Architektur- und Kunstlexikon: Fachbegriffe von A bis Z
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A
- Abakus: Oberer Abschluss eines Kapitells. In der dorischen Ordnung prismatisch geformt, in der ionischen spiralförmig und in der korinthischen sehr schlicht.
- Acanthus: Stachelige Pflanze, deren Blätter das korinthische Kapitell schmücken.
- Academia: Vereinigung von Menschen zur Pflege und Förderung von Kunst, Wissenschaft und Literatur.
- Achat: Eine Quarzvarietät mit konzentrischen Farbbändern, die als Rohstoff für Schnitzereien dient.
- Adarve: Wehrgang auf einer Festungsmauer; im Städtebau auch eine Sackgasse, die durch ein Tor verschließbar ist.
- Adobe: Ein aus Ton oder Lehm mit Stroh gemischter Baustoff, der sonnengetrocknet wird.
- Agora: Versammlungsort oder öffentlicher Marktplatz in der griechischen Antike, vergleichbar mit dem römischen Forum.
- Akropolis: Der hochgelegene und befestigte Teil einer griechischen Polis, meist der heiligste Ort mit den wichtigsten religiösen Bauten.
- Akroterion: Dekoratives Element an der Spitze und den Ecken des Giebels griechischer Tempel.
- Alabaster: Eine feinkörnige Varietät von Calciumsulfat, die für dekorative Vasen und Skulpturen verwendet wird.
- Albarrana: Ein Wachturm, der vor einer Stadtmauer steht und durch eine Brücke oder einen Bogen mit ihr verbunden ist.
- Allegorie: Ein Kunstwerk mit zwei Bedeutungsebenen, bei dem Elemente konkrete Ideen oder Konzepte repräsentieren.
- Alfiz: Ein architektonischer Rahmen um einen Bogen in der muslimischen Architektur.
- Ambulatorium: Ein Umgang um den Altarraum einer Kirche.
- Amphitheater: Elliptisches Gebäude mit zentralen Sitzreihen für öffentliche Aufführungen.
- Anthropomorph: Plastische Darstellung in menschlicher Gestalt.
- Apsis: Kapellenartige Nische hinter dem Hauptaltar.
- Aquatinta: Radiertechnik, bei der die Platte mit Harz bestreut und unterschiedlich stark geätzt wird.
- Aquarell: Maltechnik auf Papier oder Karton mit wasserlöslichen Farben.
- Architrav: Der untere Teil des Gebälks, der direkt auf den Säulen ruht.
- Archivolte: Eine Reihe von Zierleisten, die einen Bogen an der Fassade umrahmen.
- Atrium: Überdachter oder offener Vorhof eines Gebäudes.
B
- Baldachin: Ein auf Säulen ruhendes Vordach über einem Altar.
- Balustrade: Renaissance- oder Barockgeländer mit dekorativen Säulen.
- Baptisterium: Meist kreisförmiger oder polygonaler Bau neben einer Kirche zur Durchführung der Taufe.
- Basilika: Ursprünglich ein römischer Gerichtsbau, später ein christlicher Tempelbau.
- Binder: Flüssige Substanz, in der Pigmente verdünnt werden und die nach einiger Zeit erstarrt.
- Büste: Plastische Darstellung einer menschlichen Figur, die Kopf, Hals und Brust umfasst.
C
- Canon: Regel des richtigen Maßverhältnisses in der Kunst.
- Chiaroscuro: Hell-Dunkel-Malerei zur Erzeugung von Kontrasten.
- Collage: Technik, bei der verschiedene Materialien auf einen Untergrund geklebt werden.
D
- Diptychon: Ein aus zwei Tafeln bestehendes Altarbild.
- Domo (Kuppel): Halbkugelförmiges Gewölbe.
E
- Exempt: Ein architektonisches Element, das isoliert steht und nicht an einer Wand befestigt ist.
F
- Fibel: Eine Schmuckspange zum Befestigen von Kleidung.
- Filigran: Feine Schmuckarbeit aus Gold- oder Silberdraht.
- Fries: Dekoratives Element zwischen Architrav und Gesims.
G
- Gargoyle (Wasserspeier): Wasserablauf eines Gebäudes, oft mit fantastischen Figuren verziert.
- Grisaille: Maltechnik in Grautönen, oft zur Imitation von Skulpturen.
H
- Hypogäum: Ein unterirdisches Grab.
I
- Ikonographie: Wissenschaft, die Herkunft und Bedeutung figürlicher Themen untersucht.
- Ikonostase: Wand, die den Altarraum vom Rest der Kirche trennt.
K
- Kapitell: Oberer Abschluss einer Säule.
- Karyatide: Weibliche Figur, die als Stütze anstelle einer Säule dient.
- Kassettendecke: Holzdach mit quadratischen Vertiefungen.
- Kitsch: Kunstobjekte, die als geschmacklos oder minderwertig empfunden werden.
M
- Mandorla: Mandelförmiger Heiligenschein um die Figur Christi.
- Minarett: Turm einer Moschee.
- Mosaik: Dekorative Gestaltung aus kleinen farbigen Steinen oder Glasstücken.
- Muqarnas: Stalaktitenartige Dekoration in der arabischen Architektur.
N
- Narthex: Vorhalle einer Kirche.
- Nekropole: Eine antike Totenstadt.
O
- Obelisk: Ein hoher, vierseitiger, sich nach oben verjüngender Pfeiler.
- Oculus: Eine kreisförmige Öffnung.
P
- Pantokrator: Darstellung Christi als Weltenherrscher.
- Pendentif: Ein sphärisches Dreieck, das den Übergang von einem quadratischen Raum zu einer Kuppel ermöglicht.
- Pilaster: Eine flache, in die Wand eingelassene Säule.
R
- Retabel: Ein hinter dem Altar aufgestellter Holzrahmen mit Skulpturen oder Gemälden.
- Rosette: Ein kreisförmiges Fenster mit Maßwerk.
S
- Sfumato: Weiche Übergänge zwischen Farben und Konturen, bekannt durch Leonardo da Vinci.
- Sgraffito: Dekorationstechnik durch Abkratzen von Farbschichten.
- Synagoge: Jüdisches Versammlungs- und Gebetshaus.
T
- Tenebrismus: Malstil mit extremen Hell-Dunkel-Kontrasten auf dunklem Hintergrund.
- Tetramorph: Symbolische Darstellung der vier Evangelisten.
- Trompe-l'œil: Optische Täuschung in der Malerei, die Dreidimensionalität vortäuscht.
Z
- Ziggurat: Stufenpyramide der mesopotamischen Architektur.