicht vollständig begriffen hat. Seine Schwester, sein Vater und seine Mutter rufen ihn durch die drei Türen seines Zimmers. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, aufzustehen, hört er den Prokuristen seiner Firma, der ihn zur Rede stellen will. Gregor versucht, die Tür zu öffnen und mit ihm zu sprechen, doch seine Stimme ist unverständlich. Als der Prokurist flieht und der Vater erzürnt reagiert, wird Gregor in sein Zimmer zurückgedrängt und dabei am Bein verletzt.
Zweiter Teil
Seine Schwester Grete kümmert sich zunächst um ihn, doch Gregors Geschmack hat sich verändert; er bevorzugt nun verrottete Lebensmittel. Während seine tierischen Instinkte zunehmen, empfindet Grete zunehmend Ekel. Dennoch halten sie und die Eltern ihn weiterhin für den Sohn und Bruder. Als die Familie über ihre finanzielle Notlage spricht, erfährt Gregor, dass der Vater Ersparnisse hat. Gregor fühlt sich betrogen, da er seinen Job nur behalten hatte, um die Schulden der Familie zu begleichen. Dies offenbart die Güte des „Käfers“ im Kontrast zum Materialismus und der Gier der Familie.
Grete vernachlässigt die Pflege zunehmend und beginnt, Möbel aus dem Zimmer zu entfernen, um Platz zu schaffen. Gregor versucht, ein Bild an der Wand zu retten, was dazu führt, dass die Mutter beim Anblick des Insekts in Ohnmacht fällt. Der Vater wirft daraufhin einen Apfel nach Gregor, der in seinem Panzer stecken bleibt und ihn schwer verletzt. Die Familie beginnt, ihn als Schande zu betrachten.
Dritter Teil
Die Türen zu Gregors Zimmer bleiben nun geschlossen. Die Familie gerät in finanzielle Not, entlässt das Dienstmädchen und sucht sich Arbeit. Gregor, durch den faulenden Apfel geschwächt, erinnert sich an sein früheres Leben. Eine neue Haushaltshilfe kümmert sich kaum um ihn, und drei Untermieter ziehen ein, vor denen Gregor versteckt wird.
Eines Abends spielt Grete Geige. Gregor, von der Musik berührt, kriecht aus seinem Zimmer, wird jedoch von den Mietern entdeckt. Grete erklärt daraufhin, dass sie das „Tier“ loswerden müssen, da es nicht mehr ihr Bruder sei. Gregor zieht sich entkräftet zurück und stirbt in der Nacht. Am nächsten Morgen findet das Dienstmädchen seinen Körper. Die Familie beschließt, umzuziehen und ein neues Leben zu beginnen.
Charaktere
Gregor Samsa
Gregor ist ein Mensch, der – im Sinne Kants – zu einem bloßen Mittel für die wirtschaftliche Unterstützung seiner Familie reduziert wurde. Sein Leben war eine mechanische Abfolge von Routinen ohne Sinn. Die Metamorphose ist kein Ende, sondern ein Prozess, in dem er sich seiner eigenen Unmenschlichkeit bewusst wird.
Grete Samsa
Die 17-jährige Schwester kümmert sich anfangs aufopferungsvoll um Gregor. Doch als die Belastung zu groß wird, fällt ihre Maske. Sie erkennt in ihm nicht mehr ihren Bruder und drängt darauf, ihn loszuwerden.
Frau Samsa
Sie wird als schwach und asthmakrank beschrieben. Sie ist eine unterwürfige Frau, die zwischen der Liebe zu ihrem Sohn und der Loyalität zu ihrem Mann steht. Sie zeigt kaum eine eigene Entwicklung.
Herr Samsa
Ein autoritärer Mann, der die Familie dominiert. Er ist distanziert und misstrauisch gegenüber Gregor. Im Laufe der Geschichte gewinnt er durch die neue Arbeit an Stolz und Härte.
Nebenfiguren
Das Dienstmädchen, der Prokurist und die drei Untermieter sind flache Charaktere, die wenig Entwicklung zeigen. Sie dienen vor allem dazu, die soziale Kälte und die wirtschaftliche Not der Familie Samsa zu verdeutlichen.