Die Anfänge der Moderne: Wandel, Macht und Reformation
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Die Anfänge der Moderne
Ab dem 15. Jahrhundert erlebte Europa eine Reihe von Transformationen, die den Übergang in das neue Zeitalter der Neuzeit einleiteten.
Geburt der autoritären Monarchien
Die feudale Monarchie wandelte sich zu autoritären Monarchien in Westeuropa. Im 16. Jahrhundert argumentierte Machiavelli in seinem Werk Der Fürst, dass Monarchen zur Stärkung des Staates auch amoralische Maßnahmen ergreifen könnten.
Die Instrumente der königlichen Macht
- Territoriale Einigung: Zusammenführung alter Königreiche und Herrschaftsgebiete durch Kriege.
- Zentrale Autorität: Unterordnung aller Kräfte unter den König.
- Verwaltung: Etablierung fester königlicher Höfe in den Städten, die zu Landeshauptstädten wurden.
- Stehendes Heer: Ersatz der mittelalterlichen Adeltruppen durch professionelle Armeen.
- Diplomatie: Aufbau internationaler Beziehungen durch Botschafter, die die Interessen der Monarchie vertraten.
Der wirtschaftliche Wandel
Landwirtschaft
Die Bevölkerungsentwicklung führte zu einer wachsenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Rohstoffen, was die Erschließung neuer Anbauflächen erforderte.
Handwerk
Das Handwerk blieb in Zünften organisiert. Aufgrund des Bevölkerungswachstums und neuer Märkte wurden neue Produktionsmethoden eingeführt, insbesondere das Verlagssystem (Heimarbeit), bei dem Händler den Bauern Rohstoffe und Werkzeuge zur Verfügung stellten.
Handel
Der Handel gewann durch steigende Nachfrage und neue Handelsrouten massiv an Bedeutung:
- Binnenhandel: Eingeschränkt durch mangelhafte Kommunikationswege und Transportmittel.
- Außenhandel: Der Dreieckshandel zwischen Europa, Afrika und Amerika veränderte die Handelsstrukturen (Sklavenhandel, Rohstoffimport).
- Mittelmeerhandel: Verlor durch die türkische Bedrohung und die Verlagerung auf den Atlantik an Bedeutung.
- Atlantikhandel: Konzentrierte sich auf die Nordsee sowie die Handelsrouten von Lissabon und Sevilla nach Amerika.
Der soziale Wandel
- Adel und Geistlichkeit: Verloren an politischer Macht gegenüber dem König, blieben jedoch einflussreiche wirtschaftliche Gruppen.
- Bürgertum: Stieg durch Handels- und Bankgeschäfte sozial auf.
- Bauern: Arbeiteten entweder auf eigenem Land oder als Angestellte der Grundherren.
Die lutherische Reformation
Martin Luther löste mit seinen 95 Thesen in Wittenberg die Reformation aus. Nach seiner Exkommunikation durch den Papst spaltete sich das Christentum in Katholiken, Orthodoxe und Protestanten. Zentrale Merkmale waren:
- Das Heil wird allein durch den Glauben erlangt.
- Ablehnung von Ablassbriefen.
- Freie Interpretation der Bibel (Übersetzung ins Deutsche).
- Abschaffung der religiösen Hierarchie, des Zölibats sowie des Kults um die Jungfrau Maria und Heilige.
- Anerkennung von nur zwei Sakramenten: Taufe und Eucharistie.
Die Gegenreformation
Die katholische Kirche reagierte auf die Krise und die Ausbreitung des Protestantismus mit dem Konzil von Trient:
- Dogmenfestlegung: Bestätigung der Unfehlbarkeit des Papstes und der kirchlichen Hierarchie.
- Reformen: Bischöfe wurden verpflichtet, in ihren Diözesen zu residieren; Priester mussten in Seminaren ausgebildet werden.
- Jesuiten: Gründung der Gesellschaft Jesu zur Verbreitung des katholischen Glaubens und zur Bekämpfung protestantischer Ideen.