Barock: Architektur und Skulptur in Italien und Spanien
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Die Architektur des Barock
Die Barock-Architektur zeichnet sich durch ihre Funktion aus, zu beeindrucken und Pracht zu entfalten. Die Innenräume wurden für bedeutende religiöse Zeremonien oder für den Adel konzipiert. Dabei wurde nicht nur auf die Innen- und Außenbereiche geachtet, sondern auch der architektonische Rahmen, die unmittelbare Umgebung und die Stadtplanung einbezogen.
Die Grundrisse der Gebäude nutzen häufig elliptische oder komplexe geometrische Formen. Säulen wurden eingesetzt, um die Fassaden zu schmücken und perspektivische Effekte zu erzielen. Es herrscht ein großes Gefühl der Bewegung; die Gebäude sind so gestaltet, dass sie eher von der Seite als von vorne betrachtet werden sollten. Die kolossalen Fassaden wirken im Zusammenspiel mit den Gärten besonders eindrucksvoll.
Barock in Italien
In Italien dienten die Kirchen als Symbol für den Sieg über die protestantische Häresie. Sie zeichnen sich durch üppig verzierte Fassaden und prunkvolle Retabel aus. Die Grundrisse variieren von der Längs-Basilika bis hin zu ovalen, elliptischen oder kreuzförmigen Formen. Innen- und Außenraum verschmelzen, und neue Strukturen wie monumentale Treppen entstehen. Bedeutende Schlösser und Residenzen prägten zudem das Stadtbild. Zu den italienischen Meistern des Barock zählen Maderno, Bernini und Borromini.
Die Skulptur im Barock
Die Skulptur des Barock hat ihren Ursprung in Rom, verbreitete sich jedoch schnell in anderen italienischen Städten und europäischen Schulen. Die allgemeinen Merkmale barocker Skulptur sind Stärke und die Darstellung leidenschaftlicher Emotionen. Als Instrument der Propaganda für den katholischen Glauben kombiniert sie Bewegung mit einer nach außen gerichteten Dynamik.
Die Gestik ist äußerst ausdrucksstark, und die Figura serpentinata erzeugt Emotionen und Bewegung durch den Körper. Ein heftiges Spiel von Licht und Schatten ist charakteristisch. Dies lässt sich besonders gut im Werk von Bernini beobachten. Zu seinen bedeutenden Arbeiten zählen:
- Der Raub der Proserpina
- David
- Apollo und Daphne
- Das Grabmal für Urban VIII.
- Die Ekstase der heiligen Theresa
Barock-Skulptur in Spanien
Die spanische Barock-Skulptur entwickelte sich im 17. und 18. Jahrhundert in einem Kontext wirtschaftlicher Krisen. Da das Bürgertum kaum als Auftraggeber auftrat, waren Bruderschaften, Orden und Klöster die Hauptauftraggeber, weshalb das Thema fast ausschließlich religiös geprägt ist. Man unterscheidet zwei Hauptformen: Altarbilder und Prozessionsfiguren.
Altarbilder und Prozessionen
Das Altarbild durchlief zwei Phasen: eine klassischere erste Hälfte des 17. Jahrhunderts (mit Etagen und Nischen) und eine vollendete Barockphase in der zweiten Hälfte (mit salomonischen Säulen und Fokus auf einen Protagonisten). Die Prozessionen dienten dazu, den religiösen Eifer der Gläubigen zu fördern. Die Figuren zeichnen sich durch hohen Realismus und anatomische Perfektion aus. Als Materialien dienten meist Kiefern- oder Nussbaumholz, veredelt durch die Technik der Fassmalerei (Einstopf).
Spanische Bildhauerschulen
- Kastilien: Einfach, aber dramatisch und tragisch. Hauptvertreter: Gregorio Fernández (z. B. Liegender Christus, Dolorosa).
- Andalusien: Unterteilt in Sevilla und Granada. Die Kunst ist ruhiger und sucht formale Schönheit. Wichtige Vertreter: Juan Martínez Montañés, Juan de Mesa (Cristo del Gran Poder), Alonso Cano und Pedro de Mena (Büßerin Magdalena).
- Murcia: Francisco Salzillo ist hier hervorzuheben, der maßgeblich zur Verbreitung der Krippentradition in Spanien beitrug.