Analyse: Mercè Rodoredas „Der zerbrochene Spiegel“

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Analyse: Der zerbrochene Spiegel von Mercè Rodoreda

Der letzte Teil der dreizehn Kapitel setzt die Beschreibung der Familiengeschichte fort. Teresa, die Hauptfigur, stirbt und wird von ihren liebsten Erinnerungen begleitet. Der Krieg bricht aus, und die Familie muss nach Paris reisen. Die Entwicklung der Geschichte spiegelt sich auch in der Villa (dem „Turm“) wider, in der sie leben. Diese verhält sich wie ein Lebewesen, das altert und am Ende abgerissen wird, während ringsum moderne Wohnblocks entstehen.

Zentrale Themen und Erzählstil

Das zentrale Thema des Stückes ist der Tod, der symbolisch behandelt wird. Es ist auch die Geschichte einer Epoche Kataloniens und des wohlhabenden Bürgertums, die durch den Bürgerkrieg unterbrochen wird. Die Zeit ist nicht linear, sondern zirkulär – alles dreht sich stets um die Zeit. Bei den Charakteren gibt es zwei Konstanten: die Einsamkeit der menschlichen Existenz und der Wechsel vom direkten zum indirekten Stil. Die Erzählperspektive in der dritten Person ist vorherrschend.

Die wichtigsten Charaktere der Saga

  • Amadeu Riera: Er ist Rechtsanwalt, verheiratet und der Geliebte von Teresa. Er vergisst diese Beziehung niemals.
  • Armanda: Die Köchin der Familie Valldaura. Sie hat enge Verbindungen zur Familie und eine Beziehung zu Eladi, der ihr Ohrringe schenkt. Sie entdeckt einige Familiengeheimnisse.
  • Barbara: Eine Geigerin, die Salvador Valldaura in Wien kennenlernt. Sie erträgt keine Spiegel und liebt die Farbe Lila. Salvador schenkt ihr Veilchen; später begeht sie in einem Kanal Selbstmord.
  • Eladi Farriols (Shops): Er heiratete Sofia aus wirtschaftlichen Interessen. Er hat eine Tochter aus einer anderen Beziehung mit Pilar Segura.
  • Jaume (Jakobus): Der Sohn von Sofia und Eladi. Er ist der Einzige, der Zugang zu Teresas persönlichen Sachen hat. Er ertrank im Gartenteich der Villa.
  • Jesus Masdeu: Sohn von Teresa und Michael (dem Lampenanzünder). Er arbeitet als Maler und lebt in ärmlichen Verhältnissen. Bei Kriegsausbruch dient er als Milizionär in der Villa und stirbt vor den Valldauras.
  • Joaquim Berguedà: Ein Freund von Salvador, der ihn mit der Wiener Geigerin bekannt machte.
  • Eulàlia und Joaquim: Nach Raphaels gewaltsamem Tod sind Eulàlia und Joaquim am Ende in Paris zusammen.
  • Marina Riera: Die Schwester des Anwalts Riera. Sie hat eine Tochter, der sie denselben Namen geben wird.
  • Nicolau (Nicholas) Rovira: Teresas erster Ehemann. Dank seines großen Vermögens ermöglicht er ihr den sozialen Aufstieg. Er schenkt Teresa ein Juwel, das sie später verkauft, um ihrem Kind aus der Beziehung mit dem Lampenanzünder zu helfen.
  • Rafael Berguedà: Ehemann von Eulàlia und Bruder von Joaquim (Quim). Er wurde von den Arbeitern seiner Fabrik ermordet.
  • Rosa: Die Erzieherin. Sie offenbart Eladi Unwahrheiten über die Kinder als Rache für die Demütigung durch Maria und Ramon.
  • Salvador Valldaura: Er gab seine diplomatische Karriere auf, um Teresa zu heiraten, lebt aber in der Erinnerung an die Wiener Geigerin. Er hat eine enge Beziehung zu seiner Tochter Sofia.

Symbolik der Blumen und der Niedergang

Die Blumen repräsentieren mehr als nur eine Tatsache; sie stehen für Figuren oder Beziehungen im Roman. Zum Beispiel symbolisiert die Kirschblüte das Paar Amadeu Riera und Teresa, während der Apfel für Teresa und Salvador steht. Barbaras Veilchen bilden ebenfalls eine Verbindung zwischen ihr und Salvador. Das rosa Fleisch beziehen wir auf Teresa, das rote auf den Anwalt Riera.

Das letzte Symbol für den Niedergang der Familie und das Ende des letzten Kapitels ist die Ratte. Dies ermöglicht einen objektiven Blick auf das Ende der Villa und das Verbrennen von Erinnerungen, wie Möbeln und anderen Gegenständen. Die Anwesenheit von Ratten markiert das Ende; eine Ratte wird tot im Stamm eines Baumes gefunden. Dies symbolisiert das Ende von allem: Familie, Villa, Erinnerungen usw.

Das Familiengeheimnis und die Tragödie

Das Geheimnis: Eladi hatte eine Beziehung mit einer Cupletista namens Pilar. Aus dieser Verbindung stammt die Tochter Maria. Nachdem er Sofia geheiratet hatte, bekamen sie zwei Kinder (eines starb). Der Überlebende, Ramon (Raymond), pflegt eine Beziehung zu Maria, die über bloße Freundschaft hinausgeht. Die Erzieherin Rosa rächt sich für Misshandlungen, indem sie Eladi die Wahrheit über Maria und Ramon offenbart. Sie sucht die Jungen am Strand, doch sie kehren vorzeitig nach Hause zurück. Sie beschließt, ihnen bei ihrer Rückkehr zu sagen, dass sie Geschwister sind.

Als die Kinder die Wahrheit erfahren, bricht ihre Welt zusammen: Ramon zerstört sein Spielzeug, um mit seiner Vergangenheit zu brechen. Unterdessen begeht Maria Selbstmord, indem sie sich vom Dach stürzt. Sofia versucht, die Episode um Maria und Eladi zu vergessen, flüchtet in die Bibliothek und liest Proust sowie ein Buch mit Valldauras Geständnissen. Jesus Masdeu stirbt auf mysteriöse Weise; Armanda spricht über seinen Tod und die Familiengeschichte. Das Aufdecken des Geheimnisses war der Auslöser der Familientragödie und leitete den Niedergang ein. Auf der anderen Seite zeigt sich die Stärke von Sofia in ihrem Wunsch, sich von der Erinnerung an Eladi und Maria zu lösen und ihr ruhiges Leben fortzusetzen.

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