Animationstechniken: Von Stop-Motion bis 3D-Animation

Eingeordnet in Informatik

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 6,78 KB

Animationstechniken und ihre Differenzierung

Animationstechniken: Wir können Animationen danach differenzieren, ob sie mit einer Kamera, ohne Computer oder direkt erstellt wurden. Zudem müssen wir zwischen dreidimensionalen und zweidimensionalen Charakteren unterscheiden.

Traditionelle Zeichentrickanimation (Cartoon)

Die traditionelle Zeichentrickanimation besteht aus Sequenzen von Zeichnungen, die klassisch mit einer Kamera auf einer Unterlage aufgenommen und zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.

Anwendungen der traditionellen Animation

Die traditionelle Animation wird nach wie vor für die Aufbereitung von Kurz- und Spielfilmen verwendet und bildet in vielen Fällen die Grundlage für die spätere Arbeit mit anderen Entertainment-Formaten.

Realisierung und grafischer Prozess

Zunächst muss ein Skript erstellt werden. Darauf folgt das Charakterdesign, bei dem die Ästhetik festgelegt und alle Elemente der Figur definiert werden. Auch die Gestik und Mimik werden hierbei berücksichtigt. Dieser gesamte Prozess wird grafisch umgesetzt, wobei der Charakter ausgearbeitet wird. Danach werden die Hintergründe definiert – also die Räume, in denen sich die Figuren bewegen. Schließlich gibt es ein Storyboard, das die Planung des Skripts detailliert darstellt.

In der Phase der Erzeugung müssen traditionell alle Abläufe und Strukturen ausgeführt werden, um die Bewegung der Charaktere zu erreichen. Diese Zeichnungen wurden früher auf Papier angefertigt. Momentan arbeitet man meist mit Hilfe des Computers: Gescannte Zeichnungen werden digital koloriert, miteinander verbunden und mit den finalen Plänen überlagert. Im Anschluss wird das Material mit speziellen Programmen bearbeitet, die Geschichte zusammengebaut und schließlich der Soundtrack hinzugefügt.

Stop-Motion: Animation realer Materialien

Stop-Motion: Diese Animation entsteht durch das Animieren von artikulierten Körpern oder realem Material. Die Animation wird mit einer Kamera aufgenommen und anschließend editiert. Die bekannteste Form ist die Plastilin-Animation (Knetanimation). Es gibt zudem die Animation von Objekten, Scherenschnitte, Sand und mehr.

  • Ton-Animation, Marionetten und Puppen: Basierend auf dem Skript werden die Charaktere nach einer Bewegungsstudie konstruiert. Zudem werden die Sets gebaut, in denen die Figuren agieren. Bei der Aufnahme wird dem Skript gefolgt, wobei Beleuchtung, Position und Kamerabewegungen berücksichtigt werden.
  • Objekt-Animation: Hierbei werden reale Objekte animiert. Die Position wird schrittweise geändert und aufeinanderfolgende Bilder werden aufgenommen, um die gesamte Bewegungsphase zu erhalten. Dies kann im Arbeitsplan oder direkt vor Ort vorbereitet werden.
  • Pixilation (Pixel-up): Bei dieser Animation werden Tricks wie Erscheinen, Verschwinden und andere Veränderungen genutzt. In der Regel erfolgt dies in Verbindung mit Objekten.
  • Paper-Cut-Animation (Legatrick): Hierbei werden auf einer Ebene farbiges Papier, Fragmente oder Zeichnungen für den schrittweisen Übergang aufgezeichnet, während die Kamera Einzelbilder (Frames) aufnimmt.
  • Sand-Animation: Das verwendete Material ist Sand, mit dem Formen gebildet und verändert werden können, während die Aufnahme erfolgt.

In allen Fällen kann die Aufnahme mit einer Kamera oder als Videobild erfolgen, die danach zur weiteren Bearbeitung an einen Computer übertragen und dort editiert werden.

3D-Animation: Dreidimensionale Modellierung

3D-Animation: Diese wird durch die dreidimensionale Modellierung von Elementen innerhalb des Computers erstellt. Dabei werden volumetrische Parameter gezeichnet. Auf diese Elemente können Texturen angewendet werden.

Anwendungen und Leistung

Diese Technik wird für viele verschiedene Produkte eingesetzt. Besonders hervorzuheben sind Animationsfilme und Videospiele, bei denen sich der Spieler durch einen Raum bewegen muss. Diese Technik wird auch für Spezialeffekte in Film und Werbung verwendet. Die Leistung basiert auf einem Skript, nach dem das Design der Charaktere beginnt.

Multimedia-Animation im digitalen Raum

Multimedia-Animationen sind solche, die in Multimedia-Formaten eingebunden werden. Solche Animationen werden in verschiedenen digitalen Produkten verwendet, wobei sie besonders häufig im Internet vorkommen.

Anwendung und Typen

Sie werden für Websites, deren Inhalte oder die Präsentation einer Seite eingesetzt. Auch für die Gestaltung interaktiver CDs oder anderer Medien finden sie Verwendung.

  • Animierte GIFs: Dies ist eine Reihe von Bildern, die auf dem Bildschirm während eines vorher festgelegten Zeitintervalls dargestellt und in vielen Fällen mehrmals wiederholt werden.
  • Vektor-Animation (Flash-Filme): Einige Animationen im SWF-Format werden aus Vektorgrafiken erstellt. Der Vorteil von Vektorgrafiken ist, dass man sie ohne Qualitätsverlust vergrößern oder verkleinern kann. Programme wie Flash arbeiten mit den Linien der Frames, die einen Film bilden.

Grundlegende Elemente für Animationen

Die grundlegenden Elemente der Animation erlauben es uns, die Illusion von Bewegung, Rhythmus, Tempo, Geschwindigkeit, Flugbahnen und Leitlinien zu erreichen. Ebenfalls wichtig ist der Klang der Animation; vor allem die Musik betont den Rhythmus und die Entwicklung der Bewegungen oder verstärkt diese.

Animationen besitzen alle Merkmale der Fiktion. Es ist eine Kunstform, in der das Unmögliche möglich wird, da wir das natürliche Verhalten unbelebter Elemente verändern sowie Verformungen, Erholung und Ausmaßverluste darstellen können.

Bewegung (Motion) und Tempo

Motion: Dies beschreibt die Entwicklung einer Bewegung. Insbesondere müssen wir wissen, wie sie sich entwickelt und wo sie beginnt und endet. In der Animation gibt es zwei Arten von Bewegungen:

  1. Ortsveränderung des Charakters: In einer ersten Schicht beginnt und endet die Bewegung an einem Zielpunkt. Bei der Aufnahme ist es ratsam, den Ausgangs- und Endpunkt zu markieren.
  2. Eigene Bewegungen des Charakters: Diese definieren die Persönlichkeit, die Reaktionen und den Ausdruck der Figur.

Das Tempo ist die Beziehung zwischen Raum und Zeit. Um das Tempo festzulegen, setzen wir eine Frist für eine bestimmte Verschiebung. Um eine langsame Bewegung zu erreichen, werden sehr kurze Fahrten (Abstände) festgelegt; ein hohes Tempo wird durch lange Strecken pro Frame erzielt.

Verwandte Einträge: