Analyse spanischer Literatur: El sí de las niñas und Misericordia

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Kritische Bewertung: El sí de las niñas von Leandro Fernández de Moratín

Das Werk wurde 1801 geschrieben und feierte seine Premiere im Jahr 1806 am Teatro de la Cruz in Madrid mit großem Erfolg. Don Diego, ein Herr in den Sechzigern, plant die Heirat mit der erst sechzehnjährigen Doña Paquita, deren Mutter diese Verbindung forciert. Doch das Mädchen verliebt sich in Don Carlos, einen jungen Soldaten, der sich als Neffe von Don Diego herausstellt. Schließlich gibt Don Diego sein Einverständnis für Paquita auf und unterstützt die Ehe der beiden Jugendlichen.

Bildung und Gesellschaftskritik

In El sí de las niñas übt Moratín Kritik an der damaligen Erziehung von Mädchen, der Rolle der Frau und dem Missbrauch elterlicher Gewalt. Die Komödie folgt den neoklassizistischen Regeln und verfolgt einen klaren didaktischen Zweck unter Beachtung der drei dramatischen Einheiten: ein einziger Ort, eine einheitliche Handlung und eine Zeitspanne von sieben Uhr abends bis fünf Uhr morgens. Die drei Akte des Stücks, die von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen reichen, bilden den symbolischen Rahmen der Handlung.

Charakterisierung und Stil

Das Meisterstück zeichnet sich durch die Charakterisierung der Figuren aus, einschließlich der Bediensteten. Von besonderer Bedeutung sind die egoistische, eigensinnige und gesprächige Doña Irene, die Mutter des Mädchens, sowie Don Diego, der in seinem Anspruch zwar lächerlich wirkt, aber dennoch würdevoll und großzügig handelt. Die Prosa von Moratín ist natürlich und einfach; die agilen Dialoge tragen dazu bei, dass Selbstgespräche selten und kurz bleiben. Die ernsten und sentimentalen Momente vermeiden Übertreibungen, und die Akteure verfallen nicht in Gemeinheit, was zur Nüchternheit und Mäßigung des Werkes beiträgt.

Kritische Beurteilung: Misericordia von Benito Pérez Galdós

Misericordia ist einer der bedeutendsten Romane von Benito Pérez Galdós und ein Meisterwerk des spanischen Realismus. Das Werk wurde 1897 veröffentlicht, als der Autor seine volle kreative Reife erreicht hatte.

Handlung und Schauplatz

In diesem Werk entführt uns Galdós in das Madrid des 19. Jahrhunderts, eine Stadt, die lebendige und detaillierte Umgebungen bietet. Der Erzähler führt uns durch Ironie durch die Stadt, insbesondere durch die ärmeren Viertel. Die Protagonistin Benina ist die Magd von Doña Paca, einer verschwenderischen Witwe, die nicht bereit ist, ihre ruinierte Lebenssituation zu akzeptieren. Die Dienerin bettelt und wendet alle Arten von Tricks an, um ihre Herrin ohne deren Wissen zu unterstützen. Dies geschieht so lange, bis ein Zufall den Status von Doña Paca und ihrer Familie offenbart, woraufhin sie Benina verlassen. Schließlich kümmert sich Almudena, ein blinder marokkanischer Bettler, um sie. Er liebt sie und zeigt nicht den geringsten Groll gegen seine undankbare Herrin.

Fazit

Das Werk besitzt den Vorzug eines jeden guten realistischen Romans: Es zeigt uns ein Stück Welt mit eigenem Leben. Zweifellos geht Galdós über einfache soziale Porträts hinaus und entwirft vor allem ein plausibles Modell der Heiligkeit in der bescheidenen Benina.

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