Barock-Architektur und die Skulpturen von Salzillo

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Barock-Architektur: Bernini und Borromini

Der Barock ist in Italien verwurzelt und erstreckt sich vom 17. Jahrhundert bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Er entstand als Folge der Gegenreformation und als Protest gegen das Luthertum. Ziel war es, den Luxus der Tempelarchitektur zu intensivieren und Gebäude so effektvoll wie möglich zu gestalten. Die wichtigsten Mäzene waren die Päpste, die versuchten, die Zügel der Macht nach der Reformation wieder in die Hand zu nehmen, sowie die absoluten Monarchien von Frankreich und Spanien, welche die Macht ihrer Regentschaften (Reinados) demonstrieren wollten.

Das Wort Barock stammt nach Ansicht einiger Historiker vom portugiesischen Wort für eine unregelmäßig geformte Perle ab. In der Architektur wurde die ausgewogene und rationale Arbeitsweise der Renaissance durch die Unausgewogenheit des Barocks ersetzt. Das barocke Gebäude wird als ein Block konzipiert, der als Ganzes artikuliert ist.

Wesentliche Merkmale der Barock-Architektur

  • Der rechteckige Grundriss weicht elliptischen Formen.
  • Fassaden in Form von Ellipsen mit vielen Details und Feinheiten.
  • Säulen besitzen komplizierte Basen.
  • Das Gebälk weist Kurven auf.
  • Wände verlieren ihre flächige Ebene.
  • Strebepfeiler erscheinen in Spiralform.
  • Die architektonische Dekoration ist reichhaltig und dicht.
  • Tonnengewölbe sind die Regel.
  • Es wird verstärkt mit Lichteffekten (Illumination) gearbeitet.

Barocke Skulptur: Francisco Salzillo in Murcia

Die spanische Barockskulptur zeichnet sich durch einen starken Realismus aus, wobei die Kirche fast der einzige Auftraggeber war. Der Aufstieg der Bildhauerei zeigt sich darin, dass Skulpturen nun frei im Raum erscheinen; Reliefs sind seltener, während vollplastische Rundskulpturen dominieren. Murcia wurde im 18. Jahrhundert zur Heimat einer neuen Bildhauerschule, angeführt von Francisco Salzillo Alcaraz.

Als Sohn eines neapolitanischen Bildhauers schuf er bereits in jungen Jahren Werke in der Stadt, trat in die Fußstapfen seines Vaters und arbeitete dort ein halbes Jahrhundert lang. Er gilt als der bedeutendste Vertreter des spanischen 18. Jahrhunderts. Salzillo ist ein Bildhauer, der – im Gegensatz zum 17. Jahrhundert in Sevilla – zahlreiche Figuren für Prozessionen schuf. Seine Statuen besitzen im Allgemeinen schöne, wohlgeformte, elegante Köpfe und Posen.

Materialien und Techniken der Bildhauerei

Das bevorzugte Material ist Holz, was jedoch verschiedene Herausforderungen mit sich bringt, wie die begrenzte Größe, Vertiefungen, Farbunterschiede, Äste und Streifen im Material. Diese Probleme wurden durch das Abdecken der Oberfläche mit anderen Materialien gelöst, was die ständige Nutzung von polychromem (vielfarbigem) Holz erklärt.

Besonders hervorzuheben ist die Technik der Inkarnatmalerei zur Darstellung von Hauttönen. Teile, die eine höhere Stabilität benötigen, wie die Arme Christi, werden montiert. Nach der Fertigstellung erhält die Skulptur eine Schicht aus Gips und Farbe, wobei auch Leinwand (Entelado) zur Verbindung genutzt wird. Die Bemalung der Gewänder erfolgte mit zwei Verfahren: der traditionellen Estofado-Technik mit Gold sowie einem Verfahren ohne Gold für eine direktere, realistische Wirkung.

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