Architektur und Mosaikkunst im spätantiken Ravenna

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Das Gebäude hat heute fünf Meter an Höhe gegenüber dem ursprünglichen Niveau verloren. Die zentrale Kuppel ist in ein Quadrat eingefügt, und die Seiten sind mit Tonnengewölben bedeckt. Außen zeigen sich Dachziegel (Tegula) und Hohlziegel (Imbrex) in einem giebelständigen Backsteinbau.

Die Eingangsfassade ist mit Alabaster und Rundbögen verziert sowie mit einer Reihe kleiner Fenster oder Platten aus Steinplatten versehen.

Innenraum und Symbolik

Längsbereich: Der zentrale Bereich verfügt über ein Tonnengewölbe auf Pendentifs (Zwickeln) und Sarkophage. Es ist nicht genau bekannt, aus welchem Jahrhundert diese stammen, da sie im 16. Jahrhundert geplündert wurden. Letztlich gibt es keine eindeutigen Hinweise darauf, dass sie der Familie von Theodosius angehörten.

Pendentif-Kuppel: Sie wurde stark restauriert, wobei die ursprüngliche Komposition gewahrt blieb. Die Kuppel wird von Pendentifs mit Lünetten getragen und zeigt ein Kreuz in der Mitte sowie Darstellungen der Tetramorphe an den Seiten.

Innenansicht vom Eingang (Oratorium des San Lorenzo): Die Gewölbe wurden unter Verwendung von Techniken aus Nordafrika errichtet (Amphoren-Technik), um Gewicht zu sparen, während die hohlen Bögen die dortigen Tubuli emulieren. Dies ermöglichte immer größere, gewölbebedeckte Räume.

Der Boden und das Innere des Raumes stammen aus dem 16. Jahrhundert; auch die Sarkophage wurden zu dieser Zeit verändert.

Die Mosaike der Lünetten

  • San Lorenzo: In einer der Lünetten am Eingang befindet sich der heilige Laurentius (San Lorenzo) mit dem Rost seines Martyriums.
  • Lünette des Guten Hirten: Über dem Eingang befindet sich eine Darstellung Christi. Obwohl es eine pastorale Szene ist, nutzt sie die kaiserliche Ikonographie. Christus wird als Kaiser dargestellt, assoziiert mit dem purpurnen Pallium. Dieser Purpur wurde durch ein kompliziertes Verfahren aus Purpurschnecken gewonnen, das im Laufe der Zeit verloren ging. In einer idyllischen Umgebung erscheinen zudem einige Schafe. (Dieser Teil ist stark restauriert, da sich die Mosaiksteine lösten).
  • Lünette von San Lorenzo: Hier wird San Lorenzo gezeigt, links davon ein Schrank mit den Evangelien.
  • Obere Lünetten: Wir sehen christliche Symbolik, wie zum Beispiel Rehe in fast heraldischer Anordnung.

Das zentrale Motiv ist eine Bordüre aus Blumen und Kräutern, deren Blätter mit Akanthus gemischt sind. Im Rahmen der Laibung erscheint das Christogramm (Chrismon) mit Alpha und Omega in einem Siegeskranz.

Eine Reihe von Figuren wird als die zwölf Apostel identifiziert, darunter San Pedro (Petrus). Die Apostel tragen lila Streifen auf ihrem Pallium (einem rechteckigen römischen bzw. griechischen Gewand), die damals nur Personen von hoher Würde, wie Senatoren, vorbehalten waren. Hier wurden heidnische Symbole übernommen. Oben findet sich zudem eine Darstellung einer Jakobsmuschel als Symbol der kaiserlichen Welt.

Die Sarkophage

Einer der Sarkophage (vermutlich von Constantius III.) wurde im 16. Jahrhundert entdeckt und enthielt einen verbrannten Körper. Das Zentrum wird Galla Placidia zugeschrieben. Links davon steht der Sarkophag von Constantius III., dargestellt mit dem Lamm Gottes. Rechts befindet sich der Sarkophag von Valentinian III., ihrem Sohn (andere Quellen ordnen diesen Honorius zu). Er zeigt ein Lamm in der Mitte und das Kreuz Christi als Leidenswerkzeug.

Das Baptisterium der Arianer (Ravenna, 493–526)

Theoderich der Große (454–526) ließ dieses Bauwerk als Teil eines brillanten Projekts errichten. Für den Westen war es ein Hauch des byzantinischen Hofes, doch die ausführenden Künstler waren vermutlich Einheimische.

Das Baptisterium der Arianer war Teil der Kathedrale. Es ist ein polygonaler Backsteinbau mit einer Kuppel – ein Meisterwerk der Innenraumarchitektur. Der interessanteste Aspekt ist die reiche Dekoration der Kuppel: Das zentrale Medaillon zeigt die Taufe Christi, umgeben von zwei konzentrischen Ringen, die eine Prozession der Apostel darstellen, getrennt durch stilisierte Palmen. Dies folgt dem gleichen ikonographischen Programm wie vergleichbare Bauten der Zeit.

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