Analyse: Der zerbrochene Spiegel von Mercè Rodoreda

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Charaktere in „Der zerbrochene Spiegel“

Die Familie Valldaura und ihr Umfeld

  • Amadeu Riera: Er ist der Anwalt und Geliebte von Teresa.
  • Armanda: Sie ist die Köchin und hat eine Beziehung zu Eladi Valldaura, der ihr Ohrringe schenkte.
  • Barbara: Eine Geigerin, die Salvador Valldaura in Wien kennenlernt.
  • Eladi Farriols: Er heiratet Sofia aus wirtschaftlichen Interessen. Er hat eine Tochter aus einer anderen Beziehung mit Pilar Segura.
  • Eulàlia: Ehefrau von Rafael Berguedà und Freundin von Teresa. Nach dem Tod ihres Mannes nähert sie sich ihrem Schwager Quim an.
  • Jakobus (Jaume): Sohn von Sofia und Eladi. Dieses Kind ertrank im Teich im Garten des Turms.
  • Jesus Masdeu: Sohn von Miquel Masdeu und Teresa.
  • Joaquim Berguedà: Ein Freund, der bei der Ermordung von Salvador Valldauras Wiener Geigerin anwesend war. Nach dem Tod von Rafael trifft er Eulàlia in Paris, und sie kommen schließlich zusammen.
  • Maria: Tochter von Eladi und Pilar, die als Adoptivkind aufgenommen wird. Als sie erfährt, dass sie die Schwester ihres Geliebten Ramon ist, begeht sie Selbstmord, indem sie sich vom Dach in den Lorbeerbaum stürzt.
  • Marina Riera: Die Schwester des Anwalts; sie hat eine Tochter, der sie denselben Namen gab.
  • Miquel Masdeu: Teresas Jugendliebe. Sie haben einen gemeinsamen Sohn, Jesus Masdeu.
  • Nicolau Rovira: Der erste Ehemann von Teresa.
  • Pilar Segura: Eine Cupletista vom Parallel. Eladi verliebt sich in sie und sie haben eine Tochter, Maria. Sie stirbt im Krankenhaus, nachdem sie die „Königin des Parallel“ war.
  • Rafael Berguedà: Ehemann von Eulàlia und Bruder von Quim. Er wird von seinen Fabrikarbeitern ermordet.
  • Ramon: Der älteste Sohn von Sofia. Er erfährt, dass sein Vater auch der Vater von Maria ist und dass diese Selbstmord begangen hat. Er leidet an einer seltsamen Krankheit, die ihn bei Wasser schwindlig werden lässt.
  • Rosa: Die Erzieherin. Sie enthüllt Eladis Unwahrheiten gegenüber den Kindern aus Rache für die Demütigungen, denen Maria und Ramon ausgesetzt waren.
  • Salvador Valldaura: Er erinnert sich zeitlebens an die Wiener Geigerin. Er ist der Vater von Sofia.
  • Sofia: Tochter von Teresa und Salvador. Sie sollte das gesamte Familienglück erben, doch am Ende kam es nicht so. Sie heiratet Eladi und entdeckt, dass dieser eine uneheliche Tochter (Maria) hat. Bei Kriegsbeginn geht sie nach Paris und heiratet später einen Witwer aus der Industrie.
  • Teresa Goday: Sie hat eine Affäre mit einem Lampenhändler, aus der ein Kind hervorgeht. Später heiratet sie Nicolau, ohne zu wissen, dass dies ein sozialer Aufstieg ist, und später Salvador.

Symbolik und Metaphern im Roman

Der Garten und der Turm

Der Garten des Turms repräsentiert die Jugend und Kindheit. In diesem Garten steht ein Lorbeerbaum, der zum Symbol des Todes wird, da Maria – die Vertreterin der Kindheit par excellence – dort Selbstmord begeht. Auch der kleine Teich symbolisiert den Tod, da Jakobus darin ertrank. Das Wasser ist ein durchgehendes Todessymbol, was sich auch in Ramons seltsamer Krankheit widerspiegelt.

Gegenstände und Verfall

Das japanische Kabinett, ein Schrank, den Nicolau immer wieder betrachtet, beherbergt Motten und alte Möbel. Es steht für die Zeit, die alles verdirbt. In dieser Linie steht auch der Spiegel: Er macht das Leben zum Zeugen, spiegelt den Niedergang der Familie wider und fungiert als Metapher. Die Charaktere geben ihre persönlichen, fragmentierten Visionen der Vergangenheit preis – wie ein zersplitterter Spiegel. Er symbolisiert zudem den Zerfall der Familie während des Bürgerkriegs und des Exils.

Blumen und persönliche Schicksale

Weitere Todessymbole sind die Perle der Turteltaube, die sich löst, und die Krawatte, die Teresa von Salvador nimmt. Blumen haben ebenfalls eine starke Symbolik:

  • Veilchen: Begleiten Barbara und symbolisieren den Tod dieser romantischen, zum Scheitern verurteilten Figur.
  • Kirschblüten: Repräsentieren das Paar Teresa und Amadeu Riera.
  • Apfelblüten: Stehen für Teresa und Salvador.
  • Rosa und fleischfarbene Blumen: Verweisen auf die Verbindung zwischen Barbara und Salvador.
  • Rote Blumen: Symbolisieren den Notar Riera.

Das Ende: Die Ratte

Das finale Symbol für den Niedergang der Familie ist die Ratte im letzten Kapitel. Sie ermöglicht einen objektiven Blick auf das Ende des Turms und das Verbrennen der Erinnerungen. Die Anwesenheit der Ratten und der Tod im Baumstamm symbolisieren das Ende von allem: der Familie, des Turms, der Geheimnisse und der Tragödie.

Der Auslöser der Familientragödie

Die Enthüllung des Geheimnisses, dass Maria und Ramon Geschwister sind, ist der Auslöser für den Untergang. Die Erzieherin Rosa rächt sich an Eladi, indem sie die Wahrheit offenbart. Als die Kinder die Wahrheit erfahren, bricht ihre Welt zusammen: Ramon zerstört sein Spielzeug, um mit der Vergangenheit zu brechen, während Maria sich das Leben nimmt. Sofia versucht später, die Episode um Maria zu vergessen, während Eladi sich in die Bibliothek flüchtet und Proust sowie Valldauras Aufzeichnungen liest. Diese Entdeckungen über Jesus Masdeu und die Familiengeschichte führen letztlich zum unwiderruflichen Verfall und zum Verlust des friedlichen Lebens.

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