Analyse und Zusammenfassung von Federico García Lorcas Yerma
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Analyse von Federico García Lorcas Drama "Yerma"
Erster Akt: Die Sehnsucht nach einem Kind
Erstes Bild: Der Konflikt beginnt
Zusammenfassung: Yerma ist eine junge Frau, die verstört ist, weil sie nicht begreifen kann, warum sie nicht schwanger wird. Zu ihrer Verzweiflung zeigt ihr Mann Juan kein Interesse an einem Kind, was dazu führt, dass Yerma sich sorgt und zu viel grübelt.
Thema: Yermas Verzweiflung über ihre Kinderlosigkeit.
Struktur: In diesem Abschnitt können wir vier Teile unterscheiden:
- Teil 1: Der Dialog zwischen Yerma und ihrem Ehemann Juan über den Wunsch, ein Kind zu haben.
- Teil 2: Ein von Yerma während des Nähens gesungenes Lied, das die hoffnungsvolle Mutterschaft widerspiegelt.
- Teil 3: Maria kommt und kündigt an, dass sie schwanger ist.
- Teil 4: Victor erscheint und ermutigt Yerma zu einem Gespräch mit ihrem Mann, um eine Tochter zu bekommen.
Zweites Bild: Wachsende Leidenschaft
Zusammenfassung: Yerma bringt ihrem Gatten Essen. Auf der Straße trifft sie eine alte Frau; nach einem Gespräch möchte sie Victor sehen. Später hat sie eine Halluzination, die ihre wachsende Leidenschaft für Kinder verdeutlicht.
Thema: Yerma und ihre große Leidenschaft, Kinder zu haben.
Struktur: Dieses Bild ist in vier Teile gegliedert:
- Teil 1: Gespräch zwischen Yerma und der alten Frau, das die Besorgnis und Unsicherheit Yermas zeigt.
- Teil 2: Da die alte Frau nicht alle Zweifel lösen kann, trifft Yerma zwei Mädchen. Hier zeigt sich Yermas Besessenheit mit Kindern und deren Betreuung.
- Teil 3: Yerma trifft Victor und hat eine Halluzination, die unterstreicht, dass ihre Besessenheit wächst und nicht nur in Träumen existiert.
- Teil 4: Als Juan erscheint, schickt er sie nach Hause und sagt ihr, sie solle ihn nicht erwarten.
Zweiter Akt: Soziale Kontrolle und Gerüchte
Erstes Bild: Die Wäscherinnen
Zusammenfassung: Die Wäscherinnen des Dorfes unterhalten sich über Yerma. Sie äußern Zweifel an ihrer Loyalität und thematisieren den Verfall ihrer Ehe mit Juan. Durch die Wäscherinnen wird der soziale Status der Protagonistin verdeutlicht.
Thema: Die Bedeutung der gesellschaftlichen Wahrnehmung.
Struktur: Es kann in zwei Teile aufgeteilt werden:
- Teil 1: Die Wäscherinnen sprechen über Yerma.
- Teil 2: Sie singen mit Ironie.
Zweites Bild: Überwachung und Misstrauen
Zusammenfassung: Wegen der Gerüchte über einen Mangel an Keuschheit bringt Juan seine beiden Schwestern ins Haus, um Yerma zu bewachen. Das mangelnde Vertrauen führt im Laufe der Zeit zu Streit zwischen Juan und Yerma. Sie beschließt, eine Heilerin aufzusuchen. Zudem verlässt Victor die Stadt.
Thema: Yerma wird von Verwandten kontrolliert.
Struktur: Es lässt sich in fünf Teile aufteilen:
- Teil 1: Streit mit Juan.
- Teil 2: Dialog zwischen Maria und Yerma.
- Teil 3: Das zweite Mädchen erscheint und sagt ihr, dass die Heilerin auf sie wartet.
- Teil 4: Victor kommt und kündigt seinen Abschied aus der Stadt an.
- Teil 5: Das Mädchen nimmt Yerma mit, während die Schwestern nach ihr rufen.
Dritter Akt: Die tragische Eskalation
Erstes Bild: Die Suche nach Heilung
Zusammenfassung: Yerma befindet sich im Haus der Heilerin. In ihrer Verzweiflung spricht sie sich aus und nimmt an Ritualen teil. Dann erscheint Juan mit seinen Schwestern, und es kommt vor aller Augen zu einem heftigen Streit.
Thema: Die lebhafte Diskussion zwischen Yerma und Juan.
Struktur: Es kann in zwei Teile aufgeteilt werden:
- Teil 1: Yerma ist bei der Heilerin, lässt ihren Gefühlen freien Lauf und vollzieht Rituale.
- Teil 2: Juan erscheint, setzt sie unter Druck und will mit ihr nach Hause gehen.
Zweites Bild: Das bittere Ende
Zusammenfassung: Yerma nimmt an einem Ritual in einer Wallfahrtskirche teil, um ihre Mutterschaft einzufordern – trotz Juans Widerstand. Dort entdeckt sie, dass Juan gar keine Kinder haben will. In ihrer Verzweiflung und Wut, die zum Wahnsinn führt, erwürgt Yerma ihren Ehemann.
Thema: Der Zorn der Yerma.
Struktur: Dieses Bild kann in vier Teile geteilt werden:
- Teil 1: Die Wallfahrt, Lieder und Rituale.
- Teil 2: Der Dialog mit der alten Frau.
- Teil 3: Diskussion mit Juan.
- Teil 4: Das Ergebnis und die Erstickung Juans.
Leitgedanke: Wie eine Frau den falschen Mann heiratet und deshalb ihr Leben lang leiden muss.
Formale Analyse und Symbole
a) Symbole:
- Erster Akt:
- Erstes Bild: Regenwasser (Fruchtbarkeit); Fels (Gleichgültigkeit, Widerstand und Steuerumgehung, vertreten durch Juan); Senfhecke (Kindheit und die daraus resultierende Freude); Luft (Freude im Leben).
- Zweites Bild: Quelle (Fruchtbarkeit); Schlamm/Sumpf (die Freude des Feldes wird durch Juans Unfruchtbarkeit getrübt); fließendes Wasser (Hoffnung auf Fruchtbarkeit).
- Zweiter Akt:
- Erstes Bild: Brisen, Regen, Brunnen, Sträucher, Strom (Fruchtbarkeit); Trockenheit und Sand (Sterilität).
- Zweites Bild: Wasser, Blut, Blumen und frisches Wasser (Fruchtbarkeit); Stein (Sterilität); Milch (Mutterschaft); Blumen (Glück in der Mutterschaft); Schnecken und Hörner (Hinweis auf eine mögliche Untreue mit Victor).
- Dritter Akt:
- Erstes Bild: Mauer (Hindernis für die Fruchtbarkeit).
- Zweites Bild: Schatten (Unfruchtbarkeit); Rose (Freude über die Mutterschaft); "Wasser kann nicht zurückfließen, noch der Mond am Mittag stehen" (Es ist unmöglich, dass Yerma ihren Mann verlässt).
b) Genre: Yerma ist ein populäres und tragisches Theaterstück, das in drei Akte und sechs Bilder unterteilt ist.
Persönliche Bewertung
Insgesamt hat mir das Werk gefallen. Ich finde, es ähnelt stark anderen Werken von Lorca, wie Bluthochzeit oder Bernarda Albas Haus. Es zeigt Charaktere, die mit ihrem Leben unglücklich sind und deren Konflikte schließlich in Gewalt ausbrechen. Das Stück spielt in Andalusien zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Lorca gelingt eine fantastische Beschreibung der Orte und der Zeit.