Antonio Machado: Einfluss und poetische Sprache
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Antonio Machado: Einfluss und universelle Werte
Im Jahr 1969 erklärte die UNESCO Antonio Machado zum „Dichter der universellen Werte“. Nach dem spanischen Bürgerkrieg wandten sich einige Dichter, wie Blas de Otero, Machado zu und machten ihn zum höchsten Beispiel für Poesie und Menschlichkeit.
Antonio Machado ist der geheimnisvolle Erforscher der „Galerien der Seele“ und der ernsthafte Meditierende der universellen, zeitlichen Realität. Er war der Dichter der Zeit und der Existenz – ein Dichter, dessen Lehre stets jede Form von verbaler Virtuosität verbannte, welche die Übersetzung des warmen, pulsierenden Lebens verhinderte.
Die Nachkriegsgeneration und der soziale Trend
Bezüglich der Poesie, die in Spanien von den Mitgliedern der Nachkriegsgeneration geschrieben wurde, sind Leopoldo Panero und Luis Rosales hervorzuheben, ebenso wie José Hierro, Gabriel Celaya und Blas de Otero.
In den Boom-Jahren des gesellschaftlichen Trends kam die Dichtergeneration der „zweiten Babyboomer“ zur Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der Überzeugung, dass die poetische Handlung in erster Linie ein Prozess der Erschließung und fundierten Kenntnis der Realität sei; der Rest sei dem Dichter als „fatal authentisch“ gegeben. Man prangerte zudem an, dass die soziale Motivation zu einem bloßen Trend geworden war. Machados Vision wurde deutlich erweitert, und man rettete erneut die vergessenen Aspekte seines Werkes.
Autoren mit Affinität zu Machado
Einige Autoren, die eine deutliche Affinität zu Machado zeigten, sind:
- Ángel González: Er reflektiert in seinem Werk über den Einfluss des Dichters aus Sevilla.
- José Manuel Caballero Bonald: Sein Werk ist durch den „täglichen Standard“ geprägt, in dem das Intime aus den Tiefen des Bewusstseins mit der gemessenen „Machado-Sprache“ identifiziert werden kann.
- José Ángel Valente: Er versuchte, ein „Banner für Machado“ zu sein, um ihn als großen Dichter in der Tradition von Quevedo und Manrique zu würdigen.
- Jaime Gil de Viedma: Er passte sich der Haltung Machados an, ebenso wie Francisco Brines, Claudio Rodríguez und José Agustín Goytisolo.
Wandel und Wiederentdeckung in der Moderne
Das Jahr 1966 kann als Beginn einer zeitweiligen Abkehr von Machado verstanden werden. Damals entstand eine neue Klasse von Dichtern, die sich von der ethisch-realistischen Tradition distanzierten. Machado galt ihnen zeitweise als Hindernis, da er moralischen und menschlichen Belangen Priorität einräumte.
In den 1980er und 1990er Jahren richteten junge spanische Dichter ihre Blicke jedoch wieder auf Machados Werk. Ein Vertreter dieser neuen Kraft ist Andrés Trapiello. Für Machado ergibt sich die Gestaltung der Sprache aus der Natur und dem Leben. Kurz gesagt bedeutet Machado die Tiefe in der Herangehensweise an existenzielle menschliche Probleme.
Machados poetische Sprache
1) Dichtung und Philosophie
Machado sah stets die enge Beziehung zwischen dem Poetischen und dem Philosophischen. Von den Philosophen lernten die Dichter die Kunst der Metapher, wie den Fluss des Heraklit, Platos Höhle oder die Leier des Pythagoras. Für Machado gab es zwischen Poesie und Philosophie keine unüberwindbaren Barrieren. Er glaubte an eine zeitlose Poesie, die durch die Stärkung des Gedichts in der Zeit („das Wort in der Zeit“) erreicht wird. Das Wesen der Dichtung basiert auf dem temporalen Ausdruck der individuellen psychologischen und subjektiven Basis. Der Text ist ein Ausdruck des Gefühls und spricht aus dem Herzen.
2) Symbole und ihre Bedeutung
Seine Symbole können eine eindeutige Bedeutung (monosem) haben: das Leben als Reise in den Tod oder die Straße als Symbol des Lebens. In seiner Lyrik dominiert ein Symbol-Design, das zwei Ebenen hat: die logische und die irrationale. In seinen Gedichten wirken die Worte wie eine Reihe von Assoziationen, die ein emotionales Klima schaffen. Die Rolle des vermeintlichen Themas ist sekundär; es dient als Medium für die Emotionen, die im Mittelpunkt stehen. Machados Werk ist ein Kosmos; seine poetische Sprache nutzt vieldeutige Symbole.
3) Weitere Ausdrucksmittel der Poesie
A) Lexikon und Wortwahl
- Begriffe wie Alter, Trauer und Tod fördern eine Reihe von Ausdrücken, die von der Dekadenz der Dinge oder Menschen sprechen.
- Wörter übersetzen Angst, Langeweile, Jugend und Melancholie.
- Farben der Angst und Lebensmüdigkeit: düster, dumpf, grau, schwarz, staubig.
- Empfindlichkeit für das lebendige Licht der Welt in verschiedenen Schattierungen.
- Die poetische Inspiration wird durch ein reduziertes, aber spezifisches Vokabular und die Spannung zwischen den Adverbien heute und gestern erzeugt.
- Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit.
- Aufmerksamkeit für die Seele, das Übernatürliche und die geistige Welt mit einem obsessiven Lexikon.
- Adjektive variieren von Epitheta bis hin zur Synästhesie.
B) Stilistische und expressive Verfahren
- Humanisierung oder Personifizierung der Umgebung.
- Doppelvision von Landschaften, Menschen und Geschichte.
- Verwendung von Ausrufezeichen, um Emotionen auf Objekte oder Landschaften zu übertragen.
- Verwendung direkter Befragungen.
- Viele Gedichte sind als Monologe oder Dialoge gestaltet.
- Besondere Vorliebe für Suspension (Aussetzung) oder Zurückhaltung.
C) Metrik und Form
Machado verwendete vorwiegend Achtsilber und Pentameter. Zu seinen bevorzugten Formen gehörten Strophen, Sonette und Vierzeiler. Er verband die Moderne mit der volkstümlichen Tradition, wie Romanzen, Soleá-Gesänge und Coplas.