Anatomie des Menschen: Nervensystem, Sinnesorgane und Hormone
Eingeordnet in Biologie
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 6,39 KB
Das Auge und der Sehvorgang
Anhangsorgane (Adnexe): Tränendrüsen, die für eine leicht salzige, wässrige Flüssigkeit verantwortlich sind, welche den Augapfel feucht hält. Sie enthalten Lysozym, ein Enzym, das für die Zerstörung bestimmter bakterieller Substanzen verantwortlich ist.
Augenlider: Sie verhindern das Eindringen von Fremdkörpern wie Staub, Schweiß usw. in das Auge. Zudem sind sie durch das Blinzeln für die Verteilung der Tränen über den gesamten Augapfel verantwortlich.
Augenmuskeln: Sie setzen am Augapfel an und sind für die Bewegung der Augäpfel verantwortlich – von oben nach unten, von links nach rechts sowie für deren Drehung.
Lederhaut (Sklera): Diese äußere Schicht schützt den restlichen Augapfel. Im vorderen Bereich wird sie durch die durchsichtige Hornhaut (Cornea) gebildet.
Aderhaut: Sie ist dunkel pigmentiert (schwarz). Vor ihr liegt die Iris (Regenbogenhaut), welche die Augenfarbe bestimmt. Diese Membran weist eine zentrale Öffnung auf, die Pupille genannt wird. Die Lichtmenge, die durch die Pupille dringt, wird durch die Iris reguliert. Bei zu viel Licht verengt sie sich, bei wenig Licht dehnt sie sich aus.
Hinter der Iris befindet sich die Augenlinse, eine bikonvexe Linse, die für die Scharfstellung (Fokus) sorgt.
Netzhaut (Retina): Die innerste Schicht, in der sich die Fotorezeptoren befinden. Die Axone dieser Nervenzellen bilden den Sehnerv, der zum Gehirn führt.
- Stäbchen (Canes): Sie sind für das Sehen bei schwacher Lichtintensität (Dämmerungssehen) zuständig.
- Zapfen (Cones): Sie sind für das Sehen bei hoher Lichtintensität verantwortlich und ermöglichen das Erkennen verschiedener Farben. Es gibt verschiedene Arten von Zapfen, die jeweils empfindlich auf die Grundfarben reagieren.
Der Sehvorgang (Mechanismus des Sehens)
Das Licht tritt durch die Hornhaut und die Pupille ein, passiert die Linse (wo es gebrochen wird) und entwirft auf der Netzhaut ein Bild, das dem realen entspricht, aber auf dem Kopf steht (umgekehrt ist). Hier wird das Bild in Nervensignale umgewandelt, die über den Sehnerv zum Gehirn gelangen, wo das eigentliche Bild entsteht, das wir wahrnehmen.
Das Nervensystem
Gehirn (Cerebrum): Dies ist der voluminöseste Teil, der in zwei Hemisphären unterteilt ist. Beide Hemisphären sind durch den Balken (Corpus Callosum) miteinander verbunden. Der äußerste Teil wird als Hirnrinde (Kortex) bezeichnet. Hier werden Empfindungen bewusst wahrgenommen, motorische Reaktionen gesteuert und hier liegen auch das Gedächtnis und das Bewusstsein. Der Kortex weist zahlreiche Falten auf, die als Windungen (Gyri) bezeichnet werden.
Man unterscheidet die Hirnrinde nach ihrer Funktion:
- Sensorischer Kortex: Hör-, Riech- und Sehrinde.
- Motorischer Kortex: Steuerung der Bewegungen.
- Assoziationsfelder: Zuständig für Gedächtnis und komplexe Verknüpfungen.
Das Rückenmark: Es befindet sich im Wirbelkanal der Wirbelsäule. Hier werden Reflexe koordiniert (wo schnelle Entscheidungen getroffen werden), und das Gehirn kommuniziert über sensorische und motorische Nerven mit den peripheren Rezeptoren. Die Nervenbahnen kreuzen sich auf dem Weg zum oder vom Rückenmark, sodass die rechte Gehirnhälfte die linke Körperhälfte steuert und umgekehrt.
Das periphere Nervensystem
Es besteht aus 31 Paaren von Spinalnerven (Rückenmarksnerven), die das Rückenmark verlassen, und 12 Paaren von Hirnnerven, die direkt aus dem Gehirn austreten. Es wird unterteilt in:
- Somatisches Nervensystem: Verantwortlich für bewusste Bewegungen und die willkürliche Muskulatur.
- Autonomes (vegetatives) Nervensystem: Es besteht aus zwei Arten von Nerven: dem Sympathikus (Zustand der Alarmbereitschaft/Aktivierung) und dem Parasympathikus (Zustand der Erholung/Ruhe). Die Wirkungen dieser Nerven auf die Organe sind antagonistisch (gegensätzlich). Beispielsweise verlangsamt der Parasympathikus die Herzfrequenz, während der Sympathikus sie beschleunigt. Das Zusammenspiel beider Systeme bestimmt die spezifische Aktivität der Organe (Herzfrequenz, Atmung, Pupillenbewegung, Glukoseausschüttung usw.).
Unwillkürliche Handlungen (Reflexe)
Dies sind unwillkürliche Reaktionen des Körpers auf einen Reiz. Sie sind für Reflexe verantwortlich, wie den Kniesehnenreflex oder das Schließen der Augen, wenn sich ein Objekt nähert. Sie wirken sehr schnell, automatisch und unwillkürlich und werden durch das Rückenmark gesteuert. Zu den Elementen eines Reflexbogens gehören:
- Rezeptor: Empfänger des Reizes.
- Sensorisches Neuron: Leitet Informationen zum Rückenmark.
- Interneuron (Assoziationsneuron): Verbindet die Nervenzellen im Rückenmark.
- Motorisches Neuron: Leitet die Informationen zum Erfolgsorgan.
- Effektor: Das Erfolgsorgan (z. B. Muskelbewegung).
Willkürliche Handlungen
Damit eine Empfindung bewusst wird, muss sie das Gehirn erreichen. Willkürliche Handlungen erfordern das Zusammenwirken verschiedener Gehirnstrukturen, wie des sensorischen Kortex, der Assoziationsfelder und des motorischen Kortex.
Das endokrine System
Dieses besteht aus einer Reihe von Organen, den sogenannten endokrinen Drüsen, die Hormone direkt ins Blut abgeben. Hormone sind chemische Botenstoffe mit folgenden Eigenschaften: Sie haben eine vielfältige chemische Natur, werden von endokrinen Drüsen synthetisiert und freigesetzt, gelangen in den Blutkreislauf und wirken gezielt auf bestimmte Zielzellen.
Wichtige Drüsen und ihre Hormone
- Hypophyse (Hirnanhangdrüse): Steuert die Aktivität anderer Drüsen und produziert unter anderem das Wachstumshormon.
- Schilddrüse: Produziert Thyroxin, welches den Stoffwechsel des Körpers reguliert.
- Bauchspeicheldrüse (Pankreas): Produziert Insulin und Glukagon.
- Keimdrüsen (Hoden und Eierstöcke): Produzieren Östrogene (bei Frauen) und Testosteron (bei Männern).