Analyse geologischer Risiken und Naturgefahren
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Vergleich der Erdbeben in Java und Japan
Im Jahr 2007 gab es ein Erdbeben auf der Insel Java (Indonesien), das zahlreiche Tote forderte. Ein Jahr später ereignete sich ein weiteres Erdbeben ähnlicher Größenordnung in Japan, in einem Gebiet mit hoher Bevölkerungsdichte, aber es gab keine Todesfälle. Vergleicht man die Gefahren, die Exposition und die Vulnerabilität (Verwundbarkeit) in beiden Fällen, zeigt sich ein deutliches Bild des seismischen Risikos.
Obwohl die Beben die gleiche Größenordnung hatten, war die Infrastruktur in Japan im Vergleich zu Indonesien weit überlegen. Da Japan eine hohe Rate an Erdbeben aufweist, wurden Gebäude mit gekoppelten Strukturen errichtet. Diese verleihen den Gebäuden bei Erdbeben eine gewisse Flexibilität, sodass sie nicht zusammenbrechen.
Acht Arten von Naturgefahren
Naturgefahren müssen nicht zwingend geologisch sein. Hier sind mindestens acht Beispiele:
- Vulkanausbrüche
- Erdbeben
- Tsunamis
- Überflutungen
- Bodensenkungen
- Hangrutschungen
- Stürme
- Dürren
Definition der Risikofaktoren
Um das Risiko eines Ereignisses zu bestimmen, nutzt man folgende Faktoren:
- Gefahr (Threat): Das Ausmaß, das ein katastrophales Ereignis haben kann.
- Exposition (Exposición): Die Größe der Bevölkerung oder der Sachwerte, die betroffen sein können.
- Vulnerabilität (Schwachstelle): Die Empfindlichkeit gegenüber Schäden.
Die drei "P" der Risikomaßnahmen
Es gibt drei Arten von Maßnahmen gegen Risiken: Vorhersage, Prävention und Prognose. Oft werden Vorhersage und Prognose als Synonyme verwendet, sodass man auch von den "2P" spricht.
- Prognose: Basiert auf statistischen Angaben und zeigt, ob ein gefährliches Phänomen oft in einer Zone auftritt.
- Prävention: Schlägt notwendige Maßnahmen vor, um große Schäden zu vermeiden.
Tabelle der geologischen Risiken
| Interne geologische Gefahren | Externe geologische Gefahren |
|---|---|
| Vulkane | Hangprozesse |
| Erdbeben | Bodensenkungen |
| Tsunamis | Hochwasser |
Häufigste Todesursachen durch Naturgefahren
Welche Naturgefahren fordern jährlich weltweit die meisten Opfer? Es sind primär Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis.
Direkte und abgeleitete vulkanische Risiken
Zu den Gefahren durch Magma gehören: Magma-Austritt, Emission giftiger Gase, Bildung von Glutwolken, Explosionen, Lahare (Schlammströme) und Lavaströme.
Gefährlichkeit und Standorte von Vulkanen
Welche Art von Vulkan ist am gefährlichsten? Im Grunde alle, denn selbst wenn ein Vulkan seit Jahrzehnten oder Jahrtausenden inaktiv ist, besteht immer die Möglichkeit eines erneuten Ausbruchs. Vulkane befinden sich primär dort, wo tektonische Platten aufeinandertreffen.
Die Tragödie von Nevado del Ruiz (Kolumbien) 1985
a) Die Gefahr ist dort am größten, wo Gestein mit Feuer und Lava in Kontakt kommt.
b) Die Lava fließt den Berg hinunter, bevor sie abkühlt.
c) Die Ausbreitung hängt zudem stark von der Windrichtung ab.
Bestimmung des Epizentrums
Das Epizentrum eines Erdbebens wird mithilfe der Daten von mindestens drei seismischen Stationen ermittelt.
Seismische Skalen und ihre Effekte
Die Intensität wird oft nach den Auswirkungen eingeteilt:
- I: Nicht spürbar
- II: Leicht spürbar
- III: Schwach
- IV: Weitgehend beobachtet
- V: Stark
- VI: Leicht beschädigt
- VII: Schädigend
- VIII: Schwerer Schaden
- IX: Zerstörend
- X: Sehr zerstörend
- XI: Verwüstend
- XII: Vollständig verheerend
Prognose, Vorhersage und Prävention von Erdbeben
- Vorhersage: Das Ziel ist es, Größe, Ort und Zeitpunkt eines Bebens zu bestimmen. Aktuell kann die Seismologie jedoch noch nicht präzise vorhersagen, wann und wo ein Beben genau auftreten wird.
