Ancien Régime und Aufklärung: Geschichte & Wandel
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Politik im Ancien Régime (AR)
Im 18. Jahrhundert lebte man in vielen Ländern Europas unter einem System, das als Ancien Régime (AR) bekannt war: geprägt durch die Ständegesellschaft und die absolute Monarchie. Der Monarch besaß die uneingeschränkte Macht. Um zu regieren, benötigte er jedoch die Unterstützung der Cortes (Ständeversammlungen). Das 18. Jahrhundert war eine Epoche, in der die Diplomatie über die politische Blindheit siegte, was wirtschaftliche und politische Reformen ermöglichte und unterstützte.
Die Epoche der Aufklärung
Die Aufklärung war eine geistige und philosophische Bewegung, die alle Grundsätze des Ancien Régime infrage stellte. Sie definierte die Vernunft als das einzige Mittel, um die Welt zu verstehen. Alles musste der Vernunft unterworfen werden. Erkenntnis wird durch die Vernunft erlangt, und nur durch dieses Wissen kann der Mensch Glück erreichen. Die Bewegung verteidigte die Toleranz gegenüber religiösem Radikalismus und lehnte die Vormachtstellung des Christentums gegenüber anderen Religionen ab.
Wegbereiter und Denker der Aufklärung
Zu den ersten großen Denkern gehörten:
- John Locke: Der englische Denker kritisierte den Absolutismus und forderte die Aufteilung der Zuständigkeiten (Gewaltenteilung).
- Isaac Newton: Er betonte die Notwendigkeit, Tatsachen vor ihrer Anerkennung wissenschaftlich zu beobachten und zu überprüfen.
In der Politik richtete sich die Bewegung stets gegen die absolute Monarchie:
- Montesquieu verteidigte die Gewaltenteilung.
- Rousseau argumentierte, dass die Souveränität auf der Zustimmung der Bürger beruht, die sich durch Wahlen und Abstimmungen manifestiert.
- Voltaire verteidigte die Notwendigkeit eines Parlaments und eines gerechten Steuersystems.
In der Wirtschaft plädierten die Aufklärer für das Privateigentum sowie die Handels- und Gewerbefreiheit. Zudem behaupteten sie, dass die Landwirtschaft das wichtigste wirtschaftliche Gut sei.
Die Krise des Ancien Régime
Das Ziel der Veränderungen war es, die absolute Macht der Monarchen zu begrenzen. Diese Reformen führten zu politischen und wirtschaftlichen Veränderungen, selbst in jenen Ländern, die weiterhin von absoluten Monarchen regiert wurden.
Der aufgeklärte Absolutismus
Im 18. Jahrhundert übten die meisten europäischen Könige zwar weiterhin die absolute Macht aus, doch einige von ihnen stimmten mit den Ideen der Aufklärung überein. Sie versuchten, inspiriert von den Konzepten des Fortschritts, die Verwaltung und die Wirtschaft zu modernisieren und zu straffen. In der Praxis behielten sie jedoch die absolute Macht und verteidigten weiterhin die traditionelle Ständegesellschaft.