Die Aufgaben und Funktionen der Zentralbank erklärt
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Die Aufgaben der Zentralbank
1. Bereitstellung der gesetzlichen Währung
Die Zentralbank ist die einzige Institution, die berechtigt ist, gesetzliche Zahlungsmittel auszugeben. Sie steuert den Druck von Banknoten, die oft im In- oder Ausland in ihrem Auftrag produziert werden. Zudem ist sie für den Einzug und die Vernichtung beschädigter Banknoten verantwortlich.
2. Bank der Banken
Die Zentralbank fungiert als Bank der Banken. Wenn Geschäftsbanken vorübergehend Liquiditätsprobleme haben, können sie mit Zustimmung des Vorstands Darlehen mit einer Laufzeit von bis zu 90 Tagen erhalten, die bei Bedarf verlängert werden können.
Sollte eine Bank dauerhafte Probleme haben oder zahlungsunfähig werden, kann die Zentralbank eingreifen, einen Liquidator bestellen und die Abwicklung der Bank einleiten. Zudem kann die Zentralbank spezifische Programme über das Bankensystem finanzieren, indem sie Ressourcen direkt injiziert oder Wechsel diskontiert.
3. Verwaltung der internationalen Reserven
Jedes Land benötigt Reserven in Form von Fremdwährungen (wie dem US-Dollar) und Gold, um internationale Verpflichtungen zu erfüllen. Verfügt ein Land nicht über ausreichende Ressourcen, etwa nach einer Zahlungskrise, kann es Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) unter strengen wirtschaftspolitischen Auflagen erhalten.
Chile verfügt beispielsweise über hohe internationale Reserven, die aufgrund von Zahlungsbilanzüberschüssen entstanden sind und von der Zentralbank primär in festverzinsliche Instrumente wie US-Staatsanleihen investiert werden.
4. Fiskalagent des Staates
Die Zentralbank vertritt den Staat bei allen monetären und finanziellen Transaktionen im Ausland. Sie verhandelt beispielsweise Auslandsschulden, unterzeichnet Verpflichtungen des Staates und vertritt das Land bei internationalen Kreditinstituten.
5. Verantwortung für die Geldpolitik
Die Zentralbank ist für die Geld- und Wechselkurspolitik verantwortlich. Wichtig ist hierbei: Die Zentralbank führt keine Konten für Privatpersonen oder andere Unternehmen, sondern verwaltet lediglich die Girokonten der Geschäftsbanken.
Als alleiniger Emittent der gesetzlichen Währung steuert sie die Geldmenge (M1) in der Wirtschaft. Zur Umsetzung der Geldpolitik nutzt sie folgende Mechanismen:
- A) Leitzinspolitik: Durch die Anpassung der Zinssätze beeinflusst die Zentralbank die Kreditkosten. Eine restriktive Politik erhöht die Zinsen, während eine expansive Politik diese senkt.
- B) Mindestreserve: Dieses Instrument reguliert die Kreditvergabe. Eine Erhöhung des Mindestreservesatzes schränkt die für Kredite verfügbaren Ressourcen der Banken ein und lässt die Zinsen steigen.