Analyse von Fünf Stunden mit Mario und Miguel Delibes

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Charakterisierung von Carmen Sotillo

Carmen Sotillo ist die Ehefrau von Mario und diejenige, die die Geschichte erzählt. Das Buch enthüllt uns viele körperliche Aspekte, obwohl mehrmals die Schönheit ihres „großzügigen Herzens“ erwähnt wird. Es wird auch darauf verwiesen, dass das Gebären vieler Kinder den Körper verdirbt. Psychologisch geht die Darstellung jedoch tiefer. Man kann das Gefühl der Frustration spüren, das jedes ihrer Worte begleitet. Dies rührt von verschiedenen Gründen her, unter anderem daher, dass ihr Mann nicht nur kein Verständnis für ihre Ideen gezeigt hat, sondern auch ihre Bedürfnisse stets ignorierte, da Mario sie nicht in Betracht zog.

Es herrscht wenig Kommunikation zwischen den Eheleuten; sogar das Gespräch der Ehefrau mit Mario findet erst vor seinem leblosen Körper statt. Sie besitzt ein Wertesystem, das auf Erfolg und einer guten gesellschaftlichen Position basiert, was zu einer vollständigen Ablehnung von Marios Werten und Überzeugungen führt. Als Ehemann stand er allen von ihr unterstützten sozialen Reformen entgegen. Das „Gesicht zu wahren“ scheint für die Witwe die grundlegende Frage zu sein, die sie verfolgt.

Einige Ereignisse jener Nacht erinnern sie an ihre Hochzeitsnacht, in der sie keine intimen Beziehungen hatten – ein Umstand, den sie als eine Demütigung empfand, die sie nie vergessen wird. Ein weiterer Grund für ihren Groll ist die Tatsache, dass Mario ihr kein Auto kaufen wollte. Sie liebt es, Almosen direkt an die Armen zu verteilen, um deren Dankbarkeit zu sehen und sicherzustellen, dass nur diejenigen etwas erhalten, die es „verdienen“.

Es sollte erwähnt werden, dass Carmen eine heuchlerische, oberflächliche, in sich gekehrte, faschistische und selbstgefällige Person ist. Sie möchte ihren Kindern ihre Werte und Überzeugungen aufzwingen und beschwert sich darüber, alles im Haus allein tragen zu müssen – die Sorge um sich selbst und die Kinder –, ohne die Hilfe ihres Mannes. Sie behauptet, Mario habe sie nie wie eine Frau behandelt und sei ihr sogar untreu gewesen. Dies ist die Analyse des Ehemanns durch Carmen, die sie gegenüber dem Verstorbenen äußert.

Charakterisierung von Mario

Der Autor charakterisiert ihn indirekt; er lässt ihn durch Carmens Monolog präsent sein, obwohl er bereits tot ist. Was seine Physis betrifft, ist bemerkenswert, dass er nicht sehr ansprechend war und eine blasse Haut hatte. Die psychologische Charakterisierung ist jedoch weitreichend. Sein Denken unterscheidet sich stark von dem der meisten Menschen seiner Zeit, insbesondere von dem seiner Frau Carmen.

Marios Charakter wird als beharrlich, idealistisch und unpraktisch definiert. Er war ein einzigartiger, geistiger, aufrichtiger, toleranter und mitfühlender Mann mit progressiven Ideen. Er träumte von einer idealen Gesellschaft, in der Recht und Gleichheit für jeden gelten. Marios Ideale sind:

  • Soziale Gleichheit
  • Persönliche Authentizität
  • Freiheit und Gerechtigkeit

Mario glaubt, dass die Probleme der Gesellschaft durch fundamentale strukturelle Veränderungen gelöst werden müssen. Im Gegensatz zu Carmen legte Mario keinen großen Wert auf Religion oder den Kauf eines Autos; er fuhr mit dem Fahrrad zur Arbeit. Auch dem Sex maß er keine übergeordnete Bedeutung bei. Man könnte sagen, dass er ein guter, bescheidener und aufrichtiger Mann war, der aufgrund seines „proletarischen Geschmacks“ die Armen verteidigte, ohne dabei selbst reich zu werden.

Biografie von Miguel Delibes

Miguel Delibes wurde am 17. Oktober 1920 in Valladolid geboren. Er wuchs im Schoß einer bürgerlichen, liberalen und katholischen Familie auf. Bis zu seinem zehnten Lebensjahr wurde er von seinen Eltern und in einer Schule der Karmeliter unterrichtet; später besuchte er das Gymnasium „Our Lady of Lourdes“ in Valladolid.

Er verbrachte viele Sommer seiner Kindheit im Dorf Molledo-Portolín (Santander), der Heimat seines Vaters, wo er lernte, die Natur zu lieben. Der Krieg überraschte ihn im Alter von 15 Jahren. In jenen Jahren begann er sein Studium an der Handelsschule und belegte gleichzeitig Kurse für Zeichnen und Modellieren an der Kunstgewerbeschule.

Nach dem Krieg arbeitete er als Karikaturist bei der Zeitung „El Norte de Castilla“ in Valladolid. Später absolvierte er 1944 in Madrid einen Intensivkurs in Journalismus und wurde Redakteur bei „El Norte de Castilla“. Zudem erhielt er eine Professur für Wirtschaftsrecht an der Handelsschule von Valladolid.

Im Jahr 1946 heiratete er Angeles Castro. 1948 wurde er für seinen Roman „Der Schatten der Zypresse ist lang“ mit dem Nadal-Preis ausgezeichnet. Im Jahr 1974 starb seine Frau, was ihn so tief markierte, dass Kritiker sein Werk in zwei Phasen unterteilen: vor und nach ihrem Tod. Sie bedeutete für ihn sein Gleichgewicht, den Mittelpunkt seines Lebens und den Anreiz für seine Arbeit.

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