Die aristotelische Physik: Ursachen und Bewegungslehre
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Die 4 aristotelischen Ursachen
Damit etwas von der Potenz zum Akt übergeht, bedarf es einer externen Einwirkung. Aristoteles verdeutlicht dies mit dem Prinzip: „Alles, was sich bewegt, wird von einem anderen bewegt.“
Der Übergang von der Potenz zur Verwirklichung wird durch die effiziente Ursache bewirkt. Jede wirksame Ursache bringt eine Form in ein Substrat ein: So wie Michelangelos Moses aus einem Block Marmor entsteht, geschieht dies stets zu einem bestimmten Zweck.
- Materielle und formelle Ursachen: Bestandteil der Wirkung.
- Effiziente und finale Ursachen: Äußere Faktoren.
Die Endursache ist das Erste in der Reihenfolge der Absicht. Da sie intelligent und vorausschauend arbeitet, dient sie als Grundlage für die Immaterialität der menschlichen Intelligenz.
Aristotelische Physik: Bewegung und Wandel
Aristoteles definiert die Physik als die Wissenschaft von den Wesen, die eine reale Existenz besitzen und mit Bewegung ausgestattet sind. Er setzt sich dabei kritisch mit Parmenides auseinander, der jegliche Veränderung leugnete.
Potenz und Akt
Aristoteles unterscheidet zwei Arten des Nicht-Seins:
- Absolutes Nicht-Sein: Etwas, das weder ist noch werden kann.
- Relatives Nicht-Sein: Etwas, das noch nicht ist, aber werden kann.
Veränderung ist der Übergang von der Potenz (Möglichkeit) zum Akt (Wirklichkeit).
Klassen der Bewegung
- Wesentliche Änderung: Entstehung oder Zerstörung einer Substanz.
- Zufällige Änderung: Die Substanz bleibt in ihrem Kern erhalten. Hierzu zählen qualitative, quantitative und lokale Veränderungen.
Zudem unterscheidet er zwischen natürlicher Bewegung (Streben zum natürlichen Ort, z. B. fallende Körper) und gewaltsamer Bewegung.
Elemente im Veränderungsprozess
Bei jeder Änderung bleibt ein Substrat bestehen. Bei wesentlichen Änderungen nennt Aristoteles dieses Substrat „erste Materie“ (Rohstoff), welche folgende Merkmale aufweist:
- Sie ist nicht fest bestimmt.
- Sie ist kein spezifisches Wesen.
- Sie ist ein Wesen in der Potenz, das jede natürliche Form annehmen kann.
- Durch die Aufnahme einer Form entsteht eine neue Substanz.