Augustinus und die Skepsis: Wahrheit, Liebe und Erkenntnis
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Augustinus und die Kritik an der akademischen Skepsis
In seinem Werk Contra Academicos kritisiert Augustinus die Wissenschaftler der platonischen Akademie, wie Karneades und Arkesilaos. Er wirft ihnen vor, dass sie durch ihre philosophische Skepsis den Platonismus seines asketischen und religiösen Charakters berauben, indem sie behaupten, dass wahres Wissen nicht möglich sei.
Ein Zeitgenosse des akademischen Augustinus argumentierte, dass es zur Suche nach der Wahrheit nicht notwendig sei, diese bereits zu besitzen. Augustinus entgegnete darauf mit einem Argument, das Platon einst gegen die Sophisten verwendete: Wie kann jemand, der die Möglichkeit der Wahrheit leugnet, sich selbst als weise bezeichnen oder behaupten, die Wissenschaft vom Glück oder die Weisheit zu besitzen?
Die Bedeutung der Weisheit bei Augustinus
Für Augustinus ist der Besitz der Weisheit mehr als nur die Suche nach der Wahrheit. Sie ist durch den Glauben verständlich und erfordert eine vollständige Reinigung des Geistes sowie die Loslösung von der Welt und dem Körper.
Das Selbstbewusstsein als Antwort auf den Skeptizismus
Das entscheidende Argument gegen die Skeptiker basiert auf der intuitiven Evidenz des Selbst. Augustinus schlägt hier ein Modell der philosophischen Wahrheit vor, das den skeptischen Zweifeln entgegensteht – eine Vorwegnahme des cartesianischen Cogito („Wenn ich mich irre, bin ich“).
Als christlicher Philosoph untersucht Augustinus das Selbstbewusstsein jedoch weniger aus einer rein logischen als aus einer moralischen Perspektive: Der Fehler liegt in der Liebe zu Dingen, die uns zur Sünde führen. Das Bewusstsein über das eigene Sein ist dabei der Beweis für die Existenz: Wer sich bewusst ist, dass er sich täuscht, muss existieren.
Die Liebe zum Dasein und zum Wissen
Augustinus beschreibt, dass die Liebe zum Dasein nicht nur im Menschen, sondern in allen Bereichen der Schöpfung zu finden ist – sei es bei Tieren, Pflanzen oder sogar in Mineralien. Jeder möchte leben; selbst diejenigen, die sterben, würden Unsterblichkeit ohne Zögern annehmen. Dieser Wunsch zu leben erklärt, warum auch irrationale Wesen den Tod fliehen.
Die menschliche Sonderstellung: Vernunft und Trinität
Die Liebe zum Wissen hingegen ist ein exklusives Merkmal des Menschen. Als vernünftiges Wesen strebt der Mensch nach der universellen Wahrheit. Der Mensch kann nicht nur körperliche Empfindungen wahrnehmen, sondern besitzt die einzigartige Fähigkeit, das Richtige zu erkennen. Hierbei wird die göttliche Trinität wirksam: Wir sind, wir erkennen und wir lieben, um die Idee der Gerechtigkeit zu erreichen.