Aristoteles: Philosophie, Metaphysik und Naturlehre

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Einflüsse auf die Philosophie des Aristoteles

ARISTOTELES

Aristoteles wurde maßgeblich durch folgende Denker beeinflusst:

  • Platon: Er vertrat die Ansicht, dass Wissenschaft die universelle Seele und das Prinzip des Wissens ist, welches unsterblich bleibt. Seine Ethik war eudämonistisch und von sozialer Natur. Aristoteles adaptierte dies, betonte jedoch, dass das Wesen der Dinge in den Dingen selbst liegt.
  • Parmenides: Von ihm übernahm er die Konzepte der Universalität und Unveränderlichkeit des Seins, erkannte jedoch verschiedene Möglichkeiten des Seins an.
  • Heraklit: Er beeinflusste Aristoteles in Bezug auf die Bewegung, wobei Aristoteles die ständige Veränderung der Dinge thematisierte.

Die Theorie der Realität bei Aristoteles

Um zu verstehen, auf welche Weise wir die Realität erkennen, müssen wir verschiedene Arten des Wissens unterscheiden:

  • Wissen durch Erfahrung.
  • Wissen als eine Technik.
  • Wissen als Möglichkeit, durch Gründe zu beweisen oder zu verstehen.

Beim Versuch, die Wirklichkeit zu begreifen, suchen wir nach ihren letzten Ursachen. Wir gehen davon aus, dass das, was allen gemeinsam ist, die Substanz darstellt. Aristoteles unterscheidet drei Arten von Substanzen:

  1. Veränderliche, vergängliche und materielle Substanzen: Diese werden von der Physik untersucht.
  2. Unveränderliche, aber nicht vom Material getrennte Substanzen: Diese werden in der Mathematik studiert.
  3. Unveränderliche, ewige und von der Materie getrennte Substanzen: Diese sind Gegenstand der Metaphysik.

Kritik an Platons Ideenlehre

Aristoteles kritisiert die Verdoppelung der Realität und sieht darin Probleme. Er hält Ideen für unzulässig, wenn sie abstrakte Begriffe wie Schönheit betreffen, da Ideen allein kein Wissen über das Unveränderliche bieten und die Bewegung nicht erklären können. Er bestreitet, dass ein Ding und sein Wesen getrennt werden können. Er unterscheidet zwischen der ersten Substanz (Einzeldinge) und der zweiten Substanz (Gattungen). Die Realität ist das, was wir in der sinnlichen Welt sehen. Einzeldinge und Substanzen sind im Wesentlichen erkennbar.

Physik und die Lehre von der Bewegung

In der Physik wird erklärt, dass die Natur in Bewegung gerät, weil alles Transformationen unterliegt. Diese Transformationen sind nicht bloße Schöpfung oder Vernichtung, sondern Werden und Vergehen (Generation und Korruption). Bewegung ist der Wechsel von einer Seinsweise in eine andere. Aristoteles unterscheidet zwei Arten der Veränderung:

  • Substanzielle Veränderung: Etwas hört auf zu sein, was es war, und wird zu etwas anderem, wobei das zugrunde liegende Substrat bleibt.
  • Akzidentelle Veränderung: Diese betrifft die Menge, Qualität oder den Ort. Die Substanz bleibt gleich, nur die Akzidenzien ändern sich.

Hylomorphismus: Materie und Form

Die zugrunde liegenden Prinzipien der natürlichen Dinge sind Materie und Form (Hylomorphismus). Die Materie ist das rohe Material, während die Form die notwendigen Bestimmungen, die Struktur und den Entwicklungsplan liefert. Bewegung wird als Übergang von der Potenz (Fähigkeit, eine Handlung zu empfangen) zum Akt (Vollzug/Wirklichkeit) definiert. Der Akt ist in der Bewegung vorrangig.

Die vier Ursachen der Prozesse

Es gibt vier Ursachen (Causae) für die Entstehung der Dinge:

  • Materialursache (Causa materialis): Das, woraus etwas besteht.
  • Formalursache (Causa formalis): Die Form, die erworben wird.
  • Wirkursache (Causa efficiens): Das Mittel zur Herstellung des Prozesses.
  • Zweckursache (Causa finalis): Die Absicht oder das Ziel des Handelnden.

Dies führt zu zwei Schlussfolgerungen: der Existenz eines unbewegten Bewegers (stationärer Motor) für die gesamte Bewegung und der Existenz eines reinen Aktes, da eine unendliche Kette von Potenz und Macht unmöglich wäre.

Kosmologie und das geozentrische Weltbild

Die Kosmologie des Aristoteles ist geozentrisch. Das Universum besteht aus einer Reihe von Sphären:

  • Sublunare Sphäre: Hier herrscht die geradlinige Auf- und Abwärtsbewegung durch die Schwerkraft, bestehend aus den vier Elementen.
  • Translunare Sphäre: Diese ist durch ewige Kreisbewegungen gekennzeichnet und besteht aus dem Äther.

Metaphysik als Erste Philosophie

Die Metaphysik zielt auf die Untersuchung des Seienden als Seiendes ab. Sie befasst sich mit den letzten Ursachen, den Prinzipien, dem Studium Gottes und der Substanz. Das Sein ist nicht eindeutig, sondern analog (viele Möglichkeiten des Seins), wie zum Beispiel:

  • Substanz und Akzidenz (die wichtigste Form, da die Substanz alle anderen Formen des Seins enthält).
  • Wesen und Akzidenz.
  • Potenz und Akt.
  • Wahrheit und Falschheit.

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