Analyse: Die Wahrheit über den Fall Savolta von Eduardo Mendoza
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Kommentar zum Buch von Eduardo Mendoza: "Die Wahrheit über den Fall Savolta"
Betreff
Eduardo Mendoza schildert in diesem Roman das soziale Umfeld Barcelonas zu Beginn des 20. Jahrhunderts – ein Netz aus Gewalt, Waffenhandel und Liebe. Das Ergebnis ist ein packender Thriller über das Unternehmen Savolta, das während des Ersten Weltkriegs in den Waffenhandel verwickelt war. Das Buch beleuchtet die sozialen Unruhen im damaligen Barcelona, das Streben nach globaler Macht und die Spannungen innerhalb der Gesellschaft.
Zusammenfassung
In diesem Roman erzählt Eduardo Mendoza die Geschichte aus der Perspektive von Javier Miranda. Es handelt sich um einen Kriminalroman, in dem mehrere Morde geschehen.
Der erste Teil führt in das soziale und politische Klima Barcelonas im frühen 20. Jahrhundert ein, das von Unruhen und gesellschaftlichen Spannungen geprägt war. Die Handlung beginnt mit der Ankunft von Javier Miranda, der durch Empfehlungsschreiben seines verstorbenen Vaters eine Anstellung bei dem Rechtsanwalt Cortabanyes findet. Dort lernt er Lepprince kennen, der später verdächtigt wird, den Geschäftspartner Cladedeu ermordet zu haben. Miranda wird vom Richter Davison befragt, da er durch seine Arbeit im Büro von Cortabanyes tiefen Einblick in die Machenschaften der Firma Savolta hatte. Miranda berichtet von den Ereignissen in der Bibliothek, bei denen er Schüsse hörte, während Lepprince anwesend war. Aufgrund von Hinweisen auf Lepprinces Kontakte zu zwielichtigen Akrobaten beginnt Miranda, auf eigene Faust zu ermitteln.
Nach dem Mord an Savolta, dem Gründer der Firma, übernimmt Kommissar Vázquez mit Unterstützung von Sergeant Totorno die Ermittlungen. Es besteht der Verdacht, dass Savolta aufgrund der hohen Gewinne aus dem Waffenhandel während des Krieges beseitigt wurde.
Ein weiterer Mord betrifft den Journalisten Pajarito de Soto, der von Lepprince beauftragt wurde, aber später dessen Waffenschmuggel aufdeckte. Der Mörder war Victor Pratz, der auf Anweisung von Lepprince handelte. Nemesio, ein junger Mann, der für Parells arbeitete, wurde Zeuge von Pajaritos Tod und fand einen Brief, der Lepprince belastete.
Die Geschichte verstrickt sich weiter durch Maria Coral, die Geliebte von Lepprince, die eine komplizierte Beziehung zu Miranda eingeht. Währenddessen wird Parells durch eine von Lepprince platzierte Bombe getötet. Maria Coral flieht mit Max, dem Leibwächter von Lepprince, doch nach einem Autounfall, bei dem Max stirbt, kehrt sie zu Miranda zurück.
Nach dem Tod von Lepprince erfährt Miranda durch Kommissar Vázquez die ganze Wahrheit und erhält den Brief von Pajarito de Soto. Mit der Unterstützung von Cortabanyes gelingt es Miranda, Versicherungsleistungen für Savoltas Witwe zu sichern. Das Buch endet mit der Flucht von Miranda und Maria Coral nach New York.
Charaktere
- Javier Miranda: Der Protagonist. Ein einfacher Mensch, der in die Erpressungsversuche von Lepprince hineingezogen wird.
- Paul-André Lepprince: Eine komplexe Figur, die skrupellos nach Macht und Geld strebt und vor Mord nicht zurückschreckt.
- Maria Coral: Eine Zigeunerin und Geliebte von Lepprince, die eine ambivalente Beziehung zu Miranda führt.
- Cortabanyes: Ein einflussreicher Anwalt in Barcelona und mutmaßlicher Vater von Lepprince.
- Pajarito de Soto: Ein anarchistischer Journalist, dessen Ermordung den Kern der Handlung bildet.
- Inspector Vázquez: Ein hartnäckiger Ermittler, der die Wahrheit über Lepprince ans Licht bringt.
- Nemesio Gomez: Ein exzentrischer Charakter, dessen Aussagen entscheidende Beweise liefern.
Struktur
Das Buch ist in zwei Teile gegliedert:
- Teil 1: Besteht aus fünf Kapiteln, die durch eine komplexe Erzählweise und die Einführung der zentralen Muster gekennzeichnet sind.
- Teil 2: Umfasst zehn Kapitel, in denen sich die Handlung entfaltet, wobei der Autor bewusst mit zeitlichen Sprüngen arbeitet.
Kritische Würdigung
Eduardo Mendoza nutzt eine unkonventionelle, teils ungeordnete Erzählweise. Die zeitlichen Sprünge erfordern Aufmerksamkeit, machen das Werk jedoch besonders unterhaltsam. Das Buch bietet nicht nur eine spannende Kriminalgeschichte, sondern ist auch ein wertvolles historisches Zeugnis für das soziale Klima im Barcelona des frühen 20. Jahrhunderts.