Anatomie und Funktion des Kniegelenks: Ein Leitfaden

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Das Kniegelenk: Aufbau und Funktion

Das Kniegelenk verbindet den Oberschenkelknochen (Femur) mit dem Schienbein (Tibia) und dem Wadenbein (Fibula), wobei die Kniescheibe (Patella) von vorne schützt. Es ist ein komplexes Gelenk, das Stabilität für den Stand und Mobilität für die Fortbewegung bietet.

Bewegungen im Kniegelenk

Die Hauptbewegungen finden in der Sagittalebene statt:

  • Flexion (Beugung): Die Amplitude hängt von der Hüftstellung ab. Aktiv sind bis zu 140° möglich, passiv bis zu 160°.
  • Extension (Streckung): Die Rückkehr aus der Beugung. Eine absolute Streckung gibt es nicht; eine passive Überstreckung (Hyperextension) von 5° bis 10° wird als Genu recurvatum bezeichnet.
  • Rotation: Findet nur bei gebeugtem Knie statt (ca. 30° bis 45°).

Knöcherne Strukturen

1. Femur (Oberschenkelknochen)

Der Femur besitzt zwei Kondylen, die durch die Trochlea femoralis getrennt sind. Diese artikulieren mit den konkaven Gelenkflächen der Tibia.

2. Tibia (Schienbein)

Die Tibia bildet die Hauptstütze und artikuliert mit dem Femur über die Tibiaplateaus.

3. Fibula (Wadenbein)

Die Fibula ist seitlich am Kniegelenk verankert und dient als Ansatzpunkt für Bänder und Muskeln, wie den Bizeps femoris.

4. Patella (Kniescheibe)

Die Patella fungiert als Umlenkrolle für den Quadrizeps und vergrößert den Hebelarm der Streckmuskulatur.

Gelenkkapsel und Menisken

Die Gelenkkapsel umschließt das Gelenk und ist mit Synovialflüssigkeit gefüllt. Die Menisken (innen und außen) dienen der Vergrößerung der Kontaktfläche zwischen Femur und Tibia, der Stoßdämpfung und der Kraftübertragung.

Bänder des Kniegelenks

Seitenbänder (Kollateralbänder)

Sie verhindern seitliche Instabilitäten:

  • Innenband (Lig. collaterale mediale): Stabilisiert die Innenseite und ist mit dem Innenmeniskus verwachsen.
  • Außenband (Lig. collaterale laterale): Stabilisiert die Außenseite.

Kreuzbänder

Sie sichern die Stabilität in der Vor-Rück-Ebene:

  • Vorderes Kreuzband (ACL): Verhindert das Gleiten der Tibia nach vorne.
  • Hinteres Kreuzband (PCL): Verhindert das Gleiten der Tibia nach hinten.

Gelenkverbindungen

  • Femoropatellargelenk: Verbindung zwischen Femur und Patella.
  • Femorotibialgelenk: Hauptgelenk für Beugung und Streckung.
  • Peroneotibialgelenk: Verbindung zwischen Tibia und Fibula.

Muskuläre Unterstützung

Die Stabilität wird maßgeblich durch Muskeln unterstützt, insbesondere durch den Quadrizeps (Strecker) sowie die Flexoren (u. a. Beinbeuger, Popliteus, Sartorius).

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