Arbeiterbewegung in Spanien und die Ursachen des Ersten Weltkriegs
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Arbeiterbewegung: Anarchismus und Marxismus
Die industrielle Gesellschaft war durch die Benachteiligung derjenigen Gruppen gekennzeichnet, die keinen Zugang zu Eigentum hatten und gezwungen waren, ihre Arbeitskraft gegen Lohn zu verkaufen. Das industrielle und landwirtschaftliche Proletariat fand in den Gewerkschaften ein neues Vehikel für den Ausdruck sozialer Ideen.
Die Anfänge der Gewerkschaftsbewegung in Spanien
Die begrenzte spanische Industrialisierung führte dazu, dass die Zahl der Beschäftigten relativ klein war. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es etwa 150.000 Arbeiter, wovon 100.000 in der katalanischen Textilindustrie tätig waren.
Frühe Protestformen und Organisation
Die frühesten Protestformen waren ludditisch geprägt, darunter:
- Ereignisse in Alcoy, bei denen Webstühle zerstört wurden.
- Die Verbrennung der Fabrik Bonaplata, einer der ersten, die eine Dampfmaschine installierte.
Bald erkannten die Arbeiter die Notwendigkeit, Organisationen zur Verteidigung ihrer Rechte zu gründen (z. B. gegenseitige Hilfsvereine).
Wichtige Entwicklungen:
- 1840: Gründung der ersten Gewerkschaft in Barcelona: die Vereinigung der Weber in Barcelona. Ihre Ziele waren die Reduzierung der Arbeitszeit, steigende Löhne und das Recht auf Arbeitervereine.
- Die Arbeitgeber (Patronos) reagierten negativ auf diese Initiativen und verboten die Arbeitervereine.
- Während des Progressiven Bienniums (1854–1856) erlebte die Arbeiterbewegung eine große Expansion, unterstützt durch eine stärkere Genehmigung der Regierung.
- 1855: Der erste Generalstreik fand in Barcelona statt, als Reaktion auf den Versuch, neue Maschinen und Geräte einzuführen.
Die Erste Internationale und neue Ideologien
Während des Sexenio Democrático (Sechsjahreszeitraum) kamen demokratische Ideen und die Erste Internationale nach Spanien. Es wurde ein neuer spanischer Verband der Internationalen Arbeiterassoziation (IAA) gegründet. In Spanien verbreiteten sich Marxismus und Anarchismus, wobei Letzterer bis zum Ende die Mehrheit stellte.
Anarchismus und Syndikalismus
Der Anarchismus war stark unter den Arbeitern und Bauern Kataloniens und Andalusiens verwurzelt. Im späten 19. Jahrhundert befürwortete der Anarchismus die Bildung autonomer Gruppen, die die bürgerliche und kapitalistische Gesellschaft untergraben sollten. Es kam zu vielen Anschlägen, und die Gesellschaft geriet in eine Spirale der Gewalt.
Die Verbreitung von Anschlägen durch anarchistische Gruppen führte zu einer Dynamik der Gewalt. Später wurden anarchosyndikalistische Gewerkschaften gegründet, mit dem Ziel, die Arbeiter zur sozialen Revolution zu führen. Die Confederación Nacional del Trabajo (CNT) wurde gegründet und entwickelte sich zur größten Gewerkschaft Spaniens.
Der Sozialismus (Marxismus)
Der Marxismus hatte größeren Einfluss auf das Proletariat und Teile der Mittelschicht in Madrid, dem Baskenland und Asturien.
Organisation und Ziele der Marxisten
Die Marxisten gründeten die Spanische Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) und förderten die Schaffung einer sozialistischen Gewerkschaft, der Unión General de Trabajadores (UGT).
Im Gegensatz zu den Anarchisten, die sich als unpolitisch verstanden, verteidigten die Sozialisten die parlamentarische Beteiligung und nahmen an Wahlen teil. Sie beabsichtigten, Abgeordnete zu entsenden, die die Arbeiter verteidigen und Gesetze im Interesse der Arbeiterklasse erwirken sollten.
Obwohl die Einführung allgemeiner Wahlen neue Erwartungen eröffnete, wuchs der Einfluss des Sozialismus in Spanien nur langsam. Die PSOE erhielt erst 1910 ihren ersten Abgeordneten.
Ursachen des Ersten Weltkriegs (1914–1918)
Der Erste Weltkrieg (WK I) entwickelte sich zwischen 1914 und 1918. Die Ursachen dieses Krieges wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts eingeleitet.
Kolonialismus und Nationalismus als Konfliktursachen
Zu den Hauptursachen des Konflikts gehörten:
- Die Rivalität zwischen den Kolonialmächten: Der Konflikt zwischen rivalisierenden Imperien fand sein bevorzugtes Szenario in Marokko. Deutschland versuchte, sich gegen Frankreich und Großbritannien durchzusetzen. Diese Spannungen führten zu Krisen, die einen Krieg zwar zunächst verhinderten, aber latent blieben und zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs beitrugen.
- Die Zunahme des Nationalismus: Dieser stellte Deutschland und Frankreich einander gegenüber, insbesondere seit der französischen Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71), die zum Verlust von Elsass-Lothringen zugunsten Deutschlands führte. Beide Nationen strebten die Hegemonie auf dem europäischen Festland an und betrachteten die jeweils andere als ihren Feind.
- Zudem bestand eine Rivalität zwischen Deutschland und Großbritannien um die Vorherrschaft auf den Seewegen und im Handel.