- Prognose: Eine exakte Vorhersage wie bei Regen oder Überschwemmungen ist unmöglich. Die planetare Geologie erlaubt es uns jedoch, potenziell gefährliche Bereiche an Bruchlinien zu identifizieren.
- Prävention: Dies umfasst Maßnahmen zur Verringerung des Risikos, wie die Anpassung von Gebäuden und die Stadtplanung in Erdbebengebieten.
Verhaltensregeln bei einem Erdbeben
- Erstellen Sie einen Aktionsplan und halten Sie Notfallnummern (Zivilschutz, Rotes Kreuz) bereit.
- Sichern Sie Objekte, die leicht herunterfallen können.
- Begeben Sie sich auf offene Flächen.
- Prüfen Sie nach dem Beben den Zustand von Verwandten und Nachbarn.
- Bleiben Sie ruhig und konstruktiv.
- Bewegen Sie schwer verletzte Personen nicht, außer bei unmittelbarer Gefahr.
Arten von Erdrutschen
- Rutschen (Escape): Bewegung von Materialblöcken auf einer Oberfläche, wobei der Kontakt zur Oberfläche erhalten bleibt.
- Sturz (Abteilung): Freier Fall von Gestein durch die Luft, oft durch Zusammenbruch oder Umkippen.
- Fließen (Flow): Massenbewegung mit wenig Zusammenhalt, ähnlich einer zähen Flüssigkeit (z. B. bei wassergesättigten Lehmböden).
Bodenabsenkungen und Einstürze
- Setzung (Subsidenz): Beschreibt die Absenkung der Erdoberfläche, oft ein Problem im Untertagebau.
- Einsturz (Collapse): Entsteht künstlich durch Leckagen oder natürlich durch Regenwasser.
Maßnahmen zum Hochwasserschutz
- Überarbeitung und Verbesserung des Zustands von Flussbereichen.
- Sicherstellung des Abflusses.
- Bau einer Infrastruktur zur korrekten Kanalisierung von Wasser.
Das Phänomen der "Kalten Tropfen" (Gota Fría)
Ein nördlicher Kaltluftstrom und eine warme Strömung aus Afrika treffen über Spanien zusammen und erzeugen kurze, aber extrem starke Regenfälle.
Glossar geologischer Fachbegriffe
- Lahar: Schlammlawinen aus vulkanischem Material.
- Sintflutartige Regenfälle: Extrem niederschlagsreiche Wetterereignisse.
- Pyroklastischer Strom: Eine Wolke aus heißem Gas und Gestein (Glutwolke), die bei Vulkanausbrüchen entsteht.
- Hypozentrum: Der tatsächliche Ursprungsort eines Erdbebens im Erdinneren.
- Tsunami: Eine durch Seebeben ausgelöste Flutwelle.
- Reptation (Bodenkriechen): Langsame Bewegung von Bodenschichten hangabwärts.
- Seismische Größe (Magnitude): Maß für die freigesetzte Energie eines Bebens.
- Mercalli-Skala: Skala zur Messung der Intensität (Auswirkungen) eines Erdbebens.
Der Tsunami im Indischen Ozean 2004
Das Seebeben im Indischen Ozean am 26. Dezember 2004, wissenschaftlich als Sumatra-Andaman-Beben bekannt, ereignete sich um 07:58 Uhr Ortszeit vor der Küste von West-Sumatra. Es löste verheerende Tsunamis aus, die Küsten in ganz Süd- und Südostasien (Indonesien, Sri Lanka, Indien, Thailand) verwüsteten. Die Zahl der Todesopfer wird auf mindestens 230.000 Menschen geschätzt, was es zu einer der tödlichsten Naturkatastrophen der modernen Geschichte macht. In vielen Ländern ist es als Boxing Day Tsunami bekannt, da es am zweiten Weihnachtsfeiertag geschah.
Sind alle Katastrophen natürlichen Ursprungs?
Nein. Katastrophen können auch durch Menschen verursacht werden, etwa durch Unfälle oder Versagen der Infrastruktur.