Analyse von Kapitel XII: Die Verlobten (I Promessi Sposi)

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Die Unruhen in Mailand: Eine historische Einordnung

In der Tat ist Mailand eine Stadt in Aufruhr. Die Gemüter wurden durch die Beschwerden erhitzt, und die Tatsachen, die als Angriffe auf die Bäckereien (Öfen) gemeldet wurden, ließen sich nicht länger ignorieren. Nicht nur die Stadt, sondern die gesamte Lombardei unter spanischer Herrschaft litt unter der Hungersnot.

Ursachen der Hungersnot und politische Versäumnisse

Es gab eine Quelle natürlicher Ursachen: Eine große Dürre herrschte vor, viel Land war von den Herren aufgegeben worden. Hinzu kamen der Krieg von Monferrato und die Nachfolge von Mantua (Gonzaga), die Verschwendung durch die Armeen sowie destruktive Razzien von Söldnern. Doch neben diesen Ursachen und dem sinnlosen Konsum seltener Waren lag die Verantwortung auch bei den Machthabern, die durch Unwissenheit und Unfähigkeit keine konkreten Maßnahmen ergriffen. Diese Faktoren verschärften die durch Naturkatastrophen entstandenen Situationen.

Gouverneur Don Gonzalo, gänzlich vom Krieg beansprucht, leitete die Belagerung von Casale und zeigte sich desinteressiert an Mailand. Sein Stellvertreter, der Gouverneur Ferrer, agierte als Demagoge. Er legte zunächst eine preisliche Obergrenze für Brot fest, um den Forderungen der Bäcker nachzukommen, und senkte den Preis später aufgrund von Protesten erneut.

Der Aufstand und Renzos Beteiligung

Am Morgen seiner Ankunft in Mailand erfuhr Renzo von einem Anstieg des Brotpreises. Eine Menge von immer größeren Ausmaßen sammelte sich zuerst auf der Piazza Duomo. Der Funke der Revolte ging von einem Mann aus, der Brot für die Bäcker in das House of Lords brachte; dies war der erste Angriff. Schließlich erreichte die Menge eine nahe gelegene Bäckerei, die sogenannte Bäckerei der Krücken.

An diesem Punkt versuchten die Polizei und der Sheriff, die Menge vor den Fenstern zu beruhigen und nach Hause zu schicken. Der Sheriff wurde jedoch von einem Stein an der Stirn getroffen, was ihn zum schnellen Rückzug zwang. Die Bäckerei wurde angegriffen und geplündert. Aus den Gesprächen, die er hörte, verstand Renzo, dass der Intendant der Bestimmungen für den Mangel an Brot verantwortlich gemacht wurde. Renzo ist nun Teil der Menge und wird zum Domplatz gezogen. Schließlich entlädt sich der Zorn der Menge am Haus des Pfarrers, und Renzo befindet sich mitten im Geschehen.


Analyse von Kapitel XII: Die Verlobten

Erklärung des Buches: Die Verlobten (I Promessi Sposi), Kapitel XII.

Sprachliche Besonderheiten und Adjektive

  • Schlechte Menge und gut gekleidet (S. 210).
  • Warmer Duft (S. 212).
  • Gerettete Worte (S. 213).
  • Verwirrtes Summen (S. 219).

Vergleiche und Redensarten

  • "Er war wie eine junge Frau, die an Verjüngung dachte und ihren christlichen Glauben änderte." (S. 210).
  • "Männer in Gruppen zusammengefasst, ohne Verstand, fast ohne es zu merken, wie vereinzelte Tropfen auf dem gleichen Hang." (S. 212).
  • "Andere kamen aus den Dachgauben hervor und gingen über das Dach wie Katzen." (S. 215).

Kurzreferat

Das Kapitel erzählt vom Ansturm einiger Bürger von Mailand auf eine Bäckerei aufgrund des damaligen Brotmangels. Renzo nimmt an den Ereignissen innerhalb der Menge teil.

Glossar und Worterklärungen

  • S. 209 – Gehalt/Provision: Handlung oder Auswirkung einer Maßnahme; im Kirchenrecht die Einsetzung in ein kirchliches Amt; historisch auch die Überprüfung oder das gezahlte Gehalt für Mitarbeiter.
  • S. 210 – Horten: Sammeln oder Anhäufen von Material in großen Mengen (oft aus kommerziellen Gründen).
  • S. 210 – Gräuel: Abscheuliche Taten oder Zustände.
  • S. 210 – Lebensmittel: Produkte der Erde, die auf dem Markt verkauft werden; Waren zur Verwendung als Nahrung.
  • S. 211 – Schuld/Unbill: Eine Qualität, die nicht fair ist; das Böse; konkrete Ungerechtigkeiten oder verachtenswerte Reden.
  • S. 211 – Präambel: Einleitende Worte, um zum eigentlichen Kern einer Rede oder eines Werkes zu führen; oft auch als nutzloser Exkurs zu Beginn eines Gesprächs verwendet.
  • S. 213 – Heteroklitisch: Bezieht sich auf Wörter (Namen, Adjektive, Verben), die unregelmäßig gebeugt werden oder verschiedene Stämme kombinieren (z. B. das Verb "gehen"). Im übertragenen Sinne: seltsam, außerhalb der Norm.
  • S. 218 – Abschaum: Eine verächtliche Bezeichnung für eine unkontrollierte, verwirrte Menge oder Gruppe von Menschen.
  • S. 218 – Kord: Ein grobes, robustes Baumwollgewebe, geeignet für Arbeitskleidung bei harter körperlicher Arbeit.

(... Fortsetzung)

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