Aristoteles: Staatslehre, Verfassungsformen und die Polis
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Die Grundlagen der Polis nach Aristoteles
Die Bürger haben sich zusammengeschlossen, um in Gemeinschaft zu leben und zu führen. Die Aufgabe des Staates ist die Schaffung der Voraussetzungen für ein gutes Leben. Die Führung sollte die guten und gerechten Bürger integrieren, mit dem Ziel, ein moralisches Leben und ein gemeinsames Gesetz durch Teilhabe und Entscheidungsfindung zu etablieren.
Vom Haus zum Dorf zur Polis
Die häusliche Gemeinschaft ist darauf ausgelegt, die grundlegendsten Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen. Ein Dorf allein reicht jedoch nicht aus, um den täglichen Bedarf zu decken. Erst ein Zusammenschluss zum Dorf führt zur Polis. Das Haus und das Dorf müssen Teil einer größeren Einheit sein, um ihre Ziele zu erreichen und Perfektion zu finden.
Klassifizierung der Regierungsformen
Aristoteles untersuchte etwa 150 Verfassungen verschiedener Städte. Er klassifizierte sie nach der Anzahl der Herrschenden und deren Zielsetzung:
- Monarchie: Herrschaft eines Einzelnen zum Gemeinwohl.
- Aristokratie: Herrschaft weniger zum Gemeinwohl.
- Politeia (Gemeinwesen): Herrschaft der Mehrheit zum Gemeinwohl.
Dem gegenüber stehen die entarteten Formen, bei denen nur das Eigeninteresse verfolgt wird:
- Tyrannei: Entartete Monarchie.
- Oligarchie: Entartete Aristokratie.
- Demokratie: Entartete Herrschaft der Vielen (im Sinne der Eigennutz-Orientierung).
Die Vision der Verfassung
Aristoteles betrachtete die Verfassung unter drei Aspekten:
- Realität: Die Verfassung als Abbild des gesellschaftlichen Lebens.
- Organisation: Die Verfassung als politisches Instrument zur Gestaltung der Wirklichkeit.
- De lege ferenda: Die Untersuchung, welche Verfassung für einen Staat die beste ist.
Das Ideal der gemischten Verfassung
Aristoteles kommt zu dem Schluss, dass weder reine Monarchien, Oligarchien noch Demokratien ideal sind. Die besten Verfassungen sind Mischformen, die aristokratische, monarchische und demokratische Elemente kombinieren. Er favorisiert das Gemeinwesen (Politeia) als Zwischenschicht zwischen Oligarchie und Demokratie.
Demokratie definiert er als die Regierung freier Personen, die durch Freiheit und Gleichheit geprägt ist – mit dem Wechselspiel von Herrschen und Beherrschtwerden. Um Stabilität zu gewährleisten, sollten demokratische und oligarchische Institutionen kombiniert werden, insbesondere im Justizwesen, um einen Mittelweg zwischen den Systemen zu finden.