Antonio Machado: Leben und Werk des spanischen Dichters

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Antonio Machado: Ein Dialog mit der Zeit

Geboren in Sevilla in einer kultivierten, liberalen Familie (1875–1939). Machados Poesie bewegt sich weg vom modernistischen Konzept, dass Dichtung lediglich die Form und die Summe der Künste sei. Es spielt keine Rolle, wie viel Musikalität oder gute Reime vorhanden sind, wenn nichts Enges und Persönliches dahintersteht.

Das Verb ist das Wichtigste, weil es die Zeit und Zeitlichkeit zum Ausdruck bringt, was er als wesentlich betrachtet. Dabei vergisst er jedoch nicht einige moderne Merkmale, nutzt sie aber nicht übermäßig. Er schafft ein komplexes Netzwerk aus persönlichen Symbolen und führt eine neue Strophenform ein: die Silva Arromanzada. Diese besteht aus ungeradzahligen Versen (Versos Imparisílabos) der Arte Mayor und Arte Menor, einschließlich Alexandrinern (7+7) mit Assonanzreimen in den geraden Zeilen.

Das Wesen der Poesie

Poesie – „ein tiefes Dröhnen des Geistes“ – ist der intime Ausdruck der persönlichen Gefühle des Dichters. Dennoch soll dieses Intime universell sein: Es ist „der Dialog des Menschen mit seiner Zeit“. Die Poesie ist ein Dialog des Menschen mit der Zeit an sich. Der Dichter versucht, die objektive Zeit in der psychischen Zeit des Dichters lebendig zu halten, um sie allgemeingültig zu verewigen.

Abgrenzung von Kreationismus und Surrealismus

Den Kreationismus lehnt er ab; er pflegt das Bild nicht um seiner selbst willen. Er legt großen Wert darauf, dass das Gefühl das Bild durchdringen muss. Bilder, die nicht aus dem Gefühl, sondern nur aus dem Intellekt entstehen, sind wertlos. Er weist auch die surrealistische Poesie zurück, da sie keine logische Struktur aufweist. Für ihn stellt dies eine Entmenschlichung dar, die er nicht teilt. Die Poesie sollte aus dem Herzen sprechen.

Die drei Phasen seiner Karriere

Seine Karriere lässt sich in drei Stufen unterteilen:

  1. Modernistisch-symbolistische Dichtung: Sehr intim, viele Symbole, romantisch beeinflusst. Ein wiederkehrendes Thema ist der Lauf der Zeit. Stil: einfache Sinnlichkeit, teils schrill; metrisch geprägt von Romanzen, Silvas, Quartetten und Klageliedern.
  2. Phase der sorianischen Landschaft: Weniger intim, geprägt von Historismus und der Landschaft von Soria. Die Poesie ist beschreibender und reflektierter.
  3. Spätwerk: Kompositionen in Form von Sinnsprüchen oder Volksliedern mit Themen wie Relativismus, Zeit, der Suche nach Gott und der Bedeutung des Landes.

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