Analyse von San Manuel Bueno, Mártir: Zeit, Raum und Stil

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Zeit und Reife

Um die Geschichte zu rahmen, ist das Adverb „jetzt“ sehr wichtig, da es sich auf die vergangene Zeit im Leben von Angela bezieht. Angela wird erwachsen, was durch den Ausdruck „...nach mehr als fünfzig Jahren...“ verdeutlicht wird. Im Laufe der Zeit findet eine wichtige Reifung statt, die auch ihre Beziehung zu Don Manuel verändert: Die mütterliche Rolle, die er einst einnahm, kehrt sich um, als er Angela Carballino seine Geheimnisse gesteht.

Der Raum

Der Roman spielt in Valverde de Lucerna. Es gibt zwei Landschaften: eine natürliche, das Dorf selbst, und eine geistige, das Dorf, das der Legende nach unter dem See versunken ist. Die Natur symbolisiert das reale Leben, während der versunkene Ort die Sehnsucht nach Unsterblichkeit und den Traum vom ewigen Leben von Don Manuel darstellt. Beide Landschaften gewinnen durch Don Manuel eine menschliche Dimension, wie das Zitat zeigt: „Jetzt war alles Don Manuel, Don Manuel mit dem See und den Bergen.“

Stil

Die Terminologie ist abstrakt und reich an Paradoxien. Das zentrale Paradoxon besteht darin, dass Don Manuel nicht an das ewige Leben glaubt, es aber dennoch lehrt. Zudem finden sich zahlreiche rhetorische Mittel:

  • Antithesen
  • Metaphern
  • Metonymien
  • Abschweifungen (Exkurse zur Behandlung von Randthemen)

Erzähltechnik

Der Autor verwendet die Technik des „gefundenen Manuskripts“. Diese dient zwei Zielen: der Glaubwürdigkeit und der Distanzierung des Autors von den Feststellungen. Unamuno spricht im Epilog sowohl direkt als auch indirekt durch Angela. Es herrscht eine Vorherrschaft von Erzählung und Dialog. Der Erzähler ist ein Zeuge, wobei Beschreibungen zugunsten der Mehrdeutigkeit und Authentizität der Erzählung reduziert werden.

Sprache

Die Sprache zeichnet sich durch eine trügerische Einfachheit aus; sie ist in Wahrheit komplex und gebetsartig. Es wird keine ländliche Mundart imitiert; stattdessen verwenden die Charaktere und der Erzähler dieselbe Sprache. Der Ton ist nostalgisch und das Glossar sensibel gewählt. Es werden Vergleiche, Metaphern und Archaismen eingesetzt, während seltene Wörter oder Sätze bewusst vermieden werden.

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