Architektur von Al-Andalus: Minarette und Palastbauten
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Der Glockenturm der Giralda
Der Glockenturm, bekannt als Giralda, trägt eine Wetterfahne und die Statue des Glaubens. Die äußeren Fassaden gliedern sich in sieben Ebenen mit abwechselnden Bogentypen: gelappte Bögen, Hufeisenbögen und Lambrequin-Bögen. Die Geländer wurden erst später hinzugefügt. Die vier oberen Öffnungen sind von Sebka-Paneelen flankiert, die auf zwei Ebenen angeordnet sind und auf Marmorsäulen mit wiederverwendeten Kapitellen aus Madinat al-Zahara ruhen. Eine Galerie mit gelappten Bögen und später hinzugefügte grüne Keramikmedaillons runden das Bild ab.
Das Minarett der Kutubiyya
Das Minarett der Kutubiyya dient als wichtige Informationsquelle. Es wurde aus Mauerwerk errichtet und besteht aus drei Ebenen sowie einem Abschluss. Zu den Merkmalen gehören:
- Hufeisenbögen, die von Alfiz-Rahmen eingefasst sind.
- Zweibogige Fenster und eine Galerie aus Blindbögen.
- Ein Abschluss mit Zinnen, Kuppeln und einer Yamur-Laterne.
- Architektonische Dekoration durch Keramik und Sebka-Paneele.
Der Hassan-Turm
Dieses unvollendete Bauwerk ist der größte Turm seiner Art. Er wurde aus Mauerwerk errichtet und zeichnet sich durch gelappte Bögen mit Angrelado-Laibungen sowie Sebka-Netzwerke aus, die von den Bogenscheiteln ausgehen.
Sakralarchitektur in Al-Andalus
Ein Beispiel für eine kleinere ländliche Moschee ist die heutige Kapelle Cuatrovitas in Bollullos (Sevilla). Sie könnte ursprünglich als Sommerresidenz oder an einem strategischen Knotenpunkt gedient haben.
- Struktur: Drei Schiffe, die senkrecht zur Qibla-Wand stehen (kein Mihrab).
- Umbau: Später um eine Veranda und zwei Schiffe erweitert, um christlichen Riten zu entsprechen.
- Details: Hufeisenbögen in Paneelen, flache Holzdecke (ehemals Kassettendecke).
- Minarett: Ein weniger ambitionierter Turm aus Backstein, der als Vorbild für almohadische Minarette diente.
Zivilarchitektur
Ab 1172 entstanden Palastbauten für Kalifen und den Hofstaat, wie etwa die Burg des Segens aus der Taifa-Zeit, die von den Almohaden-Herrschern genutzt wurde. Später bildeten diese die Grundlage für den Alcázar-Palast.
Patio del Yeso
Dieser stark restaurierte, rechteckige Innenhof aus dem 12. und 13. Jahrhundert ist ein herausragendes Beispiel almohadischer Architektur:
- Aufbau: Ein zentraler Kanal mit seitlichen Rahmen und einem dahinterliegenden langen Raum.
- Südseite: Dreiteilige Struktur mit Lambrequin-Bögen, die von geschwungenen Kämpfern ausgehen.
- Dekoration: Symmetrische Module mit Sebka-Netzwerken in den Zwickeln, die eine filigrane Wirkung erzeugen.