Aristoteles: Der Mensch als soziales Wesen
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1. Status des Autors in seinem historischen Moment
Dieser Text stammt aus der Antike und wurde von Aristoteles verfasst. Er lebte im 4. Jahrhundert v. Chr. und erlebte das Ende der klassischen griechischen Kultur.
2. Thema des Textes
Die in diesem Text aufgeworfene Frage ist die soziale Natur des Menschen, der mit Vernunft begabt ist. Genau dies ist die Grundlage menschlicher Gesellschaften.
3. Kerngedanken
- Die Natur tut nichts umsonst.
- Der Mensch ist als einziges Lebewesen mit Sprache begabt und unterscheidet sich daher von Tieren, die nur eine Stimme besitzen.
- Tiere können lediglich Gefühle von Schmerz und Lust ausdrücken.
- Das Wort ermöglicht es dem Menschen, über Gerechtes und Ungerechtes zu reflektieren und zu entscheiden.
- Da die Natur nichts umsonst tut, ist der Mensch von Natur aus ein soziales Wesen.
Beziehungen zwischen den Ideen
Der Autor stellt die Theorie auf, dass der Mensch ein soziales Tier ist. Das Ziel des Menschen ist es, in der Gesellschaft zu leben, da er nur dort seine volle Entwicklung finden kann. Diese Arbeit basiert auf zwei Säulen:
- Der Mensch ist von Natur aus mit der Sprache ausgestattet, einem Merkmal, das ihn besser als andere Tiere macht.
- Das Wort wird verwendet, um mit anderen zu interagieren und Vereinbarungen über Gut und Böse sowie Recht und Unrecht zu treffen.
Dies führt zu dem Schluss, dass die Sprache die Existenz einer Stadtverfassung und eines Grundgesetzes ermöglicht.
Verständnis der Ideen
Aristoteles versteht den Menschen als von Natur aus soziales Wesen. Da die Natur nichts umsonst tut, findet sich hier die teleologische Auffassung des Verfassers wieder: Die Natur verleiht allem einen Zweck, und die Erfüllung dieses Zwecks ist das jeweilige Gut. Der Zweck der Attribute, mit denen die Natur den Menschen ausgestattet hat, ist das Leben in der Gemeinschaft.
Diese Theorie steht im Gegensatz zu den Vertragstheorien der Sophisten, die glauben, dass die Vereinigung von Menschen künstlich ist. Die Geselligkeit ist offensichtlich, da nur der Mensch das Wort (Logos) besitzt, während Tiere nur eine Stimme haben, mit der sie Freude und Schmerz ausdrücken können, da sie sensible Wesen sind. Die menschliche Seele ist rational; der Logos ermöglicht uns den Dialog mit anderen Menschen und erlaubt uns Urteile über Recht und Unrecht. Das Wort macht den Menschen zu einem Wesen ethischer und politischer Natur.
All diese Ergebnisse führen den Autor zu der Überlegung, dass die Sprache es den Bürgern ermöglicht, sich zu organisieren, um ein gutes Leben zu führen. Der isolierte Mensch wäre entweder ein Gott oder ein wildes Tier. Die Familie bezeichnet das erste Feld menschlicher sozialer Aktivität, das die grundlegenden täglichen Bedürfnisse abdeckt. Mehrere Familien führen zum Dorf. Aber wie für jeden Autor des klassischen Griechenlands ist die Stadt (Polis) der maximale Wert des menschlichen sozialen Lebens; sie ist die perfekte, autarke Gemeinschaft. Die Stadt ist das Reich der Vernunft, der Sprache, des Wissens und allen menschlichen Handelns. Sie ist der Zweck, dem alle anderen Arten von Gemeinschaften zustreben. Innerhalb der Polis erlangt der Mensch Glück. Hier zeigt sich die Verbindung zwischen Ethik und Politik. Niemand kann tugendhaft sein, wenn er nicht erzogen wurde, und der Staat hat die Funktion der Erziehung.
Nach Aristoteles konnten jedoch nur freie Bürger Zugang zum Glück finden; Sklaven, Ausländer, Frauen und diejenigen, denen Bildung fehlte, waren ausgeschlossen. Sein Ideal des Lebens ist ein aristokratisches Ideal für eine privilegierte Elite. Damit war Aristoteles ein Kind seines sozialen und kulturellen Kontextes.