Argentiniens Wirtschaft und Politik: 1914 bis 1945
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Die Weltwirtschaftskrise von 1929
Die Weltwirtschaftskrise von 1929 beeinflusste die Politik und Wirtschaft Argentiniens tiefgreifend. Das Land sah sich mit sinkenden Exportpreisen, Zahlungsschwierigkeiten bei Importen und einem Rückgang der staatlichen Einnahmen konfrontiert, da diese maßgeblich von Steuern auf den internationalen Handel abhingen. In der Folge stieg die Binnennachfrage, während Importe zurückgingen und die Steuereinnahmen aus dem Außenhandel sanken.
Der Erste Weltkrieg und Argentinien
Der Erste Weltkrieg wirkte sich stark auf die argentinische Wirtschaft aus, da der Zufluss von Kapital, Arbeit und Produktion aus Europa einbrach. Der Gesamtwert der Importe sank um 40 bis 50 % im Vergleich zum Niveau vor 1914. Gründe hierfür waren:
- Die Verlagerung europäischer Ressourcen auf die Rüstungsproduktion.
- Transport-Schwierigkeiten durch den Krieg.
Der Rückgang der Importe begünstigte zwar die heimische Industrie, doch ihr Wachstum blieb aufgrund von Arbeitskräftemangel, Schwierigkeiten bei der Maschinenbeschaffung und steigenden Preisen für importierte Brennstoffe, die den Großteil der Energieversorgung deckten, langsam.
Der Zweite Weltkrieg und die Industrialisierung
Während des Zweiten Weltkriegs erlebte Argentinien einen Handelsaufschwung und einen Prozess der Industrialisierung durch Importsubstitution. Das industrielle Proletariat wuchs durch Zuwanderung aus ländlichen Gebieten. Diese Phase war geprägt von:
- Dem „berüchtigten Jahrzehnt“: Nach dem Staatsstreich von 1930 etablierte sich eine betrügerische Demokratie, die Gewerkschaften verfolgte und demokratische Grundfreiheiten unterdrückte.
- Wirtschaftlicher Fokus: Umsatzsteigerung bei Gefrier- und Fleischkonserven für britische Soldaten.
Der Staatsstreich von 1930
Der Putsch von 1930 war von zwei Tendenzen geprägt: Einerseits die Gruppe um Justo, die lediglich den Präsidenten absetzen wollte, ohne die Verfassungsordnung zu ändern; andererseits die Gruppe um Uriburu, die ein autoritäres Regime anstrebte. Da es kaum Widerstand gab, übernahm Uriburu nach dem Rücktritt von Martínez die Macht als vorläufiger Präsident.
Die konservative Restauration
Uriburu rechtfertigte den Putsch mit der wirtschaftlichen Malaise und der angeblichen Rettung der Nation durch die Armee. Er stützte sich dabei auf:
- Die Armee als „Retter der Nation“, um das vermeintliche Unrecht der zweiten Amtszeit Yrigoyens zu beseitigen.
- Unterstützung durch universitäre Sektoren, die gegen die Hochschulreform opponierten.