Arbeitslosigkeit: Ursachen, Arten und Lösungsansätze

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Keynesianische Theorie und Ursachen der Arbeitslosigkeit

Nach der keynesianischen Theorie liegt die Hauptursache der Arbeitslosigkeit nicht primär auf dem Arbeitsmarkt, sondern auf dem Markt für Waren und Dienstleistungen. Eine steigende Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen führt zu einer erhöhten Produktion und somit zu einer größeren Beschäftigung.

Andere Ursachen der Arbeitslosigkeit sind:

  • Die Diskrepanz zwischen dem Arbeitskräfteangebot und den Unternehmen: Es gibt Unternehmen, die Arbeitnehmer mit bestimmten Fertigkeiten suchen, während gleichzeitig Arbeitnehmer mit anderen beruflichen Fähigkeiten vorhanden sind, die der Markt nicht verlangt. So entsteht ein Überangebot in bestimmten Berufen und eine Knappheit in anderen.
  • Schlechtes Beschäftigungsmanagement oder Inhaber mehrerer Jobs: Menschen, die konsequent Überstunden leisten, verhindern oft den Zugang anderer zum kollektiven Arbeitsmarkt.

Besonders von Arbeitslosigkeit betroffen sind Gruppen, die diese intensiver erleben: Jugendliche, Frauen über 45 Jahre und Personen ohne fachliche Qualifikationen. Wenn die Arbeitslosigkeit über längere Zeit anhält, werden viele entmutigt und hören auf, nach Beschäftigung zu suchen.

Spezifische Gruppen und Arbeitslosenquoten

Jugendarbeitslosigkeit

Die Jugendarbeitslosigkeit betrifft junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren. Die Formel lautet: Jugendarbeitslosigkeit = (Arbeitslose jugendliche Bevölkerung / Jugendliche Erwerbspersonen) * 100.

Frauenarbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit bei Frauen verdeutlicht oft den diskriminierenden Charakter des Arbeitsmarktes. Die Formel lautet: Arbeitslosenquote (weiblich) = (Arbeitslose weibliche Bevölkerung / Weibliche Erwerbsbevölkerung) * 100.

Langzeitarbeitslosigkeit

Personen über 45 Jahre werden oft zu Langzeitarbeitslosen (wenn sie länger als ein Jahr ohne Arbeit sind). Zudem tritt bei Menschen mit niedrigem Bildungsstand eine höhere Arbeitslosenquote auf als bei Personen mit höheren Abschlüssen; die Quote ist bei Ungebildeten am höchsten.

Arten der Arbeitslosigkeit nach ihren Ursachen

  • Reibungs- oder Übergangsarbeitslosigkeit: Wenn Menschen den Job wechseln und vorübergehend arbeitslos sind, nach dem Studium Arbeit suchen oder aus persönlichen Gründen (z. B. Kinderbetreuung) eine Zeit lang nicht arbeiten wollen.
  • Saisonale Arbeitslosigkeit: Arbeitslosigkeit, die zu bestimmten Zeiten des Jahres auftritt.
  • Zyklische Arbeitslosigkeit: Diese entsteht in Zeiten wirtschaftlicher Krisen, wenn die Produktion sinkt und Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, bis sich die Wirtschaft erholt.
  • Strukturelle Arbeitslosigkeit: Verursacht durch Ungleichgewichte in den Kompetenzen zwischen den angebotenen Arbeitsplätzen und der Nachfrage nach Arbeitskräften.

Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit

Anpassung des Arbeitsmarktes

  • Reduzierung der Belegschaft durch Vorruhestandsregelungen, um älteren Menschen das Verlassen des Arbeitsplatzes zugunsten Jüngerer zu ermöglichen.
  • Job-Sharing durch Verkürzung der Arbeitszeit oder die Beseitigung von Überstunden und Schwarzarbeit.
  • Förderung von Teilzeitjobs und vorübergehenden Erleichterungen beim Zugang zur Arbeitswelt.

Förderung der Nachfrage nach Arbeit

Maßnahmen zur Förderung der Schaffung von Arbeitsplätzen durch Unternehmen und den öffentlichen Sektor:

  • Öffentliche Investitionen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze.
  • Unterstützung für die Gründung und Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU).
  • Steuererleichterungen und andere Anreize für Unternehmen, die Arbeitsplätze für Benachteiligte und Behinderte schaffen.

Informations- und Schulungsmaßnahmen

Zweck ist die Verbesserung der Ausbildung entsprechend den Anforderungen des Arbeitsmarktes:

  • Förderung von Vermittlungsdiensten zwischen Angebot und Nachfrage.
  • Projekte zur beruflichen Weiterbildung, insbesondere für Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihren ersten Job zu finden.
  • Staatliche Beihilfen (Arbeitslosengeld) als soziale Absicherung während der Suche nach einer neuen Stelle.

Arbeitsbedingungen und Marktentwicklungen

Arbeitstag: Die maximale Arbeitszeit beträgt in der Regel 40 Stunden pro Woche, mit einem Tageslimit von 9 Stunden und einem Anspruch auf 30 Tage Urlaub. Überstunden sind Stunden, die über das Maximum hinaus geleistet werden.

Technologische Fortschritte

Technologische Entwicklungen beeinflussen direkt die Konfiguration von Arbeitsplätzen und die erforderlichen Fähigkeiten. Eine Folge ist die Entstehung neuer Berufe, die sogenannten neuen Beschäftigungsfelder (NSE):

  • Tägliches Leben: Wachsende Nachfrage nach häuslichen Dienstleistungen, Pflege und Kinderbetreuung.
  • Neue Technologien: Internet, E-Commerce und neue Medien schaffen zahlreiche Arbeitsplätze und transformieren bestehende.
  • Lebensqualität: Höhere Nachfrage in Bereichen wie öffentliche Sicherheit, Wohnungsverbesserung, Kultur und Freizeit (z. B. ländlicher Tourismus, Abenteuertourismus).

Moderne Arbeitskonzepte und Pflegebedürftigkeit

Ein neues Konzept der Arbeit entsteht: Die klassische Vollzeitbeschäftigung wird seltener, während Job-Sharing und flexible Arbeitsmodelle üblicher werden. Dies erfordert von den Mitarbeitern eine vielseitige Ausbildung und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen. Der Dienstleistungssektor wächst stetig.

Pflegebedürftige Menschen: Personen, die Hilfe bei grundlegenden Aktivitäten des täglichen Lebens benötigen. Es gibt drei Stufen der Abhängigkeit, basierend auf der Pflegebedürftigkeit und der Autonomie der Person.

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