Aristoteles: Ethik, Politik und das Konzept der Polis
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Ethos und das ARETE-Konzept: Die Idee der Polis
Der Status des Bürgers
Menschen neigen dazu, das höchste Gut – das Glück – als eine kontemplative und rationale Tätigkeit zu verstehen. Was im täglichen Leben oft nur eine bloße Aspiration bleibt, findet seine Grundlage in der Vernunft. Der rationale Teil der Seele umfasst dianoetische Tugenden (intellektuelle Tugenden wie Weisheit) sowie ethische Tugenden.
- Dianoetische Tugend: Das Ergebnis von Lehre und Unterricht.
- Ethische Tugend: Wird durch Gewöhnung erreicht.
Aristoteles betont, dass es nicht ausreicht, die Regel nur zu kennen; sie muss durch Gewohnheit zu einer „zweiten Natur“ werden.
Die Mitte und die Tugend
Für Aristoteles liegt die Tugend, die zur Glückseligkeit führt, in der „goldenen Mitte“, die sich jeder individuellen Situation anpasst. Da es tausend Möglichkeiten gibt, vom Weg abzukommen, aber nur einen Treffer, führen uns Prudence (Klugheit) und Erfahrung zur Tugend. Der weise Mann, der in der Gemeinschaft als solcher anerkannt ist, bildet das Zentrum des Dialogs. Daher führt Ethik zwangsläufig zur Politik.
Gesellschaft und Politik
Aristoteles unterstreicht die natürliche Geselligkeit des Menschen. Die Gesellschaft kann sich nur durch das Vorzüglichste in uns entwickeln, wodurch wir das Glück erreichen können. Die beste Gesellschaft ist jene, die das Wohl der Bürger fördert, indem sie diese an ein vernünftiges Leben gewöhnt. Dabei sind Ethik und Politik untrennbar miteinander verbunden: Die Ethik entdeckt die Werte, die die Politik leiten sollen, während die Politik den Rahmen für die ethische Entfaltung bietet.
Gerechtigkeit und Regierungsformen
Die Tugend, die das politische Leben leitet, ist die Gerechtigkeit. Sie unterteilt sich in zwei Aspekte:
- Verteilungsgerechtigkeit: Regelt die Beziehung zwischen der Stadt und ihren Bewohnern.
- Ausgleichende Gerechtigkeit: Regelt die Beziehungen zwischen den Bürgern untereinander.
Aristoteles und seine Mitarbeiter im Lykeion sammelten 158 Verfassungen griechischer Städte. Er beschrieb sechs Regierungsformen:
Positive Formen:
- Monarchie
- Aristokratie
- Demokratie
Entartete Formen:
- Tyrannei
- Oligarchie
- Demagogie
Aristoteles favorisierte ein gemischtes System auf demokratischer Basis, das jedoch offen für den aristokratischen Einfluss der Besten bleibt.